Gangnam-Parodie: Astronauten tanzen "Nasa Johnson Style"
Raketen, Mondautos, Raumstationen: Nasa-Mitarbeiter haben eine Parodie auf "Gangnam Style" eingesungen. Aus dem erfolgreichen Popsong haben sie einen Werbeclip für die bemannte Raumfahrt gemacht - und lassen echte Astronauten tanzen.
Mehr als eine Milliarde Mal wurde "Gangnam Style" allein auf YouTube angeklickt, der koreanische Rapper Psy hat damit binnen fünf Monaten alle bisherigen Rekorde gebrochen. Deutsche YouTube-Nutzer können das Video zwar nicht abrufen, ein Entkommen gibt es vor dem Lied trotzdem kaum. Ob im Auto, im Baumarkt oder in der öffentlichen Bedürfnisanstalt: Der "Gangnam Style" ist allgegenwärtig.
Während das Original langsam aber sicher nervt, ist eine der zahlreichen Parodien wirklich sehenswert. Studenten, die am Johnson Space Center der US-Weltraumbehörde Nasa ein Praktikum absolvieren, haben aus dem geradezu sozialkritischen Lied eine Ode auf die Nasa-Wissenschaftler gemacht. In ihrem aufwendig produzierten Videoclip bringen sie damit sogar Astronauten zum Tanzen - unser Hype der Woche.
Die Raumfahrtbehörde nutzt das Video nun, um für sich Werbung zu machen. Auf YouTube hat der "Nasa Johnson Style" schon mehr als drei Millionen Klicks eingesammelt. Überhaupt feiert die Nasa gerade Erfolge im Netz: Das Team des Mars-Rovers "Curiosity" wurde bejubelt wie sonst nur Popstars, ein Mitarbeiter mit Irokesenfrisur wurde zum Internet-Mem. Da könnte man fast vergessen, dass kürzlich eine von der Nasa angekündigte Sensation schlicht ausfiel und die Behörde laut eines Expertenberichts reichlich ziellos arbeitet.
ore
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- Sonntag, 23.12.2012 – 18:56 Uhr
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Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.
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