Nach Megaupload: US-Filmindustrie will gegen weitere Filehoster vorgehen

Megaupload soll erst der Anfang gewesen sein: Auf einer Copyright-Konferenz hat das Filmstudio Paramount weitere Maßnahmen gegen Filehoster angekündigt, die zu wenig gegen illegales Kopieren unternehmen sollen. Fünf Unternehmen stehen im Fokus.

Website von Megaupload: Filehoster im Visier der US-Medienkonzerne Zur Großansicht
AFP/ megaupload.com

Website von Megaupload: Filehoster im Visier der US-Medienkonzerne

Die Schließung der Datenspeicher-Plattform Megaupload im Januar war erst der Anfang. Wenn es nach dem Verband der US-Filmindustrie MPAA geht, sollen weitere Anbieter folgen. Auf der Konferenz zum Thema Urheberrecht "On Copyright" in New York erklärte Alfred Perry, einer der Paramount-Vizepräsidenten, am vergangenen Freitag: "Mehr als 41 Milliarden Page Views werden jährlich von den Top 5 der Schurken-Filehoster generiert. Das sind fünf Seitenabrufe für jeden Menschen auf der Erde."

Gegenüber "Cnet" präzisierte der bei Paramount für den Schutz von Verwertungsrechten zuständige Perry, welche Dienste er konkret gemeint habe: Neben Fileserve gehe es ihm um Wupload, Putlocker, Depositfiles und Mediafire. Dabei hielt er offen, ob seitens der Rechteinhaber bereits konkrete Schritte unternommen würden, Ermittlungen liefen oder gar Anklage erhoben werde.

Allerdings ließ eine von Paramount veröffentlichte Grafik keinen Zweifel daran, wohin die Reise gehen soll. Die Darstellung wiederholt Perrys Vorwürfe und reiht die Logos der fünf genannten Anbieter auf. Ein weiteres, sechstes Logo ist auch zu sehen - das von Megaupload, rot durchgestrichen.

Die Vorwürfe treffen ihre Adressaten an einer empfindlichen Stelle. Noch am Wochenende meldete sich MediaFire-Mitbegründer Tom Langridge in einem Schreiben zu Wort, in dem er die Vorhaltungen zurückwies. Sein Unternehmen sei keine Schurkenseite und werde auch nicht von einer Verbrecherbande geführt. Es bestünden große Unterschiede zwischen den anderen genannten Anbietern, einschließlich Megaupload, und dem 2006 gegründeten MediaFire.

Dort gebe es keinerlei Interesse, "gewissenlosen" Usern einen neuen Treffpunkt zu bieten. Im Gegenteil, man habe eine Vielzahl von Systemen etabliert, die genau das verhindern sollten. "MediaFire arbeitet in vollem Umfang mit der MPAA, der RIAA (Verband der US-Musikindustrie, die Redaktion) und anderen Organisationen zusammen, um die Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material aufzuspüren und zu unterbinden."

