Social Media Gema macht Stimmung gegen Kritiker

Die Gema hat das Internet entdeckt: In einem internen E-Mail-Newsletter an 33.000 Mitglieder informiert die Verwertungsgesellschaft über Proteste gegen ihre Tarifreform. Gegen Demonstrationen könne man nicht vorgehen, doch auf Netz-Protest wolle man "schnell und schlagkräftig" reagieren.

Protest gegen die Gema (am 25. August in Berlin): Tarifreform erzürnt Musikfans
DPA

Protest gegen die Gema (am 25. August in Berlin): Tarifreform erzürnt Musikfans


Am Donnerstag soll in mehreren Städten gegen die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema protestiert werden. Grund ist die umstrittene Tarifreform, nach der einige Clubs künftig deutlich mehr Abgaben zahlen sollen. Die Gema geht in einem internen Newsletter an ihre Mitglieder auf solche Proteste ein. In der E-Mail, die aus dem Juni stammen soll, heißt es zu den angekündigten Demonstrationen:

"Ein rechtliches Vorgehen der Gema dagegen ist - auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird - aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich."

Die Gema geht auch davon aus, dass die Proteste im Netz zunehmen. Um die zu kontern, werde eigens ein "Backup-Team" eingerichtet, das sich zur Wehr setze. Aufgabe dieses Teams soll sein, mit "lancierten Medienberichten" die Debatte zu "versachlichen". Gerade die Dynamik in Social Media erfordere, dass "schnell und schlagkräftig Posts und Tweets kommentiert" würden.

Gegenüber dem IT-News-Portal "Golem" bestätigte eine Sprecherin der Verwertungsgesellschaft die Authentizität des Textes, der von der hauseigenen PR-Abteilung an 33.000 E-Mail-Adressen versandt worden sein soll. Immerhin scheinen die Gema-Verantwortlichen tatsächlich in der elektronischen Gegenwart angekommen zu sein. Dem Vernehmen nach soll es sich um das erste Mal handeln, dass die Gema mit ihren Mitgliedern mittels E-Mail kommunizierte.

Wie diese Lancierung und Steuerung konkret aussehen sollen, wurde in dem Schreiben nicht näher erläutert. Auf Anfrage teilte die Gema mit, dass für Donnerstag und Freitag ein zusätzlicher Mitarbeiter den Social-Media-Dienst unterstützen werde. Der bestehe sonst in der Regel aus einer Person. Gema-Mitarbeiter kommentieren auch bisher schon Posts auf Facebook und Blogeinträge, um für die Position der Verwertungsgesellschaft zu werben.

meu

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insgesamt 41 Beiträge
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gatsue 06.09.2012
1. Gema
Bericht korrekt. Allerding sieht man hier, leider wieder einmal, die Unbedarftheit der GEMA im öffentlichen auftreten. Es geht einfach nicht in solch einem Schreiben sein Bedauern über das Grundgesetz auszudrücken. Liebe GEMA, lasst euch helfen! Ihr braucht dringend Hilfe!
barmbek1 06.09.2012
2. Danke,
...daß die GEMA den Bürgern das grungesetzlich verbriefte Recht auf Versammlungsfreiheit gewährt. Danke, Danke, Danke. Und herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Absendung von 33000 E-Mails. Sind sie denn auch angekommen?
snigger 06.09.2012
3. lancierte medienberichte
... etwa so, wie dieser artikel? ;-) naja ... wenn sich die GEMA mit postings und berichten in foren betätigen will ... soll sie es tun. helfen wird es wenig.
Mancomb 06.09.2012
4. Die GEMA
hat es sich doch schon vor Jahren mit der breiten Öffentlichkeit verscherzt. GEMA-Vermutung, der jahrelange Streit mit YouTube und jetzt die Gebührenerhöhung. Wer profitiert denn bitte davon außer Stars, deren Lieder eh öfter gespielt werden und der GEMA selber? Sorry, aber ein Angriff auf die Kritiker ist da mehr als kontraproduktiv. Warum die GEMA das nicht selbst sieht, ist mir schleierhaft.
twan 06.09.2012
5.
Seltsam, ich die GEMA ist ein wirtschaftlicher Verein, der nach Abzug eines kleines Verwaltungsbetrages alle seine Kohle an seine Mitglieder ausschüttet. Nun hat man es in liebevoller, jahrelanger Arbeit geschafft, eine so schlechte Reputation zu haben, dass man paid writer braucht. Wer bezahlt die? Kriegen die kleinen GEMA-Mitglieder nun noch weniger Kohle ausgeschüttet, weil die Verwaltungskosten steigen? Eigentlich müsste dafür das private Geld des Aufsichtsrates genommen werden, schließlich war man sehr bemüht in eine Lage zu kommen, aus der man sich jetzt raus schreiben muss. Ich freue mich auf den ersten paid writer hier.
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