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Geldwäsche-Vorwurf: Chef von Bitcoin-Börse verhaftet

Bitcoin-Münze: Behörden vermuten Geldwäsche bei BitInstant Zur Großansicht
DPA

Bitcoin-Münze: Behörden vermuten Geldwäsche bei BitInstant

US-Behörden haben zwei Männer verhaftet, darunter den Chef von BitInstant. Ihnen wird vorgeworfen, Nutzern des Drogenmarktplatzes Silk Road beim Umtausch von über einer Million Dollar in Bitcoin geholfen zu haben.

Charlie Shrem, der Chef von BitInstant, ist am Sonntag auf dem John F. Kennedy International Airport verhaftet worden, meldet die New Yorker Staatsanwaltschaft. Shrem soll einem Komplizen Krypto-Geld zur Verfügung gestellt haben, der unter dem Pseudonym "BTCKing" Nutzern der Drogenseite Silk Road beim Umtausch ihres Gelds in Bitcoin geholfen haben soll. Der mutmaßliche Komplize wurde am Montag in seiner Wohnung in Cape Coral, Florida, verhaftet.

Silk Road war ein Online-Drogenmarktplatz, den das FBI vergangenen Herbst geschlossen hatte. Neben Geldwäsche wird den Männern vorgeworfen, ohne Genehmigung Geldwechsel-Geschäfte betrieben zu haben. Insgesamt sollen sie gemeinsam mehr als eine Million Dollar von Silk-Road-Nutzern in Bitcoin umgetauscht haben. Angesichts der großen Transaktionen soll Shrem "BTCKing" Rabatte gewährt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Komplize seine Untergrund-Wechselstube von Dezember 2011 bis Oktober 2013 betrieben haben, die Zusammenarbeit mit Shrems Firma dauerte bis Ende 2012.

Winklevoss-Brüder haben investiert

Charlie Shrem hat sich als Vizepräsident der Bitcoin Foundation einen Namen gemacht, einer Art Lobbygruppe für die virtuelle Währung. Seine Börse BitInstant hat mittlerweile den Betrieb eingestellt, die Unternehmens-Website besteht nur noch aus einer leeren weißen Seite.

Schlagzeilen hatte BitInstant in der Vergangenheit durch ein Investment der Winklevoss-Brüder gemacht. In einem aktuellen Statement der Brüder heißt es, sie seien über Shrems Festnahme "zutiefst besorgt". Eine Sprecherin der Bitcoin Foundation wollte Shrems Verhaftung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht kommentieren.

Werden Shrem und sein 52-jähriger Komplize wegen organisierter Geldwäsche schuldig gesprochen, drohen ihnen allein dafür bis zu 20 Jahre Haft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Shrem auch selbst Drogen bei Silk Road gekauft haben.

mbö/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Bitcoin verunglimpfung
Giebenrath 28.01.2014
Wenn jemand mit einer Imbissbude Geld wäscht, dann versucht man immer Bilder von den Beschuldigten oder den Orten zu machen, man würde aber wohl kaum Bargeld als Foto nutzen. Hier wird dadurch dem Bitcoin ein schändliches Image verpasst dabei ist das eine sehr Transbarente, schnelle und einfache Art Vermögen weltweit zu transferieren. Bitcoin können wir ganz normales Bargeld, gestohlen werden, sie können zur Zahlung von Illegalen Geschäften genutzt werden, aber man kann damit auch legale Dienstleitungen und Waren bezahlen. Das alles ist mit Bargeld genauso möglich, nur würde man es dann nicht so oft erwähnen, dass es genutzt wurde.
2. Banken zahlen
MKP 28.01.2014
Der eigentliche Skandal an der Sache ist doch, dass die großen Banken riesige Gewinne mit Geldwäsche machen und vergleichsweise geringe Strafen zahlen müssen, wenn sie denn mal erwischt werden. Die verantwortlichen landen nie im Gefängnis (mir ist jedenfalls kein Fall bekannt). Der kleine Fisch von BitCoin wird hingegen sofort verhaftet. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
3. Unseriöser Beitrag
raumbefeuchter 28.01.2014
Mit einem Cap von ca. $10mrd ist BTC ein Mikrofisch im Weltweiten Geldtransfer. Die echten Geldwäscher tragen Nadelanzüge und sitzen in London, NY , Frankfurt etc.
4. die großen ...
louis-winthorpe 29.01.2014
und wahren Kapitalbanditen (Banken) schicken ihre Handlanger (Justiz) um eine wachsende ('systemische') Bedrohung im Keim zu ersticken...
5.
renee gelduin 14.02.2014
---Zitat--- Insgesamt sollen sie gemeinsam mehr als eine Million Dollar von Silk-Road-Nutzern in Bitcoin umgetauscht haben. Angesichts der großen Transaktionen soll Shrem "BTCKing" Rabatte gewährt haben. ---Zitatende--- wow, 1 mio Dollar... ich krieg mich vor Staunen fast nicht mehr ein. Das sind in einem Jahr pro Tag ganze 2.800 Dollar. Auf einer Börse... Unfassbar. Wie merkbefreit sind eigentlich die Leute, die für die dpa solche Artikel verfassen ?
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Zum Autor
  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.


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