Gestensteuerung Wissenschaftler verwirklichen Google-Aprilscherz

Google hatte am 1. April scherzhaft angekündigt, das E-Mail-Programm Google Mail fortan mit einer Gestensteuerung auszustatten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der University of Southern California hat nun gezeigt, dass diese Idee wirklich funktionieren kann.

Google "G-Mail-Motion": Eigentlich nur ein Aprilscherz

Google "G-Mail-Motion": Eigentlich nur ein Aprilscherz


Mit dem Daumen über die Schulter zeigen, um eine E-Mail zu beantworten? Einen Finger wie eine Briefmarke anlecken und mit der Hand auf den Schenkel klopfen, um eine Nachricht zu verschicken? Genau das hat Google am vergangenen Freitag für seinen E-Mail-Dienst Google Mail versprochen. Verblüfft staunten Anwender über die Ankündigung von " G-Mail-Motion", der Gestensteuerung für E-Mails - bis sie das Datum bemerkten: Denn letzten Feitag war der erste April und die scheinbar innovative Lösung für das Mailen ohne Tastatur nur einer von diversen Aprilscherzen, die sich Google-Mitarbeiter ausgedacht hatten. Doch davon hat sich ein Wissenschaftler-Team nicht abhalten lassen und gezeigt, dass man Googles-Phantasie-System tatsächlich nachbauen kann, mit Hilfe der Kinect-Gestensteuerung für die Xbox 360.

Trotz der Spielkonsolen-Hardware: Ganz abwegig scheint die humorige Umsetzung der US-Forscher nicht zu sein. Kurz nachdem Google die Website mit dem Aprilscherz ins Netz gestellt hatte, meldeten sich die Wissenschaftler der University of Southern California in einem Youtube-Video zu Wort. In dem Clip führt Evan Suma vor, dass eine Körpersteuerung bei Google Mail funktionieren kann. "Nichts gegen die Genies bei Google", sagt Suma, doch Googles System "scheint noch ein wenig fehlerhaft zu sein". Darum habe man es einfach einmal nachgebaut.

Nur 30 Minuten habe es gedauert, seine Gestensoftware FAAST (Flexible Action and Articulated Skeleton Toolkit) an Google Mail anzupassen. Eigentlich hatte er die Software entwickelt, um sie im medizinischen Bereich einzusetzen. Die neue Version, die er im Video vorführt, hat er - ein Wortspiel - SLOOW (Software Library Optimizing Obligatory Waving) genannt.

In seinem Video führt Suma den Versuch selbst durch. Genau wie Google es im Aprilscherz-Clip vormacht, stellt er sich vor eine Kamera und bewegt die Hände, als würde er einen Briefumschlag aufreißen. Prompt öffnet sich in einem Fenster auf dem Bildschirm eine E-Mail. Dann zeigt Suma mit seinem Daumen über die rechte Schulter, um die Nachricht zu beantworten. Schließlich leckt er sich die Finger und klatscht sich auf den Schenkel: Die Mail wird verschickt.

Fast genauso sah die Aprilscherz-Technik aus, die Google-Produktmanager Paul McDonald per Videobotschaft angekündigt hatte. "Wenn wir E-Mails schreiben, verlassen wir uns immer noch auf veraltete Technologien wie die Maus oder das Keyboard", sagte McDonald. Dabei lasse der technische Fortschritt viel effizientere Interaktionen mit dem Computer zu. "Nun könnt ihr G-Mail mit eurem Körper steuern."

Dass die Technik funktionieren kann, haben die Uni-Mitarbeiter in ihrem Video jetzt bewiesen. Ob die Gestensteuerung für E-Mails tatsächlich eines Tages eingesetzt wird, bleibt trotzdem fraglich. Auch die Wissenschaftler zweifeln daran. Zwar funktioniere die Software, heißt es am Ende des Videos, aber dennoch sei die Anwendung "ziemlich lächerlich".

