Fünf Millionen Betroffene: Sicherheitsexperten streiten um Android-Malware

Schädling oder nicht? Experten zweier Sicherheitsfirmen sind uneins darüber, ob eine Gruppe extrem aufdringlicher Gratis-Apps als Schadsoftware oder als Werbenetzwerk eigenordnet werden muss. Für die Betroffenen ist's egal, sie müssen versuchen, die neugierigen Lock-Programme wieder loszuwerden.

Android-Tablet: Bedroht durch Schadsoftware aus dem offiziellen Android Market? Zur Großansicht
AFP

Android-Tablet: Bedroht durch Schadsoftware aus dem offiziellen Android Market?

Mit der Popularität kommt die Gefahr. Seit das Smartphone-Betriebssystem Android wesentliche Marktanteile für sich beanspruchen kann, wächst das Interesse von Hackern und Spammern an dem von Google entwickelten System. Jetzt hat die IT-Sicherheitsfirma Symantec einen Warnhinweis über eine Reihe von Apps im Android Market veröffentlicht, die eine Schadsoftware enthalten sollen. Die als Android.Counterclank bezeichnete Malware sei eine "bot-artige Bedrohung, die Befehle empfangen und Aktionen ausführen und außerdem Informationen von dem Gerät stehlen kann", warnen die Experten.

Im hauseigenen Blog erklärt Symantec, bis zu fünf Millionen Android-Nutzer hätten die betreffenden Apps aus dem Android Market auf ihre Geräte geladen. Der "Computerworld" sagten sie, die Gefahr sei deshalb so schwer zu erkennen, weil der Schadcode nicht einfach auf an sich harmlose Anwendungen aufgepfropft ist, wie es sonst oft getan wird. Insgesamt seien 13 Apps betroffen, zu deren unerwünschten Aktivitäten auch Reklame gehöre, die auf den "befallenen" Geräten erscheine.

Also ein eindeutiger Trojaner, der aus dem Google-Angebot verschwinden muss? So eindeutig nicht, finden die Experten des Sicherheitsunternehmens Lookout Mobile Security. Sie schätzen die umstrittene Programmerweiterung zwar als eine "aggressive Form von Werbenetzwerk" ein, aber nicht als Malware. Es gebe kein Anzeichen, dass die Apps mit Titeln wie "Sexy Girls Puzzle" und "Hit Counter Terrorist" ein schädliches Verhalten an den Tag legen. Keine davon scheine für Identitätsdiebstahl oder Finanzbetrug ausgelegt zu sein.

"Einfach Schrott"

Doch egal wie man zu diesen Wortklaubereien stehen mag, lästig scheinen die von Symantec bemängelten Apps auf jeden Fall zu sein. Schon bei der Installation lassen sie sich vom Anwender umfangreiche Rechte, beispielsweise für den Zugriff auf und die Modifikation von Bookmarks zugestehen. Vorsichtige Smartphone-Nutzer müssten Aufhorchen, wenn ein simples Bilder-Puzzle derart umfangreiche Privilegien einfordert. Oft sei es allerdings so, dass die Nutzer derartige Warnmeldungen des Android-Systems einfach ignorierten, sagt Symantec-Manager Kevin Haley.

In den Nutzerbewertungen der Apps wimmelt es zudem von Hinweise, die warnen: Die Apps seien "einfach Schrott" oder "Zeitverschwendung". Ein Anwender beklagt sich konkret darüber, dass eine der genannten Apps ein Suchsymbol auf seinem Bildschirm platziert, das immer wieder auftauche, nachdem er es gelöscht habe. Ein Klick auf jenes Symbol würde eine Suchseite aufrufen, die der Google-Seite verblüffend ähnlich sehe.

