Fotospaß "Stocking" Wenn sich Symbolbilder verdoppeln

Nach Planking und Horsemaning erreicht der nächste Fototrend das Web: das Stocking. Eine texanische Softwarefirma hat damit begonnen, Symbolfotos nachzustellen. Kuriose Bildvorlagen gibt es genug.

Screenshot von Stocking is the new planking : Je ähnlicher, desto besser

Screenshot von Stocking is the new planking: Je ähnlicher, desto besser


Wer kann eigentlich so schnell knipsen wie die Webtrends wechseln? Gerade erst hatten sich die Kreativen aufs Planking versteift, dann waren sie kopflos zum Horsemaning gewechselt. Und jetzt ruft eine texanische Softwarefirma, das Projekt202, schon den nächsten Fototrend aus: das Stocking. Willkommen im Kopier-Kosmos.

Beim Stocking geht darum, Bilder von Portalen wie Shutterstock und iStockphoto nachzustellen. Das sind Onlinearchive, die lizenzfreie Fotos für vergleichsweise geringe Preise anbieten. Ihre Fotos sind mal schick, mal kitschig, mal kurios. Auf jeden Fall geeignete Vorlagen zum Nachknipsen.

Mehr als 50 Remakes wurden auf der Website stockingisthenewplanking seit vergangener Woche bereits hochgeladen, darunter die müde Büroangestellte, der Kabelsalat-Kerl und der Bürostuhl-Surfer. Weil das Originalbild stets neben der Kopie gezeigt wird, kommt es beim Fotografieren auch auf die Kameraposition und den Gesichtsausdruck an. Je ähnlicher, desto besser.

Die Fotoagenturen dürften dem neuen Trend mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen: Einerseits werden sich die Stocking-Fans durch ihre Datenbanken klicken. Anderseits dürften die Hobbyfälscher schnell merken, dass sie dort eigentlich kein Bild mehr kaufen müssen. Sie können ja alles nachstellen.

Vorlagen fürs Stocking existieren jedenfalls genug. Allein iStock hat nach eigenen Angaben mehr als sieben Millionen Bilder im Angebot, vom verrückten Professor bis zum trinkenden Chirurg. Bei der Motivauswahl wird allerdings um Sparsamkeit gebeten: Weil die Macher der Stocking-Website die Originalbilder lizenzieren wollen, sollten die parodierten Bilder dort zwischen zwei und fünf Credits kosten, heißt es auf der Website.

Übrigens: Zumindest der Begriff "iStocking" findet sich im UrbanDictionary, einem Online-Wörterbuch für Slangausdrücke. Das Wort iStocking stehe demnach für "die mühsame Aufgabe, endlos nach günstigen Bildmaterial für Firmenkunden zu suchen, die sich weigern, ein ordentliches Fotoshooting zu bezahlen."

mbö



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