jbr

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insgesamt 5 Beiträge
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drspieler 05.04.2011
1. Wer will das haben?
Zitat von sysopGoogle hatte am 1. April*scherzhaft angekündigt, das E-Mail-Programm Google Mail fortan mit einer Gestensteuerung auszustatten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der University of Southern California hat nun gezeigt, dass diese Idee wirklich funktionieren kann. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,755003,00.html
Diese Wissenschaftler haben den Witz wohl immer noch nicht verstanden. Aber was tut nicht alles der Mensch, um sein Leben irgendwie auszufüllen.
peter_sumerauer 05.04.2011
2. Gesten als Stenographie
Zitat von sysopGoogle hatte am 1. April*scherzhaft angekündigt, das E-Mail-Programm Google Mail fortan mit einer Gestensteuerung auszustatten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der University of Southern California hat nun gezeigt, dass diese Idee wirklich funktionieren kann. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,755003,00.html
So lächerlich finde ich die Anwendung und auch die Demonstration in Googles Video nicht. Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sich mit Gesten verständigt - stumme und taubstumme Menschen. In einer Geste steckt oft eine Vielzahl von Worten. Ähnlich wie eine stenographische Abkürzung. Wenn ich mir vorstelle, wie effektiv geschriebene Texte entstehen könnten, wenn ich sie nur mit gelernten Gesten schreiben würde - ein mit zehn Fingern schreibender Mensch wäre dagegen sicher sehr viel langsamer.
Gallandor 05.04.2011
3. Gute Ideen muss man haben ..
Gab auch mal Leute die es für nen Witz hielten, dass Menschen fliegen könnten .. Naja die Geschichte versaute denen die Pointe aber ganz gewaltig, dank "Spinnern" wie Leonardo Da Vinci und den Gebrüdern Wright. Gestensteuerung ist der nächste logische Schritt, nach Mouse & Keyboard sowie Touchscreen. Was danach kommt? Wir rammen uns Matrix-mäßig nen 20cm Stecker in den Hinterkopf und vernetzen unser Gehirn direkt mit Computern. Ps. Blizzard hat sich auch einen Aprilscherz mit Gestensteuerung erlaubt .. ;) http://www.youtube.com/watch?v=uiZNtTLAwz8
javansejonge 05.04.2011
4. ...
Zitat von drspielerDiese Wissenschaftler haben den Witz wohl immer noch nicht verstanden. Aber was tut nicht alles der Mensch, um sein Leben irgendwie auszufüllen.
Die Wissenschaftler haben nichts gemacht, ausser eine bereits erfundene Technik innerhalb weniger Tage an diesen Scherz anzupassen. Was folgenden wissenschaftlichen Wert hat: - Man sieht wozu die eigenen Erfindungen und die von Microsoft wirklich in der Lage sind und hat wieder etwas, was zur Liste der bereits entwickelten Anwendungsbeispiele hinzukommt, es kann also Kunden und Unterstützern des Fachbereichs vorgestellt werden. - Man hat ein praktisches kleines Nebenprojekt, an dem sich zum Beispiel auch Studenten beteiligen können und die somit was lernen und ihre Laborpunkte voll kriegen. - Ich persönlich erkenne jetzt schon einen kleinen Nutzen, es ist wieder ein weiteres Projekt, welches eventuell in den nächsten Jahren auch die Grundlage für weitere Ideen im Bereich der Barrierefreiheit sein kann. Und zum Schluss, erst den Artikel lesen (und nciht nur die Überschrift) und dann posten, dann wäre Ihnen auch aufgefallen, dass der Wissenschaftler sein kleines Nebenprojekt selber nicht ernst nimmt und es, wie bereits geschrieben, nur eine Abänderung einer ohnehin schon erfundenen Technik ist, es ist also nichts was Millionen an Forschungsgeldern gekostet hat, sondern eher ein lustiges "Abfallprodukt".
avollmer 05.04.2011
5. Noch schneller ... really faast
Zitat von javansejongeDie Wissenschaftler haben nichts gemacht, ausser eine bereits erfundene Technik innerhalb weniger Tage an diesen Scherz anzupassen. Was folgenden wissenschaftlichen Wert hat: - Man sieht wozu die eigenen Erfindungen und die von Microsoft wirklich in der Lage sind und hat wieder etwas, was zur Liste der bereits entwickelten Anwendungsbeispiele hinzukommt, es kann also Kunden und Unterstützern des Fachbereichs vorgestellt werden. - Man hat ein praktisches kleines Nebenprojekt, an dem sich zum Beispiel auch Studenten beteiligen können und die somit was lernen und ihre Laborpunkte voll kriegen. - Ich persönlich erkenne jetzt schon einen kleinen Nutzen, es ist wieder ein weiteres Projekt, welches eventuell in den nächsten Jahren auch die Grundlage für weitere Ideen im Bereich der Barrierefreiheit sein kann. Und zum Schluss, erst den Artikel lesen (und nciht nur die Überschrift) und dann posten, dann wäre Ihnen auch aufgefallen, dass der Wissenschaftler sein kleines Nebenprojekt selber nicht ernst nimmt und es, wie bereits geschrieben, nur eine Abänderung einer ohnehin schon erfundenen Technik ist, es ist also nichts was Millionen an Forschungsgeldern gekostet hat, sondern eher ein lustiges "Abfallprodukt".
Nicht innerhalb weniger Tage - wenn man die Posting-Zeitmarke auf YouTube anschaut sieht man, dass es weniger als 10 Stunden waren.
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