Gesperrte Nutzerkonten: Richter sucht nach Megaupload-Daten

Es kommt Bewegung in den Fall Megaupload: Ein Gericht will klären, ob frühere Nutzer ihre Daten zurückbekommen können. Die Seite war vom FBI ohne Vorwarnung wegen illegaler Kopien geschlossen worden - dabei verschwanden auch völlig legale Dateien.

Megaupload-Website vor dem Zugriff: Werbung für "unbegrenzten Zugriff" Zur Großansicht
AFP/ megaupload.com

Megaupload-Website vor dem Zugriff: Werbung für "unbegrenzten Zugriff"

Nach einem Dreivierteljahr könnte sich bald ein US-Gericht mit den Datenmengen ehemaliger Megaupload-Nutzer beschäftigen. Im Sommer war die Entscheidung, was mit den bei dem Filehoster gespeicherten Informationen passiert, vertagt worden. Kunden, die Megaupload legal nutzten, kamen nach der Schließung nicht mehr an ihre Daten heran und gingen rechtlich dagegen vor.

Jetzt hat ein Gericht eine Anhörung angesetzt, um sich ein genaueres Bild davon zu machen, wie und ob Nutzer ihr Eigentum wiederbekommen können. Bis zu 25 Petabyte (26 Millionen Gigabyte) an Daten sollen bei dem One-click-Hoster gespeichert worden sein.

Seit der Verhaftung des Gründers Kim Dotcom und seiner Mitarbeiter bangen jedoch frühere Kunden um ihre Daten. Sie argumentieren, dass auch Unmengen an legitimen Informationen bei dem Dienst liegen, auch wenn dieses der Anklage zufolge in großem Stil für die Verbreitung von Raubkopien benutzt wurde. Ähnlich wie Cloud-Dienste wie Dropbox soll Megaupload jedoch auch zur privaten Datenspeicherung genutzt worden sein.

So erzählt es auch Kyle Goodwin. Im Frühjahr hatte der US-Amerikaner mit Hilfe der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) auf Herausgabe seiner Daten geklagt. Der Unternehmer betreibt einen Dienst, der über Schulsportveranstaltungen berichtet. Die urheberrechtlich geschützten Videos, die er selbst produziert, speicherte er zur Sicherheit bei Megaupload ab. Im Januar seien seine Festplatten kaputtgegangen. Aufgrund der behördlich angeordneten Schließung von Megaupload kam Goodwin jedoch nicht mehr an seine Sicherheitskopien heran.

Laut EFF soll die jetzt angeschobene richterliche Anhörung feststellen, wo Goodwins Daten sind, was mit ihnen passiert ist und wie er sie zurückbekommen kann. Einen Termin gibt es demnach noch nicht. Das Gericht habe die Regierung und Goodwin jeweils darum gebeten, einen Vorschlag für die Anhörung vorzulegen.

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1. Wird auch Zeit
archon_short 05.10.2012
Von mir allein lagen dort zwischen 2 und 3 TB an Daten, deren Urheber ich bin und die ich nur in Teilen noch selbst besitze. Gerade für Musiker war es aufgrund der Stabilität und Datensicherheit bei MU eine günstige Alternative zu immer mehr eigenen Festplatten mit den Rohdaten der Projekte. Ich würde mich freuen, wenn ich wieder an meine Daten kommen würde.
2. Etwas spät.
manschu 05.10.2012
Etwas spät, oder nicht? Der Schaden ist längst entstanden.
3.
mr.ious 05.10.2012
Zitat von sysopAFP/ megaupload.comEs kommt Bewegung in den Fall Megaupload: Ein Gericht will klären, ob frühere Nutzer ihre Daten zurückbekommen können. Die Seite war vom FBI ohne Vorwarnung wegen illegaler Kopien geschlossen worden - dabei verschwanden auch völlig legale Dateien. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/gesperrte-nutzerkonten-megaupload-daten-a-859630.html
[QUOTE=sysop;11084189]Es kommt Bewegung in den Fall Megaupload: Ein Gericht will klären, ob frühere Nutzer ihre Daten zurückbekommen können. Die Seite war vom FBI ohne Vorwarnung wegen illegaler Kopien geschlossen worden - dabei verschwanden auch völlig legale Dateien. Ach...... Bewegung ? Das kommt also in den Fall. Irgendeine sinvolle wie stimmige Erklärung wäre viel interessanter. Aber egal, denn wie auf den SZ Seiten zu lesen ist, hat das Bundesverfassungsgericht die Rechtmäßigkiet der Rundfunkgebühr bei vorhandenem Internetanschluß bestätigt. Was noch viel bewegender ist, denn immerhin ist es jetzt sozusagen verfassungsgemäß, für eine technische Einrichtung eine *Rundfunk*gebühr zu entrichten, auch wenn es sich um eine *Nicht-Rundfunk* Einrichtung handelt. Und laut SWR-Justitiar Hermann Eicher, weil : "Das Bundesverfassungsgericht betont in diesem Beschluss die _Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen *Rundfunks*_ als herausragendes Rechtsgut" ....... Ganz einfach: These ∧ Antithese ∪ Synthese ∧ logisches "und" ∪ Vereinigung Z.B. ist bei Wiki. unter Dualismus zu lesen : "..Diese Entitäten stehen häufig in einem Antagonismus (im Extremfall bis hin zu Antinomien) oder einem Spannungsverhältnis, können aber als Polarität auch komplementär zueinander sein (z. B. Yin und Yang, Rechtsnormen)." Warum nicht mehr Kybernetik in die Verfassung ?
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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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