Multimedia-Software Adobe kündigt Ende von Flash an

2020 soll Schluss sein: Adobe hat das Ende von Flash bekannt gegeben. Nach und nach soll die umstrittene Multimedia-Software aus dem Internet verschwinden.

Downloadseite des Adobe Flash Player (Screenshot)

Downloadseite des Adobe Flash Player (Screenshot)


Adobe will seine häufig kritisierte Multimedia-Software Flash in rund dreieinhalb Jahren beerdigen. Sie werde ab Ende 2020 nicht mehr weiterentwickelt und verbreitet, kündigte der Softwarekonzern in der Nacht zum Mittwoch an.

Flash war in den frühen Jahren des Web sehr weit verbreitet, wenn es um Videos, Spiele oder Grafiken und 3D-Ansichten ging. Doch die Software war vielen verhasst: Seit Jahren wird immer wieder über kritische Sicherheitslücken im Flash-Player berichtet, manchmal sieht sich Adobe gezwungen, sogar Notfall-Updates zu veröffentlichen. Experten empfehlen Nutzern immer wieder, die Software abzuschalten.

Der Apple-Gründer Steve Jobs hatte bereits 2010 das Ende des Flash-Players prophezeit. In einem offenen Brief wetterte er damals gegen die Software. Der Flash-Player sei von iPhone und iPad ausgeschlossen worden, weil er zu fehlerhaft, PC-orientiert und ein Batteriefresser sei, schrieb Jobs darin.

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Apple blieb bei dieser Haltung - auch als die Software noch breit in der PC-Welt eingesetzt wurde. Schließlich gab Adobe bei Flash für Mobilgeräte auf. Mit der Ausbreitung anderer Formate auf den vielen Smartphones und Tablets verlor Flash auch insgesamt an Bedeutung.

Mit der langen Vorlaufzeit will Adobe Websites, die heute noch Flash einsetzen, genug Freiraum bieten, um auf andere Lösungen umzusteigen. Schließlich, so heißt es in dem Blogpost, hätten sich etliche Branchen und Firmen um die Software herum entwickelt, etwa im Bereich Spiele und Video. Auch SPIEGEL ONLINE hat lange und ausgiebig Flash genutzt.

Die Ankündigung wurde gemeinsam mit Apple, Google, Facebook, Microsoft und dem Firefox-Entwickler Mozilla gemacht. Microsoft will Flash in seinen Browsern Edge und Internet Explorer in zwei Jahren standardmäßig deaktivieren und ab 2020 aus allen unterstützten Versionen entfernen. In Apples Browser Safari muss ein Nutzer jetzt schon jedes Mal zustimmen, wenn eine Website Flash einsetzen will.

juh/dpa



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