Gebraucht und günstig Die schönsten Kamera-Oldtimer für die Fotochemie

5. Teil: Yashica 124-G - die Günstig-Rolleiflex


Kamera-Oldies / Yashica 124-G
Konrad Lischka

Kamera-Oldies / Yashica 124-G

Die japanische Mittelformat Yashica Mat 124 kam 1970 als günstige Kopie des Kameraklassikers Rolleiflex auf den Markt. Das Prinzip ist dasselbe: zweiäugige Mittelformatkamera mit Lichtschacht und fest verbautem Objektiv. Die Verarbeitung ist gut - bei dem Modell 124-G gibt es kaum Probleme mit ungewollt ins Kameragehäuse dringendem Licht. Die Kamera sind gebraucht recht günstig zu haben - ein tadellos funktionierendes Exemplar kann man für knapp 100 Euro kaufen.

Der Nachteil gegenüber der Pentacon Six liegt auf der Hand: Man kann die Objektive nicht wechseln. Dafür ist das Risiko geringer, mit mechanischen Problemen beim Filmtransport kämpfen zu müssen. Wer ein Modell ohne Anleitung erwischt: Kamerafan Mike Butkus hat eine digitalisiert.

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Nikkorex 29.12.2009
1. Yashica 124
Zitat von sysopEine Spiegelreflex für den Preis eines guten Abendessens - das gibt's! Wer auf Film fotografiert und Kameras gebraucht kauft, kann für wenig Geld mit Objektiven, Kleinbild- und sogar Mittelformat-Material experimentieren. SPIEGEL ONLINE stellt die Foto-Schnäppchen vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,669259,00.html
Mit der Yashica 124 hatten Sie bereits das letzte Exemplar dieser viel gebauten Kameraserie erwischt. Die Japaner begannen bereits in den Dreissiger Jahren, die erfolgreichen Zweiäugigen aus dem Deutschen Reich zu kopieren, zuerst Minolta, mit Unterstützung deutscher Techniker, dann Mitte der Fünfziger fast invasionsartig. Bereits 1954 erschien das erste Modell mit Yashica-Schriftzug (vorher noch Yashima), Mitte der Sechziger gab es deshalb bei Rollei erste Entlassungen, vor allem der lukrative US-Markt ging für die Braunschweiger immer mehr verloren. Der Grund: Die Japaner verwöhnten nicht nur durch niedrige Preise, sondern brachten auch moderne Technik mit, beispielsweise Minolta mit der Autocord-CDS (moderne CdS-Belichtungsmessung), Rollei konnte nur Selenmessung bieten, außerdem weigerten sich die Rollei-Bosse, eine Kamera mit "echten Wechselobjektiven" anzubieten! Das erledigte dann Mamiya, zuerst gab es da auch nur Rollei-Nachbauten, aber ab 1956 erschien die erste Zweiäugige (Mamiyaflex) mit einem ganzen Rattenschwanz auswechselbarer Objektive - immer zwei Stück miteinander verbunden. Dazu auch noch leicht zu wechseln! Da schaute Rollei (neben Leica der Standardausrüster deutscher Pressefotografen) ganz schön in die Röhre! Rollei konterte noch mit einer "echten einäugigen Systemkamera" (Rolleiflex SL66) und bedrängte damit Hasselblad, aber so richtig erfolgreich wurde sie auch nicht. Übrigens: Für die Yashica 124 erschienen auch Vorsätze als Weitwinkel- und Teleobjektiversatz, die Abblildungsleistung hielt sich aber in Grenzen. Dieses Jahr meldete Rollei die Insolvenz an - wirklich sehr traurig für alle Rollfilmfans, aber wer den digitalen Anschluß verpasste, blieb "auf der Strecke!" Peter Braczko, Gladbeck, Fotofachbuchautor
RogerT 29.12.2009
2. Wehmut...
Wehmut überkommt mich bei diesem Artikel. Mit der F3 habe ich Mitte der 1980er Jahre mein Geld verdient. Die Kamera war so robust, mit könnte man Nägel in die Wand schlagen und die hinterher damit fotografieren... Später bin ich zur digitalen SLR gekommen und habe dann noch recht viel für die F3 bekommen; für heutige €130.- hätte ich die nie verkauft; inzwischen bereue ich es manchmal, sie überhaupt verkauft zu haben - Wehmut halt...
Knütterer, 29.12.2009
3. Schnief...
Zitat von sysopEine Spiegelreflex für den Preis eines guten Abendessens - das gibt's! Wer auf Film fotografiert und Kameras gebraucht kauft, kann für wenig Geld mit Objektiven, Kleinbild- und sogar Mittelformat-Material experimentieren. SPIEGEL ONLINE stellt die Foto-Schnäppchen vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,669259,00.html
... da ich von 1970-1974 mein Marketing-"Handwerk" bei der damals legendären Marke POLAROID verfeinern konnte, habe ich aus dieser Zeit viele Kameras und Dummies retten können. Die POLAS sind bis auf eine SX-70 der ersten Serie alle per eBay zu guten Preisen in Sammlerhände gelangt. Eine Yashica 124 "G" habe ich noch in meinem Besitz und aus den Ruinen der Kamerawerke in Görlitz gibt es noch Objektive von 22-500mm ;-) . Dagegen ist der angesagte Digital-Kram einfach seelenlos !
C.Jung 29.12.2009
4. technische Leckerbissen
Zitat von RogerTWehmut überkommt mich bei diesem Artikel. Mit der F3 habe ich Mitte der 1980er Jahre mein Geld verdient. Die Kamera war so robust, mit könnte man Nägel in die Wand schlagen und die hinterher damit fotografieren... Später bin ich zur digitalen SLR gekommen und habe dann noch recht viel für die F3 bekommen; für heutige €130.- hätte ich die nie verkauft; inzwischen bereue ich es manchmal, sie überhaupt verkauft zu haben - Wehmut halt...
Ja, ich hab meine nie verkauft und gegen ein D3-Trumm wirkt sie wie eine elegante Diva; obwohl ich sie damals als eher klotzig empfand. Auf den Konfort einer digitalen DSLR will ich aber nicht mehr verzichten und die Bildqualität ist auch eher noch besser.
Patina, 29.12.2009
5. Leica?
Zitat von C.JungJa, ich hab meine nie verkauft und gegen ein D3-Trumm wirkt sie wie eine elegante Diva; obwohl ich sie damals als eher klotzig empfand. Auf den Konfort einer digitalen DSLR will ich aber nicht mehr verzichten und die Bildqualität ist auch eher noch besser.
Jaa, die F3 wäre eine feine Sache, die noch eingefrorenen Filme mal raus zu holen, die D700 Pause machen zu lassen und zu sehen, was die neuen Objektive mit Film so können. Technische Leckerbissen gibt es allerdings auch anderswo zuhauf: Minolta XD7 zum Beispiel, neulich für 25,- auf dem Flohmarkt geauft und ein 50/1.4 dazu für das Gleiche über Ebay. Oder gleich das "Original", die alten Leicas. R5, R6, da komm ich richtig ins schwärmen und die Objektive sind auch nach heutigen Massstäben allererste Sahne. Mit Adapter können sie auf modernen DSLRs zeigen, wozu sie in der Lage sind. Nostalgie ist also auch digital möglich...
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