Regelung gegen Geoblocking Onlineshopping in der EU ist jetzt einfacher

Onlinehändler in der EU müssen jetzt Kunden aus allen EU-Ländern dieselben Shoppingseiten und dieselben Preise zugänglich machen. Auf die Käufer können dadurch allerdings neue Aufgaben zukommen.

Symbol eines Einkaufswagens auf einer Tastatur (Symbolbild)
DPA

Symbol eines Einkaufswagens auf einer Tastatur (Symbolbild)


Seit Montag wird das grenzüberschreitende Onlineshopping innerhalb der Europäischen Union einfacher. Mit dem Stichtag 3. Dezember kommt die sogenannte Geoblocking-Verordnung der Europäischen Union zur Anwendung, wie das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz mitteilte. Sie verbietet Onlinehändlern, Kunden aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit oder ihres Wohn- oder Firmensitzes zu diskriminieren.

Bisher nämlich war es Onlinehändlern möglich, ausländische Käufer mithilfe des sogenannten Geoblockings von ihren Angeboten auszuschließen. So konnten Sie Kaufinteressenten aus anderen Ländern automatisch auf Webseiten in deren Heimatländern umleiten und dort beispielsweise höhere Preise verlangen.

Durch die neuen Regeln bekommen Kunden in der EU nun einen besseren Zugang zum Einkauf in anderen EU-Ländern: So darf einem deutschen Kunden beispielsweise nicht mehr der Zugriff auf einen französische Webshop verwehrt werden. Stattdessen gilt: Wer als deutscher Kunde in einem Onlineshop in Frankreich einkaufen möchte, darf nur noch mit seiner Zustimmung auf die deutsche Seite des jeweiligen Anbieters weitergeleitet werden.

Gleiche Zahlungsmittel für alle Kunden

Die Verordnung regelt den Angaben zufolge auch einen besseren Zugang zu Waren und Dienstleistungen. Wenn etwa ein Kunde aus Deutschland bei einem dänischen Händler, der nicht ins Nachbarland liefert, etwas bestelle, muss der Händler nach wie vor nicht nach Deutschland versenden. Er muss es dem deutschen Kunden aber ermöglichen, die bestellte Ware in Dänemark oder einem anderen EU-Land, in das er liefert, abzuholen oder den Transport von Dänemark nach Deutschland selbst zu organisieren.

Außerdem sollen für alle Kunden in der EU die gleichen Geschäftsbedingungen gelten. Damit muss ein Händler Kunden aus einem anderen EU-Land dieselben Zahlungsmittel gewähren, die er auch bei seinen inländischen Kunden akzeptiert.

Mit der Verordnung entfallen aber nicht alle Beschränkungen. So muss eine Bestellung nicht ausgeführt werden, wenn die Gefahr der Nichtzahlung droht. Es muss auch nicht geliefert werden, wenn es rechtliche Hürden gibt - beispielsweise bei der Lieferung von Feuerwerkskörpern.

Ausnahmen gelten außerdem für digitale Medien wie Software, Videospiele, Filme oder Musik sowie Finanz- und Verkehrsdienstleistungen. Ein Beispiel dafür sind Flugtickets.

mak/afp

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
lathea 03.12.2018
1. Ich freue mich jeden Tag.....
.....aufs Neue über solche Meldungen, aus denen hervorgeht, dass wir mit der EU zwar langsam, aber sicher vorankommen.
rastlos2 03.12.2018
2. Gleicher Preis?
... was gilt denn als Basis für den gleichen Preis, der Netto-Betrag oder der zzgl. der beim Kunden gültigen Umsatzsteuer?
Nonvaio01 03.12.2018
3. Danke
das problem hatte ich bei Amazon. Im Laden in Irland kostet die kaffemaschie 850, bei Amazon UK 750 und Amazon D 650. Konnte aber nie bei Amazon DE bestellen. Nun nehme ich einfach den DE preis und sage den UK leuten das ich das teil fuer den DE preis haben will...;-) Vor allem fuer Platformen wie Ebay und Amazon wird es probleme geben. da man auf Amazon de raten zahlung machen kann, in UK nicht wirklich. das mit dem liefern ist ok. DHL holt und liefert ueberall.
Nonvaio01 03.12.2018
4. ich denke der Brutto preis incl steuern
Zitat von rastlos2... was gilt denn als Basis für den gleichen Preis, der Netto-Betrag oder der zzgl. der beim Kunden gültigen Umsatzsteuer?
da es in der EU ueblich ist den preis mit steuern anzugeben.
eulenspiegel2k17 03.12.2018
5. Realitätsfremd
Gleiche Webseiten machen nur Sinn bei gleichen Lebensverhältnissen.
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