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Angriffe auf Router: Fritzbox-Hersteller veröffentlicht wichtiges Update

AVM-Fritzbox: Wichtige Updates veröffentlicht Zur Großansicht

AVM-Fritzbox: Wichtige Updates veröffentlicht

Der Router-Hersteller AVM hat am Wochenende Sicherheits-Updates für über 30 gefährdete Router veröffentlicht. Fritzbox-Besitzer sind dringend aufgefordert, das Update zu installieren und ihre Passwörter zu ändern.

Diese Sicherheitslücke schreckte Deutschlands Internetsurfer auf: In Millionen Haushalten stehen die Fritzboxen von AVM. In den vergangenen Wochen häuften sich Meldungen über Angriffe auf die Router. Fritzbox-Besitzer berichten von rätselhaften Anrufen zu teuren Mehrwertnummern in fernen Ländern - und daraus resultierenden horrenden Rechnungen.

Zunächst herrschte Rätselraten über die Methode und Reichweite des Angriffs. Jetzt gibt es Klarheit: Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle im Router aus, um über den nach außen offenen Port 443 in ihn einzudringen, Passwörter zu stehlen und die Premium-Nummern anzurufen.

Übers Wochenende hat AVM Sicherheits-Updates für 19 deutsche und zwölf internationale Router-Modelle veröffentlicht. Kunden von Kabelnetzbetreibern, die eine von ihrem Anbieter bereitgestellte Fritzbox vom Typ 6360, 6340 oder 6320 Cable nutzen, müssen auf ein entsprechendes Update noch warten. Die neue Software muss von ihren Anbietern zuerst geprüft und freigegeben werden.

Für diese Modelle stehen in Deutschland Updates zur Verfügung:

Fritzbox 7490, 7390, 7362 SL, 7360, 7360 SL, 7330 SL, 7330, 7320, 7312, 7272, 7270 v2/v3, 7240, 6842, 6840, 6810, 3390, 3370, 3272

Für diese außerhalb Deutschlands vertriebenen Modelle stehen Updates zur Verfügung:

Fritzbox 7490, 7390, 7360, 7340, 7330, 7272, 7270 v2/v3, 3390, 3370, 3272, 3270

Die Installation des Updates ist verhältnismäßig einfach. AVM hat eine leicht nachvollziehbare Anleitung für eine halbautomatische Installation bereitgestellt. Wer das Update lieber manuell installieren möchte, sollte dieser Anleitung folgen.

Doch wer die Sicherheitslücke stopft, ist noch nicht sicher. Weil Angreifer über die Lücke auch Router-Passwörter stehlen konnten, sollten Fritzbox-Besitzer das Router-Passwort ändern. Ist dieses Passwort auch an anderer Stelle im Internet in Gebrauch, sollte auch dort jenes Passwort geändert werden - etwa wenn Sie ihr Router-Passwort auch zum Schutz Ihres E-Mail-Zugangs verwenden.

Wie viele Fritzbox-Besitzer tatsächlich angegriffen wurden, ist nicht bekannt. Bislang hatte AVM von "einigen Dutzend Fällen" gesprochen. Einem Bericht von Radio Bremen zufolge sind jedoch weit mehr Fritzbox-Besitzer betroffen. Man gehe "derzeit von einer mittleren dreistelligen Zahl betroffener Kunden aus", zitiert der Sender einen Sprecher des Unternehmens Kabel Deutschland. Diese Zahl bezieht sich aber wohl nur auf Kunden dieses einen Internetanbieters.

Doch auch Kunden weiterer Provider sind betroffen, etwa von Unitymedia. Andere Anbieter, deren Kunden zum Teil ebenfalls Fritzboxen nutzen, erklärten Radio Bremen zufolge, ihnen seien derzeit keine Fälle bekannt: 1&1, Vodafone, die Telekom und die Telekom-Tochter Congstar. Allerdings berichtete "Der Westen" vergangene Woche von einem 1&1-Kunden, auf dessen Telefonrechnung sich durch Missbrauch seiner Fritzbox Kosten von über 4000 Euro angesammelt hatten.

fko

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Schaden
Walther Kempinski 10.02.2014
Wer kommt bei einem möglichen Schaden denn auf? AVM? Kulanz durch Provider? Die angerufene Zielrufnummer? (die ja irgendwie dahinter stecken muss --> cui bono)
2. Das ging schnell!
BiffBoffo 10.02.2014
Habe am Sonntag ein Update wohl von 1&1 bekommen. Also muss sagen das ging fix. Jeder der in der IT Arbeitet weiß um dieses Komplexe und Sensible Thema. Gute Arbeit!
3. ISDN? VoIP?
Tadeuz2 10.02.2014
Soweit ich es verstanden habe, sind nur VoIP-Anschlüsse davon betroffen - oder? ISDN-Anschlüsse müssten zumindest von teuren Telefonaten verschont bleiben. Ich werde jedenfalls nicht so schnell auf Internettelefonie wechseln!
4. lobenswert
Drake_De 10.02.2014
da ich auf meine fritzbox 7390 auch von aussen zugreiffe (NAS usw.) hatte ich den Fernzugriff über myfritz aktiviert. Da ich dabei eine email addresse angeben muss, kam mir das zunutze. AVM informierte mich per email am Donnerstag letzte Woche über das mgl Sicherheitsleck und beschrieb gleich geeignete Erste-Hilfe Maßnahmen (zweisprachig). Und informierte auch am Samstag per email über das neue Update der Version 6.03. So verhält man sich Vorbildlich. Danke AVM. Diesen Router-Hersteller kann man immer wieder empfehlen!
5. Dr.No
peterkamm-mueller 10.02.2014
Beachtlich, dass soetwas überhaupt noch möglich ist. Diese Router von AVM haben offensichtlich mehr Löcher, als ein schweizer Käse...das man so auch noch unfassbar teuer telefonieren kann, setzt dem ganzen ein I-Tüpfelchen auf.
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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Gekaperte Fritzboxen: Geheimnisvolle Telefonate

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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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