Geldstrafe: Aufsichtsbehörde rügt Googles mangelnde Kooperation

Was ist bei Googles Street-View-Projekt passiert, wer war verantwortlich? Die US-Aufsichtsbehörde FCC wollte das herausfinden, denn der Konzern hatte auch private W-Lan-Daten mitgeschnitten. Das Unternehmen mauerte, nun gab es eine Geldbuße.

Street-View-Wagen von Google: Aufklärung "absichtlich behindert und verzögert"Zur Großansicht
dpa

Street-View-Wagen von Google: Aufklärung "absichtlich behindert und verzögert"

Als Google Kamera-Autos durch die Welt schickte, um für seinen Bilderdienst Street View die Straßen in aller Welt abzulichten, wurden nicht nur Fotos geknipst. Tatsächlich lokalisierten die Fahrzeuge auch W-Lan-Hotspots und schnitten dabei wohl versehentlich auch sonstige Dateninhalte mit, bis hin zu ganzen E-Mails, Web-Adressen und Passwörtern. Als die Angelegenheit 2010 herauskam, war die Aufregung groß.

Wenig später nahm die amerikanische Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte, die FCC (Federal Communications Commission), Untersuchungen über etwaige Rechtsverstöße Googles auf. Der Konzern erklärte die Datenpanne mit einem Versehen. Besonders groß scheint die "Beschämung", von der der Konzern damals sprach, nicht gewesen zu sein, genauso wenig wie die Bereitschaft, an der Untersuchung mitzuwirken.

Nun, gut anderthalb Jahre später, veröffentlichte die FCC einen 25-seitigen Zwischenbericht, aus dem deutlich die Frustration der Beamten über Googles Kooperation spricht. Das Unternehmen habe sich wiederholt geweigert, E-Mails und weitere Informationen herauszugeben. Auch die Namen der an den Vorfällen beteiligten Mitarbeiter seien zurückgehalten worden.


"Obwohl weltweit führend im Bereich der digitalen Suche, hat Google die Haltung eingenommen, dass die Suche nach den Namen seiner Angestellten 'eine zu zeitaufwendige und beschwerliche Aufgabe sei'", heißt es im Bericht (PDF). Auf das Ersuchen nach Offenlegung der für das Projekt Verantwortlichen habe Google sogar "einseitig festgelegt, dies würde 'keinem nützlichen Zweck dienen'".

Schließlich erklärten die genervten Behördenverantwortlichen, Google habe seine Ermittlungen "absichtlich behindert und verzögert" und belegten das Unternehmen mit einer Geldbuße. Die verhängte Strafe beträgt 25.000 Dollar.

Immerhin, so die "New York Times", habe die FCC auch festgestellt, die Street-View-Datensammlung an sich sei nicht illegal gewesen, weil die Daten nicht verschlüsselt worden seien. Eine Konzernsprecherin teilte am Samstag mit: "Wir haben in gutem Glauben daran gearbeitet, um die Fragen der FCC während der ganzen Untersuchung zu beantworten, wir freuen uns, dass sie zum Ergebnis gekommen sind, dass wir uns im Einklang mit dem Gesetz befinden."

meu

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insgesamt 3 Beiträge
stefanbodensee 16.04.2012
Diese Firma macht was sie will, offensichtlich ein typisches Verhalten von jenen Firmen, die irgendwann so groß sind, daß sie meinen über Recht und Ordnung zu stehen (oder das, was sie für Recht und Ordnung [...]
Diese Firma macht was sie will, offensichtlich ein typisches Verhalten von jenen Firmen, die irgendwann so groß sind, daß sie meinen über Recht und Ordnung zu stehen (oder das, was sie für Recht und Ordnung halten. Das kennen wir ja von Apple und Microsoft ganz ähnlich ... 25.00 Dollar - was für ein Witz !
gugugy 16.04.2012
Interessant, dass Google die "zufällig" eingesackten E-Mails nicht an die Schnüffler der FCC weitergereicht hat. Kaum zu glauben, dass Google damit Datenschutz betreibt und der NSA, die über der FCC steht, eine lange [...]
Zitat von sysopWas ist bei Googles Street-View-Projekt passiert, wer war verantwortlich? Die US-Aufsichtsbehörde FCC wollte das herausfinden, weil der Konzern vor anderthalb Jahren private W-Lan-Daten mitgeschnitten hatte. Weil der Konzern mauert, gab es nun eine Geldbuße. Geldstrafe: Aufsichtsbehörde rügt Googles mangelnde Kooperation - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827727,00.html)
Interessant, dass Google die "zufällig" eingesackten E-Mails nicht an die Schnüffler der FCC weitergereicht hat. Kaum zu glauben, dass Google damit Datenschutz betreibt und der NSA, die über der FCC steht, eine lange Nase zeigt.
daskänguru 16.04.2012
25000$ Strafe bei einer Firma die ca. 37Mrd.$ in Bar hat. Die ungefär 25000$ in der Minute Gewinn macht ist die Höchststrafe der FCC wohl er ein Witz. Auch wenn man zur Höchststrafe verurteilt wird, da kostet der Anwalt der [...]
Zitat von sysopWas ist bei Googles Street-View-Projekt passiert, wer war verantwortlich? Die US-Aufsichtsbehörde FCC wollte das herausfinden, weil der Konzern vor anderthalb Jahren private W-Lan-Daten mitgeschnitten hatte. Weil der Konzern mauert, gab es nun eine Geldbuße. Geldstrafe: Aufsichtsbehörde rügt Googles mangelnde Kooperation - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827727,00.html)
25000$ Strafe bei einer Firma die ca. 37Mrd.$ in Bar hat. Die ungefär 25000$ in der Minute Gewinn macht ist die Höchststrafe der FCC wohl er ein Witz. Auch wenn man zur Höchststrafe verurteilt wird, da kostet der Anwalt der Google dort vertreten hat bestimmt mehr in der Stunde. p.s. FCC Family Guy - The Freaking FCC - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=2NDPT0Ph5rA)
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  • Montag, 16.04.2012 – 10:52 Uhr
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Zum Autor
  • Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.


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Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications





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