Die Software sei "eine verlässliche Lösung, um das Smartphone Ihres Kindes oder Angestellten zu überwachen", heißt es auf der Website des ePhone-Trackers, einem der Programme, die häufig als Beispiel für sogenannte Stalker-Apps genannt werden. "Geräuschlos zeichnet die Software alles auf, inklusive aller SMS-Nachrichten, GPS-Ortsdaten, besuchten Websites, hinzugefügten Kontakten und mehr. Die Log-Dateien werden direkt an Ihre E-Mail-Adresse geschickt." Tatsächlich gibt es diverse Softwareprodukte dieser Art, die in der Praxis wohl nicht nur Arbeitgeber und besorgte Eltern verwenden. Solche Software will der Rechtsausschuss des US-Senats nun weitgehend verbieten - allerdings mit einer Ausnahme, die auch für Hersteller ein Schlupfloch darstellen könnte.
Überprüfen lässt sich per Stalker-App beispielsweise, ob der Ehepartner den Nutzer betrügt, ein heimliches Installieren der Software genügt. Während das Stalken und Abhören anderer Personen in den USA illegal ist, gibt es bislang kein Gesetz, dass das Anbieten von Apps verbietet, deren typischer Einsatzzweck derartige Überwachung ist. Herstellervon Software wie dem ePhone-Tracker bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, möglicherweise macht sich auch die Person strafbar, die sie installiert und nutzt.
Für eine präzise Rechtslage könnte bald der US-Senat sorgen: Der Demokrat Alan Stuart Franken aus Minnesota hat einen Gesetzesentwurf ausgearbeitet, der das heimliche Versenden mobiler Standortdaten stoppen soll. Apps sollen den Smartphone-Nutzer künftig um Erlaubnis für den Datenversand fragen müssen, wie bei vielen Programmen bereits üblich. Damit würden die Stalker-Apps ihr wohl größtes Alleinstellungsmerkmal einbüßen, die Möglichkeit des unentdeckten Betreibens. Eine Ausnahme im Gesetzesentwurf soll es Eltern erlauben, Tracking-Software auf die Smartphones ihrer minderjährigen Kinder zu installieren. Für Hersteller würde das bedeuten, dass solche Programme weiter angeboten werden dürfen.
Am Donnerstag hat sich der Rechtsausschuss des Senats bereits für Frankens Entwurf ausgesprochen. Die Chance für das Vorhaben stehen damit gut, vor allem, weil laut "ArsTechnica" auch die Republikaner grundsätzlich eine Gesetzesreform befürworten. "Ars Technica" geht jedoch davon aus, dass das Gesetz erst 2013 weiter behandelt wird, im Dezember drehe sich nun alles um den Haushalt.
mbö
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