meu

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Kunden bitte ebenfalls anklagen
johnbatz 02.04.2012
Wer lieber Kriminelle statt die Künstler bezahlt sollte ein paar Wochen Sozialarbeit leisten um mal eine Idee davon zu bekommen was Arbeit eigentlich ist. Zudem muss auf unerlaubte Verbreitung von urheberrechtlich geschützem Material immer eine Verwarnung und im Wiederholungsfall ein Strafverfahren eingeleitet werden. Löschen reicht nicht! YouTube und ähnliche Dienste können diese Vergehen an ihre Uploader weiterreichen und wenn sie die Straftäter nicht kennen, die Strafe selbst tragen. Dann wird sich dieses raubkopierer Geschäftsmodell schnell erledigt haben.
2.
aaback 02.04.2012
Zitat von sysopAFP/ megaupload.comMegaupload soll erst der Anfang gewesen sein: Auf einer Copyright-Konferenz hat das Filmstudio Paramount weitere Maßnahmen gegen Filehoster angekündigt, die zu wenig gegen illegales Kopieren unternehmen sollen. Fünf Unternehmen stehen im Fokus. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,825162,00.html
Klar, das Unterbinden von illegalen Downloads treibt die Leute wieder in die Kinos und die Milliardenverluste haben ein Ende. Zuvor muss man aber noch das illegale Verleihen in Videotheken verbieten. Fernsehen hält auch noch vom Kinobesuch ab, muss man was gegen tun.
3.
twan 02.04.2012
Die sollen mal die Filehoster hosten lassen. Wo bekomme ich sonst meine Android Roms her? Die Köche, die schon ihre Freizeit opfern können doch schlecht noch Server für teils hundertausende Downloads pro Rom hinstellen.
4. ......
kaishakunin 02.04.2012
Zitat von sysopAFP/ megaupload.comMegaupload soll erst der Anfang gewesen sein: Auf einer Copyright-Konferenz hat das Filmstudio Paramount weitere Maßnahmen gegen Filehoster angekündigt, die zu wenig gegen illegales Kopieren unternehmen sollen. Fünf Unternehmen stehen im Fokus. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,825162,00.html
Sicher liegt auf Filehostern einiges an illegalem und sicher profitieren sieauch davon. Aber mir scheint die Medienindustrie nur wenig gelernt zu habe. Erst waren es Filesharingprogramme wie Kaaza, E-Donkey und Bittorrent. Als man anfing Filesharere massiv zu verfolgen und abzumahnen wich die Szene auf Filehoster aus. Deren Geschäftsmodell ist hochanonym(den sonst würde kein denkender Mensch das Risiko eingehen) und meist wird auch nur das gedownloadete Datenvolumen dem jeweils einzelnen Account zugerechnet NICHT aber WAS geladen wurde. Mir ist etwa bei "Rapidshare" nur ein Fall rausgegebener Kundendaten bekannt und da ging es um Kinderpornographie. Zerschlägt die Medienindustrie die Filehoster, geht das Rennen Hase - Igel weiter bei dem ja bekanntlicherweise der Has' am Ende vor Erschöpfung seinen Geist aushauchte. Es gab ja bereits einige Ansätze völlig anonymisierten Filesharings die bisher (muß zugeben das ich die Sache wg der bequemen Filehoster aus den Augen verlor und nicht ganz am aktuellen Stand der Dinge bin) aber meist zu unkomfortabel und langsam waren um der breiten Masse zugänglich zu sein. Nach dem Verwschwinden der Filehoster würde mit SICHERHEIT irgendwo ein findiger Programmierer eine Alternative schaffen die wiederum auf Jahre nicht zu bändigen sein könnte. Überdies sollte man Filehosting auch mal von seine legalen Seite betrachten. Ich bin Musiker. Mein PC ist mein Studio. Manchmal schick ich gerne Stücke an Freunde um deren Meinung zu hören. Wenn man keine Mp3 sondern höherqualitative und größere .wav verschickt geht das besser über Filehoster als über Mails. Wenn ich mit befreundeten Musikern etwa Einzelspuren (96khz/32bit wavdateien)oder gar ganze Cubase oder Reason (kann jetzt auch Audiospuren - keine kleinen Projektdateien mehr)Projekte austausche kommen da schnell so einige Gigabytes zusammen und da spielt ein Filehoster für mich seine wahre Stärke aus. Ein Musikprojekt vob 10gb ist bei meinem (inzwischen auch nicht mehr schnellstem) DSL 25.0000 in völlig vertretbarer Zeit von den Servern meines Filehosters runtergesaugt,wird dann bearbeitet, eigene Audioaufnahmen dazugepackt so diese gewünscht sind und dann auch genauso bequem wieder hochgeladen. Das ist schnell, komfortabel und und durch die massenhafte Verbreitung auch sehr preiswert. Würde die Medienindustrie diese Dienste so zusammenstauchen das nur noch Aufgaben wie die meine wahrgenommen werden dürfen, so würden auch wieder die Preise steigen was wiederum übel für einen eher wenig verdienenden Semiprofi wie mich ist.
5. Der wahre Feind...
Arno Nühm 02.04.2012
Zitat von aabackKlar, das Unterbinden von illegalen Downloads treibt die Leute wieder in die Kinos und die Milliardenverluste haben ein Ende. Zuvor muss man aber noch das illegale Verleihen in Videotheken verbieten. Fernsehen hält auch noch vom Kinobesuch ab, muss man was gegen tun.
Vor allem diese schändlichen Gebrauchtverkäufer muss man verknacken. woher nehmen die sich das Recht eine einmal erworbene DVD einfach so an jemand anderen zu verhökern?
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Zum Autor
  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.
Film-Verteilerseiten und Filehoster, die nach Megaupload aufgaben
Beispiele für populäre Dienste, die nach der Schließung von Megaupload entweder ganz aufgaben oder ihre Dienste deutlich einschränkten, um Filesharing zu unterbinden:

4shared

Btjunkie

Filejungle

Fileserve

Filesonic

Quicksilverscreen

Uploadbox

Uploaded

Uploadstation

VideoBB

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