Von Richard Meusers
Seit Kim Dotcom, ehemals Kim Schmitz, der Chef des One-Click-Hosters Megaupload (MU), verhaftet und der Datenspeicher geschlossen wurde, hört die Unruhe in der Gemeinde der MU-Nutzer nicht auf. Auch die jüngste Nachricht wird nicht zur Beruhigung beitragen. Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, könnte die Löschung von Daten, die User auf die Plattform hochgeladen haben, bereits am Donnerstag dieser Woche beginnen. Das verlautete aus us-amerikanischen Justizbehörden, die auch die Verhaftung von Dotcom und weiteren Beschuldigten veranlasst hatten. Den MU-Betreibern werden massive Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen.
Carpathia Hosting und Cogent Communications, zwei Unternehmen, die Megaupload gegen Zahlung einer Gebühr mit der Speicherung von Daten beauftragt hatte, könnten schon am Donnerstag mit der Löschung beginnen. Das teilte die Anklagebehörde für den Eastern District des US-Bundesstaats Virginia mit.
Derzeit könne das Unternehmen die Auftragnehmer nicht mehr bezahlen, so MU-Anwalt Ira Rothken. Seit der Filehoster vom Netz genommen wurde, gibt es für bisherige Nutzer keinen Zugriff mehr auf ihre Daten. Vor allem aber sei von den Maßnahmen eine große Menge legaler Daten betroffen, so Rothken weiter. An die 50 Millionen Nutzer hätten der Plattform auch persönliche Daten einschließlich vertraulicher Dokumente und Familienfotos anvertraut. Derzeit arbeite MU mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Datenlöschung zu verhindern.
MU funktionierte im Prinzip wie eine Online-Festplatte. Zwar wurde der Dienst der Anklage zufolge in großem Stil für die Verbreitung von Raubkopien benutzt, doch es ist sehr wahrscheinlich, dass er auch für die Verschiebung oder vermeintlich sichere Aufbewahrung anderer Dateien genutzt wurde, ähnlich der Dienste wie Dropbox.
"Wir sind an dieser Stelle vorsichtig optimistisch, weil die Vereinigten Staaten ebenso wie Megaupload ein gemeinsames Interesse am Verbraucherschutz haben sollten", wird der MU-Anwalt zitiert. Das gefährdete Datenmaterial sei abgesehen von den betroffenen Nutzern auch für MU selbst von Bedeutung. Es spiele für die Verteidigungsstrategie des Unternehmens eine wichtige Rolle. Laut AP waren am Wochenende weder Carpathia und Cogent noch die Staatsanwaltschaft für weitere Stellungnahmen erreichbar.
meu/AP
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