Geplante Internetsperren Australien lässt Provider filtern

Der ganz große Internetfilter ist Geschichte: Die Regierung in Australien hat sich mit Providern auf das Sperren von Kinderpornografie geeinigt. Die Unternehmen wollen nun Webseiten von einer offizielle Interpol-Liste blocken.

Interpol-Zentrale in Lyon (Archivbild): Australiens Provider filtern das Web
AFP

Interpol-Zentrale in Lyon (Archivbild): Australiens Provider filtern das Web


Australien hat seine Pläne für umfangreiche Netzsperren offiziell fallen gelassen. Die Regierung hatte Provider verpflichten wollen, bestimmte Websites ihren Kunden vorzuenthalten. Dabei ging es vor allem um die bildliche Darstellung von Kindesmissbrauch.

Stephen Conroy, Australiens Minister für Kommunikation, teilte am Freitag mit, dass man sich nun für eine Alternative zum großen Filter entschieden habe. Provider sollen den Zugang zu 1400 von Interpol beobachteten Websites blockieren, auf denen Gewalt gegen Minderjährige gezeigt wird.

Drei Provider folgen dieser Liste bereits seit 2010 und sperren den Zugang, ohne dass laut der australischen Zeitung "The Age" etwa die Internetgeschwindigkeit gelitten hätte oder Australier versehentlich von legalem Inhalt ausgeschlossen worden wären.

Kritiker hatten befürchtet, dass mit "Cleanfeed" eine Internet-Zensur eingeführt worden wäre. Nicht nur im eigenen Land, sondern auch international hatte Australien reichlich Gegenwind für diese Pläne bekommen. Neben Kinderpornografie sollten auch Anleitungen zu Verbrechen oder terroristische Inhalte auf eine schwarze Liste gestellt werden.

Obwohl auch der Ansatz, den Empfehlungen von Interpol zu folgen, eine Art von Netzsperre darstellt, begrüßte die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontiers Australia die Entscheidung und die Transparenz, mit der das Blocken bestimmter Seiten nun angegangen werde.

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insgesamt 9 Beiträge
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divStar 09.11.2012
1. Wegschauen sollte keine Option sein..
.. denn Internetsperren - in ganz gleich welcher Form - ist nichts anderes als Wegsehen. Seiten, die gegen Gesetze verstößen, müssen dafür belangt werden - egal, ob es sich dabei um KiPo oder terroristische Inhalte handelt. Allerdings alles im Rahmen eines ganz normalen Gerichtsverfahrens. internetsperren ist wie als würden von der Polizei einem die Vorhänge zugezogen werden, weil auf der Straße irgendwo eine Vergewaltigung oder Propaganda stattfindet - statt dass die Polizei mögliche Verbrechen aufklärt und Verbrecher zur Verantwortung zieht. Deswegen hasse ich nahe zu jede Art von Zensur.
hanfiey 09.11.2012
2. Installierung von Überwachungskultur
Natürlich kann die Infrastruktur auch anders genutzt werden. Handys waren ja mal auch bloß zum Telefonieren da und jetzt trägt fast jeder seine eigene Wanze mit sich rum und findet das auch noch toll.
mischasi 09.11.2012
3. Ähnlich wie in...
...Russland. Auch dort wurde kürzlich eine solche Sperre eingerichtet, doch dort deutlich mehr willkür beim sperren und mehr freiheiten für den Staat zum mitlesen. Eine meldung auf spiegel.de gabs aber nicht... wieso eigtl?
Jasro 09.11.2012
4. Guter Vergleich!
Zitat von divStar.. denn Internetsperren - in ganz gleich welcher Form - ist nichts anderes als Wegsehen. Seiten, die gegen Gesetze verstößen, müssen dafür belangt werden - egal, ob es sich dabei um KiPo oder terroristische Inhalte handelt. Allerdings alles im Rahmen eines ganz normalen Gerichtsverfahrens. internetsperren ist wie als würden von der Polizei einem die Vorhänge zugezogen werden, weil auf der Straße irgendwo eine Vergewaltigung oder Propaganda stattfindet - statt dass die Polizei mögliche Verbrechen aufklärt und Verbrecher zur Verantwortung zieht. Deswegen hasse ich nahe zu jede Art von Zensur.
Genau so ist es. Zumal Kriminelle und Kinderschänder sowieso schon lange Mittel und Wege kennen, ihre Aktivitäten im Netz im Verborgenen stattfinden zu lassen. Auf der anderen Seite muss die Meinungs- Rede und Pressefreiheit, die ja immer irgendwie in Gefahr ist - CSU-Strepp und sein Anruf beim ZDF lassen grüßen - jeden Tag aufs Neue mit Zähnen und Klauen verteidigt werden.
quark@mailinator.com 09.11.2012
5. Ausnahmsweise ...
Zitat von mischasi...Russland. Auch dort wurde kürzlich eine solche Sperre eingerichtet, doch dort deutlich mehr willkür beim sperren und mehr freiheiten für den Staat zum mitlesen. Eine meldung auf spiegel.de gabs aber nicht... wieso eigtl?
An SPON ist ja nun genug zu meckern :-) ... aber in diesem Fall haben Sie den Artikel übersehen. Da wurde ausführlich beschrieben, was in RU beschlossen wurde, welche Folgen das haben könnte, wie die Technik funktioniert, wer profitiert, etc. ... Das Dumme am Blockieren von Kinderpornografie ist, daß dadurch vermutlich immer neue Kinder mißbraucht werden ... irgendwie kontraproduktiv, wenngleich verständlich. Manchmal stimmen Herz und Hirn nicht überein :-(.
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