Geheimhaltung: Apple-Zulieferer droht Journalisten Prügel an

Rabiate Methoden bei Foxconn: Der chinesische iPhone-Hersteller arbeitet in Apples Auftrag und kopiert die Verschwiegenheit des US-Konzerns. Ein Reporter, der ein Foxconn-Werk von außen fotografieren wollte, bekam Ärger mit dem Sicherheitsdienst.

Foxconn-Werk: In dem Komplex bei Guanlan soll der Zulieferer für Apple fertigen Zur Großansicht
REUTERS

Foxconn-Werk: In dem Komplex bei Guanlan soll der Zulieferer für Apple fertigen

Longhua - Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hat am eigenen Leib erfahren, wie rabiat Zulieferer Apples Verschwiegenheitsdogma umsetzen: Der Journalist bekam den Hinweis, dass in einem Werk des Herstellers Foxconn in Guanlan, nördlich von Hongkong, für Apple gefertigt wird.

Das will sich der Reuters-Mann aus nächster Nähe ansehen. Er fährt laut seinem Bericht mit dem Taxi zu dem Fabrikgelände, fotografiert von der öffentlichen Straße aus den von hohen Zäunen umgebenen Komplex. Einige Sicherheitsmänner schreien vom Werksgelände herüber, der Reporter steigt ins Taxi. Dann stürmt ein Sicherheitsmann auf die Straße, blockiert das Taxi und droht dem Fahrer, ihn um die Lizenz zu bringen. Der Reporter steigt aus, erklärt, dass er das Recht hat, von einer öffentlichen Straße aus die Umgebung zu fotografieren.

Ein zweiter Sicherheitsmann kommt dazu, Foxconn-Mitarbeiter sammeln sich um das Taxi und beobachten das Geschehen. Die Wachleute wollen den Reporter auf das Firmengelände schleifen, er verlangt, freigelassen zu werden, reißt sich los, marschiert weg, ein Wachmann tritt ihm gegen das Bein. Der zweite Aufpasser droht Prügel an, falls der Reporter sich rührt. Wenig später kommt ein Wagen des Foxconn-Sicherheitsdienstes, der Reporter soll einsteigen, er weigert sich und ruft die Polizei.

Die Polizisten kommen wenig später, vermitteln und die Sicherheitsleute entschuldigen sich. Die Beamten erklären dem Reporter, er könne zwar eine Beschwerde einreichen. Sie erklären aber auch: "Das ist Foxconn und die haben hier einen besonderen Status. Wir bitten um Ihr Verständnis."


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1. Von Don Vito lernen
gsm900 18.02.2010
Zitat von sysopRabiate Methoden bei Foxconn: Der chinesische iPhone-Hersteller arbeitet in Apples Auftrag und kopiert die Verschwiegenheit des US-Konzerns. Ein Reporter, der ein Foxconn-Werk von außen fotografieren wollte, bekam Ärger mit dem Sicherheitsdienst. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,678745,00.html
heisst drohen lernen: http://www.youtube.com/watch?v=JrLemLlBloY
2. Gute Story?
BadTicket 18.02.2010
Wenn das alles stimmt, dann ist das schon eine üble Sache. Nur, soll ich einem Reporter der über sich selbst schreibt alles glauben? Nur weil er Reporter ist, heisst es ja nicht dass alles war er berichtet auch wirklich so geschehen ist. Jeder Reporter braucht heute eine gute Story um im Datenwust noch wahr genommen zu werden, da lassen sich viele einiges einfallen um auf zu fallen... Ich will damit nicht sagen dass die Story falsch ist, aber was soll uns diese Story überhaupt sagen? Und sowieso: Es war ja klar, dass er nicht auf das Firmengelände kommt, was macht er also dort? Fotos von Gebäuden sagen gar nichts aus, aber mehr konnte er nicht erwarten. Natürlich ist das kein Grund um so behandelt zu werden, aber wäre nicht passiert und er hätte seine Fotos geschossen wäre keine Story daraus geworden. So gesehen haben die Wachleute komplett falsch gehandelt. In was für einer Zeit wir leben...
3. Und was hat das nun mit Apple zu tun und nicht mit Dell, Sony, Intel, usw.?
Flari 18.02.2010
Zitat von sysopRabiate Methoden bei Foxconn: Der chinesische iPhone-Hersteller arbeitet in Apples Auftrag und kopiert die Verschwiegenheit des US-Konzerns. Ein Reporter, der ein Foxconn-Werk von außen fotografieren wollte, bekam Ärger mit dem Sicherheitsdienst. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,678745,00.html
4. Das ist China
opitz2010 18.02.2010
Hier geht es weniger um die Marktpolitik von Apple als um die Frage, welchen Wert uns selbstverständliche Menschenrechte in China haben. Der Reporter kann von Glück sprechen, dass er da heil rausgekommen ist.
5. Kann ich mir auch hier vorstellen
vantast 18.02.2010
Glauben Sie, sie könnten unbelästigt Echelon oder ein Ministerium von öffentlichen Standorten fotografieren? Google hat doch schon Schwierigkeiten mit Hausbesitzern in Unterhosen bekommen, die Fotografieren von der Straße nicht zulassen wollten. Es ging nicht um Menschenrechte, es geht um Betriebsgeheimnisse. Heiraten Sie mal eine Afrikanerin, dann geht es auch nicht um Artikel 6GG (Schutz v. Ehe usw.), sondern nur um die Vermutung,daß Sie Betrüger sind und dafür sind die Ausländergesetze zuständig.
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  • Donnerstag, 18.02.2010 – 12:54 Uhr
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