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Gegen Google: Microsoft investiert 100 Millionen Dollar in Bing-Kampagne

Microsofts Versuche, Googles Erfolg auf dem Suchmaschinenmarkt Paroli zu bieten, scheiterten bisher kläglich. Mit Bing verfügt der Software-Konzern erstmals über ein ernstzunehmendes Konkurrenzprodukt - und das soll nun jeder erfahren: 100 Millionen Dollar sollen Bing zur bekannten Marke machen.

Seattle - Vor vier Jahren hat Microsoft sein Suchportal Live Search so unauffällig gestartet, dass die meisten Internet-Nutzer es bis heute nicht kennen. Dem Nachfolger Bing soll dieses Schicksal erspart bleiben. Der Software-Marktführer hat jetzt für 100 Millionen Dollar eine viermonatige Werbekampagne gestartet, um Bing bekannt zu machen.

Party: Microsoft ließ sich die Produktvorstellung von Bing eine Stange Geld kosten - nächtliche Lightshow über Seattle inklusive Zur Großansicht
AP

Party: Microsoft ließ sich die Produktvorstellung von Bing eine Stange Geld kosten - nächtliche Lightshow über Seattle inklusive

Der in den USA ausgestrahlte Werbespot stellt eine neue Krankheit fest: Das "Search Overload Syndrom" führe bei der Suche im Internet zu verbreiteter Konfusion. Zur Heilung bietet Microsoft sein neues Suchportal an: "It's time to Bing."

Der Kreativchef der mit dem Spot beauftragten Werbefirma, Ty Montague, sagt, es gehe in der Zeit der Wirtschaftskrise um die Botschaft, mit dem schnellen Auffinden günstiger Angebote beim Online-Shopping Geld zu sparen. Die Zeit des Überschwangs sei vorbei. Jetzt gehe es darum, schnell auf den Punkt zu kommen. In dieser Woche sind vier weitere Fernsehspots geplant, die dann eine eher humorige Note in die Bing-Werbung hineinbringen sollen.

Product Placement

In den Werbefilmen wird Bing nicht als Suchmaschine, sondern als "Entscheidungsmaschine" bezeichnet. Welche Funktionen das Suchportal konkret anbietet, wird aber nicht gezeigt. Das hebt sich Microsoft für eine Online-Werbekampagne auf. Außerdem nimmt das Unternehmen einiges Geld in die Hand, um den Namen "Bing" in US-Serienfilmen wie "The Philanthropist" unterzubringen.

Nach jüngsten Daten der Marktforschungsfirma ComScore hat die Internet-Suche mit Microsoft einen weltweiten Marktanteil von 2,8 Prozent - in den USA sind es immerhin etwa acht Prozent. Marktführer Google hat demnach weltweit einen Anteil von 62,0 Prozent, in Deutschland sind es sogar 80 Prozent.

ComScores Zahlen unterscheiden sich deutlich von denen konkurrierender Marktforschungsunternehmen wie Hitwise, Net Applications, Nielsen Netrating oder StatCounter. Sie alle sehen Google mit Marktanteilen bis über 90 Prozent noch weit deutlicher vorn, zum Teil aber Bings Marktanteil mit drei bis fünf Prozent weltweit auch schon optimistischer.

Der für Online-Geschäfte zuständige Microsoft-Manager Yusuf Mehdi sagte, mit Bing solle der Marktanteil innerhalb eines Jahres deutlich gesteigert werden. Aber "eine magische Veränderung von Marktanteilen über Nacht" sei kaum realistisch.

Jessica Mintz, AP

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Google-Herausforderer: Microsofts Bing


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