Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Mit Hashtags gegen Hass: Zehn Netzinitiativen für Flüchtlinge

Von

Keine Gewalt gegen Flüchtlinge: Banner bei Berliner Demo Zur Großansicht
DPA

Keine Gewalt gegen Flüchtlinge: Banner bei Berliner Demo

Im Netz regiert der Hass gegen Flüchtlinge? Auf den ersten Blick schon. Doch längst gibt es viele starke Initiativen der Hilfsbereitschaft. Zehn Beispiele zum Durchklicken.

1. Blogger für Flüchtlinge

Vier Privatpersonen haben sich zusammengeschlossen und die Initiative Blogger für Flüchtlinge gestartet: "Wir sind ganz normale Menschen. Menschen, denen nicht egal ist, wie mit anderen Menschen umgegangen wird. Menschen, die helfen wollen", schreiben die Initiatoren. Geholfen wird mit Sach- und Geldspenden, Zehntausende Euro haben die Blogger bereits gesammelt. Wer das Projekt bekannter machen möchte, kann das auf seinem eigenen Blog tun oder in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #bloggerfuerfluechtlinge.

2. Welcome Dinner

Flüchtlinge leben in vielen deutschen Städten, die Einheimischen lernen sie allerdings oft kaum kennen. Eine Initiative in Hamburg will das ändern: Beim Welcome Dinner laden die Unterstützer Hamburger Flüchtlinge in ihr Zuhause ein und bekochen sie. Mit den gemeinsamen Abendessen sollen die Ankömmlinge willkommen geheißen werden. Mittlerweile möchten so viele Hamburger mitmachen, dass die freiwilligen Köche ein paar Wochen auf einen Termin warten müssen. Die Initiative Welcome Dinner gibt es übrigens auch in Stuttgart.

3. 1000 Mal Willkommen

"Schön, Dich hier zu sehen", "Schön, dass Du da bist", "Welcome to Germany!" Nachrichten wie diese sind auf dem Tumblr-Blog "1000 Mal Willkommen" zu lesen. Nutzer können dort ein Selfie posten, mit einer herzlichen Begrüßungsnachricht an die Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen. Initiator Lutz schreibt in der Blog-Beschreibung, er wolle "den stummen (und lauten) Befürwortern eine Plattform bieten". Täglich kommen neue Fotos mit freundlichen Botschaften an die Flüchtlinge hinzu.

4. Welcome Challenge

Was mit der Ice Bucket Challenge für die Nervenkrankheit ALS geklappt hat, müsste doch auch in der Flüchtlingshilfe klappen, oder? Bei der Welcome Challenge geht es jedenfalls darum, Flüchtlinge zu unterstützen und in sozialen Netzwerken davon zu berichten. Anschließend darf man unter dem Hashtag #WelcomeChallenge jemanden nominieren, der als nächstes einen ehrenamtlichen Beitrag leisten soll. Das dürfen und sollen auch Promis sein: So kochte etwa Sarah Wiener für Flüchtlinge in Berlin und nominierte Tim Mälzer, das ebenfalls zu tun. Ebenfalls über Facebook bereits nominiert ist Angela Merkel.

5. Flüchtlinge Willkommen

Statt in Massenunterkünften könnten Flüchtlinge doch viel schöner wohnen - zum Beispiel in einer WG. Wenn sie denn jemand aufnimmt. Mareike Geiling hat ihr Zimmer in Berlin an einen Flüchtling vermietet - und zeigt nun anderen, wie das geht *. Gemeinsam mit Jonas Kakoschke und Golde Ebding hat sie die Wohnbörse Flüchtlinge Willkommen gegründet: Hier können WGs ihre Zimmer anbieten. Wer keins hat, kann Geld oder Zeit spenden. Die Idee verbreitet sich vor allem über Kanäle im Netz. Mit Erfolg: Mittlerweile hat es schon 80 erfolgreiche Vermittlungen gegeben.

6. Arabisch für alle

Nicht nur kleine freiwillige Grüppchen möchten ihren Beitrag zur Flüchtlingshilfe leisten. Auch Firmen machen sich Gedanken, wie sie helfen können. Der Langenscheidt-Verlag etwa hat sich entschlossen, das Online-Wörterbuch Arabisch kostenlos zur Verfügung zu stellen. Damit möchte der Verlag Helfer unterstützen, die sich für Flüchtlinge engagieren. Nachdem es zunächst Probleme mit dem Login gab, hat Langenscheidt mittlerweile das Online-Wörterbuch Arabisch komplett freigegeben, auch ohne Login.

7. Hilfe per Facebook

Unzählige Gruppen haben sich mittlerweile auf Facebook gegründet, in denen Hilfe für Flüchtlinge organisiert und koordiniert wird. Als Beispiel sei hier die Gruppe Unterstützung für Flüchtlinge in Hamburg genannt, stellvertretend für die vielen verschiedenen Initiativen. Hier tauschen sich die Mitglieder darüber aus, wo welche Hilfe sinnvoll ist und gebraucht wird. Es werden Aktionen geplant, und wer nicht weiß, wie er helfen kann, bekommt hier eine Antwort.

8. Post für Freital

In bestimmten Gegenden des Landes dürften sich Flüchtlinge wesentlich weniger willkommen fühlen als in anderen - zum Beispiel in Heidenau und in Freital. Auf Facebook wurde deshalb eine Aktion gestartet, mit der die Menschen zeigen konnten, dass Flüchtlinge in diesem Land willkommen sind, auch wenn sie in Freital gelandet sind. Die Gemeinschaft Willkommensgrüße hat dazu aufgerufen, Willkommenspostkarten an die Menschen in der Flüchtlingsunterkunft im Hotel Leonardo in Freital zu schicken. Die entsprechende Postdresse gibt die Initiative auch auf einer eigenen Seite bekannt. In der Facebook-Chronik der Gemeinschaft wird auch zu anderen Hilfsaktionen aufgerufen, etwa in Heidenau.

9. Flüchtlingspaten Syrien

Wenn es syrische Flüchtlinge bis nach Deutschland geschafft haben, mussten sie oft ihre Familienmitglieder zurücklassen. Zwar dürfen diese nachkommen, aber dazu brauchen sie Verpflichtungsgeber - Menschen, die für sie zahlen, in manchen Bundesländern ein Leben lang. So wird es auf der Seite von Flüchtlingspaten Syrien erklärt. Weil viele Menschen in Deutschland helfen möchten, aber so eine Verpflichtung nicht eingehen können und wollen, gibt es das Projekt, welches solche Patenschaften übernimmt. Die Syrer-Familienzusammenführungen unterstützt man mit einem monatlichen Betrag.

10. Hilfsmöglichkeiten vor Ort

Wer selbst vor Ort helfen möchte, wird ebenfalls am besten im Internet fündig. Auf der Webseite von Pro Asyl etwa sind alle Flüchtlingsräte aufgelistet, geordnet nach Bundesländern. Links führen jeweils zu den entsprechenden Webseiten. Dort erfahren Interessierte, wie sie in ihrer Region etwas zum Wohl der Flüchtlinge beitragen können. Wie Sie selbst helfen können, erfahren Sie auch im Infokasten unter diesem Artikel.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: