Australien hat seine Pläne für umfangreiche Netzsperren offiziell fallen gelassen. Die Regierung hatte Provider verpflichten wollen, bestimmte Websites ihren Kunden vorzuenthalten. Dabei ging es vor allem um die bildliche Darstellung von Kindesmissbrauch.
Stephen Conroy, Australiens Minister für Kommunikation, teilte am Freitag mit, dass man sich nun für eine Alternative zum großen Filter entschieden habe. Provider sollen den Zugang zu 1400 von Interpol beobachteten Websites blockieren, auf denen Gewalt gegen Minderjährige gezeigt wird.
Drei Provider folgen dieser Liste bereits seit 2010 und sperren den Zugang, ohne dass laut der australischen Zeitung "The Age" etwa die Internetgeschwindigkeit gelitten hätte oder Australier versehentlich von legalem Inhalt ausgeschlossen worden wären.
Kritiker hatten befürchtet, dass mit "Cleanfeed" eine Internet-Zensur eingeführt worden wäre. Nicht nur im eigenen Land, sondern auch international hatte Australien reichlich Gegenwind für diese Pläne bekommen. Neben Kinderpornografie sollten auch Anleitungen zu Verbrechen oder terroristische Inhalte auf eine schwarze Liste gestellt werden.
Obwohl auch der Ansatz, den Empfehlungen von Interpol zu folgen, eine Art von Netzsperre darstellt, begrüßte die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontiers Australia die Entscheidung und die Transparenz, mit der das Blocken bestimmter Seiten nun angegangen werde.
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