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diese Woche steht Hamburg ganz im Zeichen des G20-Gipfels. Die Stadt muss sich wohl auf harte Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Protestierenden gefasst machen. Erste Tumulte gab es bereits in der Nacht auf Montag bei der Räumung des Camps in Entenwerder (unteres Bild). Auch in sozialen Netzwerken ist der Kampf um die Deutungshoheit über den Gipfel - und das Vorgehen der Polizei vor Ort - bereits voll entbrannt.

Bildmaterial als vermeintlich handfester Beweis für die Verfehlungen der jeweiligen Gegenseite dürften entscheidend dazu beitragen, wie der Gipfel in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Deshalb wird auf allen Seiten fleißig gefilmt und in sozialen Netzen geteilt. Ein Livestream per Periscope-App aus der Sicht eines Demonstranten in Entenwerder, wo die Polizei ein G20-Protestcamp räumte, fand über 35.000 Zuschauer.

DPA

Die G20-Gegner posten unter anderem unter den Hashtags #NoG20 und #BlockG20 - und passend zur Boots-Demo auf der Alster gestern setzte sich auch #G20Protestwelle durch. Die Polizei hat dagegen für ihre Informationen auf sozialen Medien den Hashtag #G20HAM17 ausgerufen, wer nicht den offiziellen Behörden-Hashtag verwenden will, kann auch auf #G20HH ausweichen.

Wenn Sie sich für die Vorkommnisse rund um den kommenden Gipfel interessieren: SPIEGEL ONLINE wird ihn mit einem großen Aufgebot an Reportern vor Ort begleiten.

Hysterie um einen gesperrten Twitter-Account

Twitter

"Er hat Maas kritisiert. Damit wird er in Zukunft vorsichtiger sein, so der Plan der Zensoren": So oder so ähnlich lauteten zahlreiche Wortmeldungen auf Twitter, nachdem der Account von Piraten-Politiker Patrick Breyer mit mehreren Tausend Followern plötzlich als "gesperrt" angezeigt wurde. Manch einer vermutete gar, dass das am Freitag beschlossene Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Minister Heiko Maas sein erstes Opfer gefunden habe - dabei ist das Gesetz noch gar nicht in Kraft. Die offiziellen Accounts der Piratenpartei halfen zunächst auch nicht dabei, die Debatte abzukühlen. In einem Tweet der Bundespartei hieß es bedeutungsschwer , man habe nichts von Breyer gehört und hoffe, es gehe ihm gut.

Dann die überraschende Wendung: Twitter hat Breyers Account auf dessen eigenes Betreiben hin gesperrt. Er wolle fortan ein anderes Netzwerk nutzen, teilt er in einem Blogeintrag über die Aufgabe seines Twitter-Kontos mit, in dem er auch das Netzwerk kritisiert: "Twitter ließ mir nur eine Möglichkeit: das Ende unserer Beziehung. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer." Er entschuldige sich aber, dass er seine Follower nicht rechtzeitig über den Hintergrund seines Verschwindens aufgeklärt habe.

Abenteuer Wikipedia

Manchen Lesern sagt der Name Infocom bestimmt noch etwas. Infocom hat in den Achtzigerjahren legendäre Computerspiele wie "Zork", "Planetfall" und "The Hitchhiker's Guide to the Galaxy" entwickelt. Weil Computer damals noch lahme Kisten waren, kamen alle Titel ohne Grafik aus, basierten komplett auf Text. Die Bilder entstanden im Kopf des Spielers. Der Name dieses Genres: Text-Adventure.

Der Programmierer Kevan Davis hat sich das alte Spielprinzip nun als Vorbild für ein ungewöhnliches neues Projekt genommen: Für "Wikipedia: The Text Adventure" hat er die Wikipedia zum Textspielplatz gemacht. Ausgehend von verschiedenen Startpunkten innerhalb der Online-Enzyklopädie wandert der Spieler mit Textbefehlen von Eintrag zu Eintrag. Garniert wird das im Browser ablaufende Spiel mit pixelig verfremdeten Bildern aus den jeweiligen Artikeln. Ein klare Aufgabe ist dabei nicht zu erkennen. Aber das macht nichts, hier ist eben das Spiel das Ziel.


