Fluchtgefahr: Kim Dotcom bleibt hinter Gittern

Der Chef der Datentausch-Plattform Megaupload bleibt in Haft. Sein Antrag auf Kaution wurde vom zuständigen Richter abgewiesen - zu groß sei die Gefahr, der Angeklagte werde sich ins Ausland absetzen.

Es läuft nicht gut für Megaupload-Mitgründer Kim Dotcom: Seine Website wurde abgeschaltet, die Behörden beschlagnahmten seine Besitztümer in Neuseeland und froren Bankkonten ein. Ein Staranwalt, der ihn verteidigen sollte, musste sein Mandat gleich wieder niederlegen. Jetzt wurde auch noch Dotcoms Antrag auf Haftentlassung gegen Kaution abgelehnt.

David McNaughton, der zuständige Richter im North Shore District, im neuseeländischen Auckland, verfügte, Kim Dotcom habe bis auf weiteres in Haft zu verbleiben. Immerhin gebe es für den Beklagten "einen starken Anreiz zu fliehen", hielt der Jurist in seiner Entscheidung fest. McNaughton erklärte, es sei für Dotcom problemlos möglich sich aus Neuseeland abzusetzen, weil er Zugang zu gefälschten Reisedokumenten habe und diverse Bankkonten unter verschiedenen Namen führe.

Würde es Dotcom damit gelingen, sich nach Deutschland abzusetzen, sei er vor einer Auslieferung sicher, da die Bundesrepublik kein entsprechendes Abkommen mit den USA habe, sagte der Richter.

Dabei ist der Hintergrund für Dotcoms Verhaftung gerade der, dass das FBI den Ex-Hacker mit einer Reihe von Mitangeklagten in den USA vor Gericht stellen will. Die Klageschrift wirft dem Wahl-Neuseeländer vor, mit seiner Internetplattform Musik- und Film-Rechteinhaber um eine halbe Milliarde Dollar geschädigt zu haben.

Bis zur endgültigen Entscheidung über die Auslieferung am 22. Februar verbleibt Dotcom nun also in Haft. Richter McNaughton ließ nicht erkennen, ob er dem Ansinnen der US-Behörden entsprechen will: "Das ist noch eine offene Frage, ich habe in der Sache noch nicht entschieden."

