Mohammed-Video: Schauspielerin scheitert mit Löschversuch
Aufgrund ihrer Rolle in dem Mohammed-Video "Innocence of Muslims" hat eine Schauspielerin Morddrohungen erhalten. Sie wollte den Film sperren lassen - vergeblich. Der Film bleibt in vielen Ländern unverändert online.
Hamburg - Auszüge aus dem Film "Innocence of Muslims" bleiben auch weiterhin auf YouTube zu sehen. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, wollte eine der Schauspielerinnen, Cindy Lee Garcia, erreichen, dass YouTube diejenigen Szenen aus dem Film schneidet, in denen sie auftritt. Der Richter lehnte ab, mit der Begründung, dass Garcia mit ihrer Klage wohl nicht erfolgreich sein werde.
YouTube selbst weigert sich, den Film zu sperren. Auf eine Bitte des Weißen Hauses zu überprüfen, ob das Video den Richtlinien der Videoplattform entspreche, gab es eine klare Antwort: "Der Film entspricht voll und ganz unseren Richtlinien und wird deswegen auch weiterhin zu sehen sein."
Zumindest in den USA. Denn in einigen Staaten, darunter Ägypten und Libyen, ist der Film nicht länger zu sehen. Das Machwerk hat für wütende Proteste in der muslimischen Welt gesorgt.
Garcia sagt, dass sie aufgrund ihrer Filmrolle sowohl ihren Job verloren als auch mehrere Todesdrohungen erhalten habe. Eigenen Angaben zufolge hat sie zuvor als Schauspielerin und in der Kinderbetreuung gearbeitet. Außerdem dürfe sie ihre Enkelkinder nicht mehr sehen, offenbar weil deren Eltern ihre Gegenwart für eine potentielle Gefahrenquelle halten.
In einem Interview mit dem Branchenblatt "The Hollywood Reporter" hatte Garcia zuvor außerdem betont, dass keiner der Schauspieler über den tatsächlichen Inhalt des Films aufgeklärt worden sei. Der Produzent des Films, Nakoula Bassely Nakoula, ist derzeit nicht auffindbar, auch die Klage Garcias konnte ihm bislang offenbar nicht zugestellt werden. Er hatte den Darstellern offenbar glaubhaft gemacht, sie spielten in einem Abenteuerfilm mit dem Titel "Desert Warrior" mit. Die Szene, in der die von ihr gespielte Person den Propheten beleidigt, sei im Nachhinein synchronisiert worden, sagte Garcia. Sie selbst habe nie den Namen Mohammed gesagt, sondern, drehbuchgemäß, "Master George".
Garcia ließ über ihren Anwalt mitteilen, dass sie weiter versuchen werde, gegen den Film vorzugehen.
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- Freitag, 21.09.2012 – 11:33 Uhr
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