Seltsame Digitalwelt - eine Anekdote: Tschüss, WhatsApp
von Matthias Kremp

Christian O. Bruch/ laif

Am Wochenende hatte ich endlich Zeit, mich bei WhatsApp abzumelden. Ich wollte da raus. Mich nervten die aufdringlichen Nachrichten aus längst vergessenen Chat-Gruppen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Adressbuch, auf das man WhatsApp zugreifen lassen muss, um mitmachen zu dürfen.

Um vielen Freunden meinen Ausstieg bekannt zu machen, postete ich einen Screenshot auf Facebook. Es dauerte nur Minuten, bis mich die ersten Freunde beglückwünschten. Andere meckerten sofort rum, was ich denn bloß gegen WhatsApp hätte und dass Konkurrenzangebote viel schlimmer seien. Wieder andere berichteten, sie hätten das auch schon mal versucht, seien aber reumütig zu WhatsApp zurückgekehrt, weil man viele Menschen eben nur dort erreiche.

Aber was meinen Sie, liebe Leser? Kann und soll man ohne WhatsApp leben? Und wenn ja, was sind Ihre Alternativen? Schreiben Sie mir eine E-Mail.

Die App der Woche: Pixomatic
getestet von Sebastian Meineck

Qube

Mit Pixomatic lassen sich unmögliche Fotos erstellen: ein Urlaubsfoto aus dem Weltraum oder ein Bad in der Kaffeetasse. Im ersten Schritt stellen Nutzer auf einem Foto ein Objekt frei, im zweiten Schritt können sie den Hintergrund beliebig austauschen. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop kann Pixomatic nicht mithalten, auf die Schnelle liefert die App aber gute Ergebnisse.

Von Qube, 2,29 - 5,49 Euro: iOS, Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Women in tech speak frankly on culture of harassment" (Englisch, fünf Leseminuten)
    Das Silicon Valley hat ein Sexismus-Problem: In diesem wichtigen Text der "New York Times" erzählen Frauen in bemerkenswerter und seltener Offenheit, wie frauenfeindlich die US-amerikanische Tech-Szene ist.
  • "Wie es ist, mitten in einem globalen Hacker-Angriff zu stecken" (deutsch, drei Leseminuten)
    Die Warnung kam per SMS vom Administrator, doch da war es schon zu spät: Auf "Motherboard" erzählt ein Betroffener des Erpresserprogramms Petya.
  • "The hackers Russia-proofing Germany's elections" (Englisch, sieben Leseminuten)
    Ich finde es in vielen Fällen sehr interessant, wie ausländische Medien über Deutschland berichten. Dieser "Bloomberg"-Beitrag wirft einen Blick auf den Chaos Computer Club (CCC) durch die angelsächsische Brille - mit tollen Fotos.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,

Angela Gruber

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acepoint 03.07.2017
1. Eine komplizierte Beziehung
Zitat aus dem hier verlinkten Blogeintrag von Patrick Breyer: »Vielleicht weil ich mit dem Anonymisierungsdienst TOR im Netz unterwegs bin, blockte Twitter vor einigen Wochen den Zugang zu dem Konto und forderte eine Verifikation.« Das klingt aber ein wenig anders als eine profane Sperrung auf eigenes Betreiben, wie in dem Artikel beschrieben. Ist diese Tatsache so unwichtig? Mich hat der Bogeintrag von Patrick Breyer auf jeden Fall dazu gebracht, meine eigene, langjährige Beziehung zu Twitter gründlich zu überdenken. Ansonsten, Glückwunsch zum Löschen von Whatsapp.
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