meu

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1. Was haben die für eine schlimme Rechtsauffassung?
user543 25.01.2012
Wenn ein Vermieter eine Wohnung vermietet und ein Mieter in der Wohnung illegale Sachen lagert, seit wann kommt dann der Vermieter in den Knast? Nichts anderes ist es doch. Megaupload war nichts mehr als eine digitale Lagerhalle. Die Uploader konnten als Mieter Daten hinterlegen. Einige haben illegale Daten hinterlegt. Und dafür kommt jetzt der Vermieter in den Knast? Muss man nun als Vermieter in den Wohnungen seiner Mieter regelmäßige Hausdurchsuchungen machen, dass man sicherstellt, dass kein Mieter in seiner Wohnung, Garage oder Lagerraum etwas Illegales aufbewahrt oder von dort aus verteilt?
2. .
Trouby 25.01.2012
Zitat von user543Wenn ein Vermieter eine Wohnung vermietet und ein Mieter in der Wohnung illegale Sachen lagert, seit wann kommt dann der Vermieter in den Knast? Nichts anderes ist es doch. Megaupload war nichts mehr als eine digitale Lagerhalle. Die Uploader konnten als Mieter Daten hinterlegen. Einige haben illegale Daten hinterlegt. Und dafür kommt jetzt der Vermieter in den Knast? Muss man nun als Vermieter in den Wohnungen seiner Mieter regelmäßige Hausdurchsuchungen machen, dass man sicherstellt, dass kein Mieter in seiner Wohnung, Garage oder Lagerraum etwas Illegales aufbewahrt oder von dort aus verteilt?
Das ist leider nicht richtig! MegaUpload hat anscheinend den Upload illegaler Dateien massiv gefördert, vielleicht sogar selbst hochgeladen. Das FBI wird da schon ziemlich gute Beweise haben, wenn sie so eine Welle schlagen. Und das bedeutet dann den kriminellen Verkauf gestohlener Ware in größtem Stil. Wenn es nur ein Lagerraum wäre, wie die vielen Clouddienste bei Web.de, 1&1, RapidShare oder wo auch immer, wäre dem nicht so.
3. -
Reiner_Habitus 25.01.2012
Zitat von user543Wenn ein Vermieter eine Wohnung vermietet und ein Mieter in der Wohnung illegale Sachen lagert, seit wann kommt dann der Vermieter in den Knast? Nichts anderes ist es doch. Megaupload war nichts mehr als eine digitale Lagerhalle. Die Uploader konnten als Mieter Daten hinterlegen. Einige haben illegale Daten hinterlegt. Und dafür kommt jetzt der Vermieter in den Knast? Muss man nun als Vermieter in den Wohnungen seiner Mieter regelmäßige Hausdurchsuchungen machen, dass man sicherstellt, dass kein Mieter in seiner Wohnung, Garage oder Lagerraum etwas Illegales aufbewahrt oder von dort aus verteilt?
Wenn eine im Ausland lebende Person in Deutschland mit - am Zoll vorbei geschummeltem Schwarzgeld Wohnungen kauft - diese mit voliebe an dunkle Gestalten vermietet - die dunkeln Gestalten noch ermuntert neue dunkle Gestalten als Mieter zu suchen - selber noch die Wohnungen der dunklen Gestalten aufräumt - die Mieteinnahmen dann direkt ins Ausland schafft dann hat diese im Auland lebende Person ein Problem und sollte sich nicht wundern wenn sie in Deutschland anders all die Millionen anderen Vermieter vor ein Gericht gezerrt wird. -> Der Rest is Folklore.....
4. Uncle Sam wants him!
deltametro2 25.01.2012
Zitat von sysopDer Chef*der Datentausch-Plattform Megaupload bleibt in Haft. Sein Antrag auf Kaution wurde vom zuständigen Richter abgewiesen - zu groß sei die Gefahr, der Angeklagte werde sich ins Ausland absetzen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811226,00.html
Das war ja wohl vorauszusehen.
5.
Obi-Wan-Kenobi 25.01.2012
Zitat von user543Wenn ein Vermieter eine Wohnung vermietet und ein Mieter in der Wohnung illegale Sachen lagert, seit wann kommt dann der Vermieter in den Knast? Nichts anderes ist es doch. Megaupload war nichts mehr als eine digitale Lagerhalle. Die Uploader konnten als Mieter Daten hinterlegen. Einige haben illegale Daten hinterlegt. Und dafür kommt jetzt der Vermieter in den Knast? Muss man nun als Vermieter in den Wohnungen seiner Mieter regelmäßige Hausdurchsuchungen machen, dass man sicherstellt, dass kein Mieter in seiner Wohnung, Garage oder Lagerraum etwas Illegales aufbewahrt oder von dort aus verteilt?
sorry. Alle Versuche Kim Schmitz von jeglicher Schuld freizusprechen werden nichts nützen. Schmitz ist ein narzistischer Soziopath und er hat genau gewusst mit was er sein Geld verdient. Er konnte nur die Klappe nicht halten, weil ihn Geld ohne fremde Bewunderung auf Dauer nicht befriedigt. Obwohl er Verantwortung für Frau und Kinder hat konnte er es auch diesmal nicht dabei belassen kleinere Brötchen zu backen und dafür legal. Wie es scheint hat ihn das FBI diesmal wirklich am Wickel und auch wenn er sich wegen den Raubkopien irgendwie noch rausreden kann, Geldwäsche/Steuerhinterziehung und Bildung einer kriminellen Vereinigung sind keine kleinen Ordnungswidrigkeit die man mit ein paar Dollars aus der Welt schafft. Das ist ein richtig harter Brocken. Und gesetzt den Fall er hat mit MU auch Mafiageld gewaschen dann wird das noch eine Spur unlustiger für ihn. Irgendwoher muss er das Geld für Megaupload haben, seins war es jedenfalls nicht. Bisher ist durchweg jede seiner Geschäftsideen gescheitert und das FBI wird da nicht locker lassen.
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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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