Florida WLAN-Hacker auf frischer Tat ertappt

Dümmer geht's nicht: In Florida hackte sich ein Mann in das WLAN eines Wohnhauses, vor dem er in seinem Auto saß. Der Bewohner des Hauses rief schließlich die Polizei, die den Schwarzsurfer auf frischer Tat erwischte und festnahm.


Saint Petersburg ist ein Städtchen an der Küste Floridas. So idyllisch, dass alle vier Wochen sogar ein Einwohner des Monats prämiert wird. Saint Petersburg liegt leider auch in der Gefahrenzone von Hurrikans. Und in der Stadt droht eine weitere Gefahr: ein WLAN-Hacker.

Wie die "St. Petersburg Times" berichtet, wurde ein Mann bereits am 20. April festgenommen, weil er sich unerlaubt in ein WLAN-Netz gehackt hatte. Der 41-Jährige hatte seinen Chevy Blazer direkt vor einem Wohnhaus geparkt und stundenlang mit aufgeklapptem Laptop darin gesessen. Als der Bewohner des Hauses beim Vorbeigehen den leuchtenden Monitor im Auto bemerkte, klappte der Mann seinen Rechner hastig zu und duckte sich.

Als der Chevy abends um 23 Uhr immer noch auf der Straße stand, alarmierte der Bewohner die Polizei. Es stellte sich heraus, dass der 41-Jährige das WLAN des Hauses gehackt hatte. Was der Schwarzsurfer im Netz getrieben hat, blieb zunächst unklar. Er wurde wegen unrechtmäßigem Zugriff auf ein Computer-Netzwerk angeklagt, gestern fand nun die erste vorgerichtliche Anhörung statt.

Normalerweise ist es nicht so einfach, einen Netz-Hacker auf frischer Tat zu ertappen. In diesem Fall saß er dummerweise vor der Haustür. So hatte letztes Jahr ein 20-Jähriger in Michigan beim Herumfahren mit dem Auto drahtlose Netze gesucht, dem so genannten "War-Driving". Nachdem er das WLAN einer Einrichtungskette geortet hatte, verschaffte er sich die Kreditkarten-Nummern von Kunden.

Nur geringes Risiko für Webschnorrer

Wer in Deutschland schwarz in einem ungeschützten WLAN surft, muss - sofern er überhaupt entdeckt wird - höchstens befürchten, dass der WLAN-Betreiber von ihm die Erstattung der entstandenen Kosten verlangt. Das kann teuer werden, denn bei einem DSL-Tarif mit Volumenbegrenzung können enorme Zusatzkosten entstehen, wenn der mitsurfende Nachbar rund um die Uhr Linux-Distributionen oder Filme aus dem Netz herunterlädt.

Anders ist die Situation, wenn der Eindringling über das WLAN Strafbares tut - etwa Raubkopien ins Netz stellt, Spam verschickt oder Angriffe auf fremde Server startet. Auch wer die Verschlüsselung eines WLANs knackt, macht sich strafbar. Der Tatbestand wiegt umso schwerer, wenn sich der Hacker auch noch an nicht für ihn bestimmte Daten zu schaffen macht.

Betreiber von Hotspots wie T-Online oder die Café-Kette Starbucks müssen ihre Netze nach dem Telekommunikationsgesetz abhörsicher machen. Kommerzielle Anbieter müssen außerdem jeden von ihnen betriebenen Hotspot bei der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation melden.

Immer wieder wird deshalb vor dem Missbrauch von drahtlosen Netzen gewarnt. Zwar kann jedes WLAN früher oder später geknackt werden, doch vergrößern verschiedene Vorsichtsmaßnahmen die Sicherheit: So ist es ein Leichtes, die Verschlüsselung einzuschalten und ein Passwort für den Router zu setzen. Unbedingt sollte auch die Fernkonfiguration ausgeschaltet bleiben.

Der Funkverkehr eines WLANs lässt sich mit zwei Verfahren verschlüsseln: dem "Wired Equivalent Privacy" (WEP) und dem "Wi-Fi Protected Access" (WPA). Ohne das richtige Passwort erhalten Computer so keinen Zugang zu dem WLAN. Die Sicherheit lässt sich erhöhen, indem man das Funknetz abschaltet, wenn es nicht benutzt wird und indem man das Passwort regelmäßig wechselt.



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