Geheimhaltung: Apple-Zulieferer droht Journalisten Prügel an
Rabiate Methoden bei Foxconn: Der chinesische iPhone-Hersteller arbeitet in Apples Auftrag und kopiert die Verschwiegenheit des US-Konzerns. Ein Reporter, der ein Foxconn-Werk von außen fotografieren wollte, bekam Ärger mit dem Sicherheitsdienst.
Longhua - Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hat am eigenen Leib erfahren, wie rabiat Zulieferer Apples Verschwiegenheitsdogma umsetzen: Der Journalist bekam den Hinweis, dass in einem Werk des Herstellers Foxconn in Guanlan, nördlich von Hongkong, für Apple gefertigt wird.
Das will sich der Reuters-Mann aus nächster Nähe ansehen. Er fährt laut seinem Bericht mit dem Taxi zu dem Fabrikgelände, fotografiert von der öffentlichen Straße aus den von hohen Zäunen umgebenen Komplex. Einige Sicherheitsmänner schreien vom Werksgelände herüber, der Reporter steigt ins Taxi. Dann stürmt ein Sicherheitsmann auf die Straße, blockiert das Taxi und droht dem Fahrer, ihn um die Lizenz zu bringen. Der Reporter steigt aus, erklärt, dass er das Recht hat, von einer öffentlichen Straße aus die Umgebung zu fotografieren.
Ein zweiter Sicherheitsmann kommt dazu, Foxconn-Mitarbeiter sammeln sich um das Taxi und beobachten das Geschehen. Die Wachleute wollen den Reporter auf das Firmengelände schleifen, er verlangt, freigelassen zu werden, reißt sich los, marschiert weg, ein Wachmann tritt ihm gegen das Bein. Der zweite Aufpasser droht Prügel an, falls der Reporter sich rührt. Wenig später kommt ein Wagen des Foxconn-Sicherheitsdienstes, der Reporter soll einsteigen, er weigert sich und ruft die Polizei.
Die Polizisten kommen wenig später, vermitteln und die Sicherheitsleute entschuldigen sich. Die Beamten erklären dem Reporter, er könne zwar eine Beschwerde einreichen. Sie erklären aber auch: "Das ist Foxconn und die haben hier einen besonderen Status. Wir bitten um Ihr Verständnis."
lis
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