Mittlerweile, so meldet Ars Technica, sind etliche der von Symantec genannten Apps aus dem Android Marketplace entfernt worden. Allerdings nicht wegen des Verdachts, sie seien Malware. Vielmehr haben sie offenbar teilweise gegen das Urheberrecht und gegen Googles Nutzungsbedingungen verstoßen. Der Vorwurf: Die Nutzerwertungen seien künstlich geschönt worden.

mak/meu

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Glauben die Android User eh nicht!
mactor2 31.01.2012
Wenn man als Apple User auf die Virenproblematik und Sicherheitsprobleme vom Android System hinweist heißt es immer es ist doch nicht so. Nicht schlimm. Stimmt nicht... Nun ja sehr wahrscheinlich glauben die den Artikel eh nicht. Hauptsache gegen Apple lästern wo es solche Probleme nicht gibt.
2.
mr.zoui 31.01.2012
Zitat von mactor2Wenn man als Apple User auf die Virenproblematik und Sicherheitsprobleme vom Android System hinweist heißt es immer es ist doch nicht so. Nicht schlimm. Stimmt nicht... Nun ja sehr wahrscheinlich glauben die den Artikel eh nicht. Hauptsache gegen Apple lästern wo es solche Probleme nicht gibt.
Dieses Problem gibt es auch bei Apple! Die Leute geben ja explizit ihre Zustimmung zu den angeforderten Rechten. Wenn Sie in der Shell *sudo rm -rf /* und danach ihr Passwort eingeben ist auch Ihre Festplatte leer.
3. sehr richtig
waldbaer 31.01.2012
Zitat von mactor2Wenn man als Apple User auf die Virenproblematik und Sicherheitsprobleme vom Android System hinweist heißt es immer es ist doch nicht so. Nicht schlimm. Stimmt nicht... Nun ja sehr wahrscheinlich glauben die den Artikel eh nicht. Hauptsache gegen Apple lästern wo es solche Probleme nicht gibt.
Wo sind die Kommentatoren die immer über die bösen Apple-Jungs lästern? Ganz genau das wird es so nämlich nicht geben, ich bin schon gespannt auf die Tablets mit Windows-System, herrlich. Aber Apple ist ja so teuer und so böse. «Die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber» heißt es ja so schön :-)
4. Hää???
mactor2 31.01.2012
Zitat von mr.zouiDieses Problem gibt es auch bei Apple! Die Leute geben ja explizit ihre Zustimmung zu den angeforderten Rechten. Wenn Sie in der Shell *sudo rm -rf /* und danach ihr Passwort eingeben ist auch Ihre Festplatte leer.
Was haben Virenverseuchte Apps und Sicherheitsprobleme mit dem -absichtlichen/bewussten/von mir gewollten- Aktionen zu tun? Und was haben Virenverseuchte Apps und Sicherheitsprobleme mit dem Zustimmen von AGB zu tun??? Fragen über Fragen... Fakt ist so was gibts nicht bei Apple. Jedes App wird vor dem Einstellen in den Shop geprüft. Jedes. Eigentlich gibt jeder gern etwas mehr für Sicherheit aus. Na ja oder auch nicht- und die Android Leute haben dann eben Zusatzkosten für Virenscanner, Ärger weil das Adressbuch gehackt wurde und alle Personen von einem zugespammt wurden... Wer es mag.
5. Läster
flukus 31.01.2012
"Apple-Jungs lästern?" Bitte schön ;) Smartphones sind - mehr oder weniger - vollwertige Computer. Daher gilt für sie exakt das selbe wie für jeden Desktop-Computer: man muss den Kopf einschalten, und stets aufmerksam beobachten, ob die Software das tut was sie soll. Berechtigungen und Bewertungen anderer User sind dabei hilfreich, und natürlich die Quelle. Das Problem sitzt meistens - ich weiß, der Spruch ist alt - ca. 50 cm vor dem Display. Und Anfällig sind die Handys alle. Jeder Computer, der Daten verwaltet, kann diese auch freigeben. Manchmal durch echte Sicherheitslücken, die gepatcht werden müssen, aber meistens Drückt der Anwender selbst den entscheidenten Knopf. Das kann bei Apple, Google, MS, Bada, Symbian passieren.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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