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Porträtfotografie

Mit einfachen Mitteln zum Steampunk-Deluxe

Statt großer Kameras nahm Fotograf Frank Altmann zum Steampunk-Jahrmarkt in Bochum nur eine spiegellose Systemkamera mit. Das Ergebnis ist eine erstaunliche Fotoserie.

Von "Docma"-Autor Michael J. Hußmann

Montag, 01.05.2017   10:06 Uhr

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Der Steampunk-Jahrmarkt ist seit drei Jahren ein fester Bestandteil des Historischen Jahrmarkts in der Jahrhunderthalle Bochum. Bei diesem Event trifft sich die regionale Steampunk-Szene, auch weil dort Marktstände die genretypischen Accessoires und Gadgets aus dem Dampfmaschinenzeitalter feilbieten.

Fotograf Frank Altmann hatte in der Halle ein kleines Lichtset aus einer Grand 120 Softbox und einem Striplight von Hensel aufgebaut. Um die kostümierten Teilnehmer zu porträtieren, griff Altmann auf seine Fujifilm X-T2 mit einem leichten Tele zurück, dem XF 56mm F1.2 R, dessen hohe Lichtstärke es ebenso wie die Brennweite (umgerechnet 85 mm) für diese Aufgabe prädestinierten.

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Frank Altmann möchte sich auf keine Kameramarke festlegen. Für Pressefotos wählt er eine Nikon D810 oder die Canon EOS 5D Mark IV; im Studio arbeitet er mit Mittelformatkameras von Phase One und Leica. Er reist aber lieber mit leichtem Gepäck, einer Fujifilm X-T2 und ihrem Schwestermodell X-Pro2.

Diese spiegellosen Systemkameras sind vergleichsweise leicht - eine X-T2 wiegt inklusive Akku 507 g, nur gut die Hälfte einer Vollformat-DSLR. Auch die Objektive können aufgrund des kleineren APS-C-Bildformats kompakter und leichter ausfallen. Für Altmann ist das ein entscheidender Vorteil: "Ich habe am 11. Februar in der Jahrhunderthalle etwa acht Stunden lang fotografiert; da macht das Gewicht schon einen Unterschied."

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Die Vorteile einer relativ zierlichen Kamera statt eines wuchtigen Boliden haben aber auch eine psychologische Komponente: "Ich bin im People-Bereich zu Hause und fotografiere bevorzugt Porträts. Der Kontakt zu meinem Gegenüber ist für mich sehr wichtig, und ich möchte mich nicht hinter einem dicken Kamera-Body wie zum Beispiel der Nikon D810 verstecken. Ich merke immer wieder, dass die Leute ganz anders reagieren, wenn man die kleine X-T2 oder aber eine fette Profikamera in der Hand hat."

Der Unterschied zeigt sich insbesondere dann, wenn man es wie beim Steampunk-Jahrmarkt mit Amateuren statt mit professionellen Models zu tun hat: "Ich musste sie ganz schön pushen, um sie vernünftig in Szene zu setzen, und schnell das dafür nötige Vertrauensverhältnis aufbauen." Eine einschüchternde Kameraausrüstung wäre in dieser Situation hinderlich.

Auch in der Available-Light-Fotografie hat sich die X-T2 bewährt: "In der Jahrhunderthalle war es ziemlich dunkel und ich hatte immer nur sehr wenig Zeit zum Fotografieren. Es musste alles sehr rasch gehen, und dabei war mir der schnelle und trotz der schlechten Lichtverhältnisse sehr treffsichere Autofokus eine große Hilfe."

Photoshop oder "out of camera"

Dem Fotoshoot schließt sich die Bildbearbeitung an, um die sich Altmanns Kollege Dirk Sengotta kümmert. Welche Retusche- und Montage-Schritte für das Aufmacherbild nötig waren, beschreibt er in dieser Fotostrecke:

Frank Altmann gefallen aber auch die Filmsimulationen, die sich bei Fujis Kameras auswählen lassen - selbst noch im Nachhinein, wenn man Raw-Dateien mit dem integrierten Raw- Konverter der Kamera zu einem JPEG entwickelt. Hier stehen die Looks von Farbfilmen wie Provia, Astia und Velvia zur Wahl, aber auch der Schwarzweißlook einer Acros-Filmemulsion, einschließlich der Simulation des Korns.

Altmann arbeitet auch mit diesen Looks, die in der Kamera produziert werden: "Ich bin über die Qualität der Bilder begeistert, die Struktur der Stoffe und Materialien, die Schärfe und Auflösung."

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