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Geschlechts-Option bei Facebook: Mehr als nur Mann oder Frau

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Soziales Netzwerk Facebook: "Sich authentisch darstellen"

Das soziale Netzwerk Facebook bietet seinen Mitgliedern künftig bis zu 50 Optionen an, um ihr Geschlecht zu definieren. Transgender-Menschen sind erleichtert. Von der klassischen "Mann oder Frau"-Abfrage fühlten sie sich diskriminiert.

In ihrer Selbstdarstellung bei Facebook sollen Nutzer künftig mehr auswählen können als nur "männlich" und "weiblich". Das soziale Netzwerk hat am Donnerstag für die Nutzer in den USA die zusätzliche Kategorie "custom" eingeführt. Hinter dieser Option verbergen sich 50 Alternativen zur klassischen "Mann oder Frau"-Einstellung. Mit Bezeichnungen wie androgyn, intersexuell und transsexuell sollen die Nutzer ihr Geschlecht exakter bestimmen können.

Die Mitglieder des Netzwerks sollen künftig zudem selbst entscheiden können, welches Fürwort sie bevorzugen. Diese Information wendet Facebook beispielsweise dann an, wenn die Nutzer in der Timeline darauf hingewiesen werden, dass ein Freund seinen Geburtstag feiert. Je nachdem, wie der Nutzer angesprochen werden will, heißt es dann: "Wünsche ihr" oder "wünsche ihm" alles Gute zum Geburtstag. Die Angabe des Geschlechts kann in Zukunft auch versteckt werden und wird je nach Einstellung nur bestimmten Freunden angezeigt.

In der Facebook-Ankündigung heißt es: "Diese Einstellung ermöglicht es Menschen, sich authentisch darzustellen." Die Beschreibung des Geschlechts spiele dabei eine entscheidende Rolle. Der Konzern hat die Geschlechts-Einstellungen zusammen mit einem Netzwerk von US-Organisationen erstellt, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen und Menschen mit bi- und transsexueller Orientierung einsetzen.

Zeigen, wer man wirklich ist

Aber auch eigene Mitarbeiter wie die Facebook-Entwicklerin Brielle Harrison haben den Konzern beraten. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte Harrison, dass es viele Mitglieder geben werde, für die eine solche Änderung nichts bedeute. "Aber für diejenigen, die es betrifft, bedeutet das alles." Harrison sagt, sie werde ihre Geschlechtsangabe bei Facebook von "Frau" zu "Transfrau" ändern. Ihrer Meinung nach gibt es viel zu oft nur die Auswahl zwischen Mann und Frau. "Das ist ziemlich entmutigend, denn dort lassen sie uns nicht die Möglichkeit, anderen zu erzählen, wer wir wirklich sind."

Derzeit können nur die Nutzer in den USA ihre Angaben zum Geschlecht über "weiblich" und "männlich" hinaus ändern. Nach Angaben von AP verhandle Facebook derzeit mit Aktivisten überall auf der Welt darüber, in welcher Form die Auswahl der Geschlechter auch in andere Länder übertragen werden kann.

Pioniere sind die Facebook-Entwickler mit der neuen Einstellung allerdings nicht. Auch einige Konkurrenten bieten mehr Auswahlmöglichkeiten an. Bei Google+ etwa können die Nutzer neben "männlich" und "weiblich" bereits sei längerer Zeit die Option "Sonstiges" auswählen.

jbr

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Wann kommt der erste Nörgler :)
user123456 14.02.2014
Ich warte schon darauf, dass es den ersten Kritiker dieser Regelung gibt und den Untergang der Familie kommen sieht.
2. Ich freu mich schon
Zergling_Baneling 14.02.2014
wenn ich mein Geschlecht als Zergling definieren kann. Aber mal im Ernst: Geschlecht = X und Y Chromosom = Mänllich oder Weiblich. Sowas sollte nicht als Geschlecht gestempelt werden, sondern als Sexuelle Orientierung. Ich hasse es, wenn man versucht das Biologische Geschlecht der Sexuellen orientierung gleichzusetzen.
3. Genau.
Victor Salomakhin 14.02.2014
Zitat von user123456Ich warte schon darauf, dass es den ersten Kritiker dieser Regelung gibt und den Untergang der Familie kommen sieht.
So siehts aus, und es kommen wieder die, die das ins Lächerliche ziehen wollen. Ich habe mich aber über die Zahl 50 gewundert. So wenig neue Geschlechter? Ich glaube, das ist nicht progressiv genug und wird in wenigen Jahren bereits als hoffnungslos rückwärts gewandt verschrien sein. Ein wenig mehr Ehrgeiz, zur gesellschaftlichen Avantgarde zu gehören, hätte ich dem Zuckerberg schon zugetraut. Besser wäre ein Freitextfeld gewesen.
4.
UdoL 14.02.2014
Zitat von user123456Ich warte schon darauf, dass es den ersten Kritiker dieser Regelung gibt und den Untergang der Familie kommen sieht.
Schätze, da ist eher der Anfang vom Facebook-Untergang zu erkennen. Solange alles läuft und steigt, kümmern sich die Betreiber nicht um so spezielle Dinge. Das war schon bei anderen so.
5.
CaptainSubtext 14.02.2014
Zitat von user123456Ich warte schon darauf, dass es den ersten Kritiker dieser Regelung gibt und den Untergang der Familie kommen sieht.
Mich wundert hauptsächlich, dass FB nicht schon viel früher auf die Nörgler reagiert hat, und dementsprechende Änderungen vorgenommen hat. Scheint so, also ob FB gar nicht so modern ist.
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