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Gravierende Sicherheitslücke: "Freak" betrifft auch Windows-Rechner

Computercode (Symbolbild): Sicherheitsexperten haben einen Weg gefunden, Browsern die Nutzung einer antiquierten Verschlüsselungsform aufzuzwingen Zur Großansicht
REUTERS

Computercode (Symbolbild): Sicherheitsexperten haben einen Weg gefunden, Browsern die Nutzung einer antiquierten Verschlüsselungsform aufzuzwingen

Die Sicherheitslücke "Freak" gefährdet mehr Nutzer als zunächst angenommen. Außer Android- und Apple-Geräten sind auch Windows-Rechner betroffen. Wir verraten, welche Browser das Problem nach jetzigem Stand nicht haben.

Die Schwachstelle "Freak" gefährdet Sicherheitsforschern zufolge auch Windows-Rechner. Am Dienstagabend, als die Lücke publik gemacht wurde, schienen zunächst vornehmlich Nutzer von Apple- oder Android-Geräten ein Sicherheitsproblem zu haben.

Microsoft warnt nun aber, dass ebenso alle noch unterstützten Windows-Versionen eine Schwachstelle haben, also beispielsweise Windows 7 und 8.1. Somit sind wohl auch Nutzer des Internet Explorers durch "Freak" gefährdet. Microsoft kündigte an, man werde nach der Untersuchung eine Lösung für das Problem liefern. Bis dahin gibt das Unternehmen einige Sicherheitstipps. Google und Apple hatten bereits Dienstag angekündigt, an Updates zu arbeiten, die das Problem lösen.

Der Tech-Nachrichtenseite "Heise" sagte der Sicherheitsforscher J. Alex Halderman von der Universität Michigan, dass die für den "Freak"-Test präparierten Server zunächst falsch konfiguriert waren. Deshalb hätten sie den Internet Explorer fälschlicherweise als sicher eingestuft.

Die Lücke "Freak" ermöglicht es Angreifern theoretisch, eigentlich geschützten Datenverkehr zu entschlüsseln, wenn die Zielperson mit einem bestimmten Browser von einem bestimmen Computersystem aus bestimmte Websites aufruft. Ob und in welchem Ausmaß solche Angriffe in der Praxis stattfinden, ist unklar.

Die Angriffe, die nur als gezielte Attacken funktionieren können, werden dadurch möglich, dass betroffenen Browsern die Nutzung einer antiquierten Verschlüsselungsform aufgezwungen werden kann. Zumindest Profis könnten diese Verschlüsselung mit heutiger Technik binnen Stunden knacken.

Dass die Verschlüsselungsform noch immer verbreitet ist, geht auf Regelungen aus den Achtziger- und Neunzigerjahren zurück, als es US-Firmen verboten war, effiziente Verschlüsselungstechnologien ins Ausland zu verkaufen. Das Verbot wurde Ende der Neunzigerjahre aufgehoben, die alte und längst unsichere Verschlüsselung verschwand jedoch nicht komplett.

Welche Browser gefährdet sind - und welche nicht

"Heise" hat am Donnerstagabend eine aktualisierte Liste betroffener Browser veröffentlicht. Prinzipiell gefährdet waren zu diesem Zeitpunkt:

  • der Standard-Android-Browser (sein Symbol ist eine blaue Weltkugel)
  • Safari (für iOS, OS X, Windows)
  • Chrome (nur die Versionen für Android und OS X, für letztere ist aber bereits ein Update erschienen)
  • Opera und Opera Mini (für Android, iOS, Linux, OS X)
  • Internet Explorer
  • und der Blackberry Browser

Stand Donnerstagabend waren folgende Browser nicht von der Sicherheitslücke betroffen:

  • Firefox (für Android, Windows, Linux, OS X)
  • Chrome (iOS, Linux, Windows)
  • Opera (Windows-Version)

Anwender, die wissen wollen, ob der Fehler auch sie betrifft, können dies mit einem Online-Test auf FreakAttack.com herausfinden. Ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht betroffen, erscheint oben auf blauem Hintergrund die Meldung: "Good News! Your browser appears to be safe from the FREAK attack."

mbö/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Test
alfredjosef 06.03.2015
Windows 7 system Mozilla Firefox bestand, Chrom auch, IE nicht
2. Drei Buchstaben Lücke?
meldor 06.03.2015
Soso, derzeit nur gezielter Angriff (man in the middle), dazu noch wird eine alte Schwachstelle ausgenutzt. Das riecht doch ziemlich streng nach einer Drei Buchstaben Regierungsagentur, wobei ich allerdings das Land dieser Agentur offen lasse. Das ist übrigens ein Beweis dafür, dass Verschlüsselung mit einer (Regierungs) Hintertür auf Dauer keine sichere Verschlüsselung ist.
3. Danke...
eagle29 06.03.2015
.... für den Schnell-Test !
4. Firefox doch betroffen?
f669842 06.03.2015
Zitat von alfredjosefWindows 7 system Mozilla Firefox bestand, Chrom auch, IE nicht
"Warning! Your browser is vulnerable to the FREAK attack. It can be tricked into using weak encryption if you visit a vulnerable website. We encourage you to update your browser right away." mit Firefox 36.0.1 auf Windows 7 (64 Bit) & aktivem Avast Free Antivirus. Sobald Avast deaktiviert ist, erscheint die Meldung "Good News! Your browser appears to be safe from the FREAK attack." Dieses Verhalten wurde bereits von anderen Nutzern auf heise.de beobachtet, also nicht in zu sehr in Sicherheit wiegen.
5. Überwachung ...
louis-winthorpe 06.03.2015
ist Diktatur. Das AUCH MS mit der kriminellen Drei-Buchstaben-Orga des Drei-Buchstaben-Imperiums zusammenarbeiten muss, so wie Google uns Apple, steht auch in den Snowden-Docs
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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