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Archiv-Freigabe: Diese Getty-Bilder dürfen Sie jetzt gratis einbetten

Fotoagentur: Zehn Getty-Bilder, die Sie kostenlos einbetten dürfen Fotos
Getty Images

Millionen Profi-Fotos gratis: Getty Images gibt beachtliche Teile seines Archivs frei, jeder darf die Bilder online einbinden. Produkte darf man mit den Werken nicht bewerben, Blogs verschönern aber schon. Wir zeigen Ihnen zehn Fotoperlen.

Getty Images verändert sein Geschäftsmodell, zumindest in Teilen: Blogger und Redaktionen dürfen zahlreiche Bilder der Fotoagentur kostenlos nutzen, durch eine an YouTube-Videos erinnernde Funktion zum Einbetten des Materials auf Websites. Verwendet werden dürfen die Code-Schnipsel für "redaktionelle Zwecke", etwa in Blogs oder sozialen Netzwerken. Vorausgesetzt wird allerdings eine nichtkommerzielle Nutzung der Bilder.

Was aber ist unter kommerziell zu verstehen? Gegenüber dem "British Journal of Photography" konkretisiert Getty diese Formulierung: Wenn ein Blog Geld mit Werbung verdient, gilt das nicht als kommerzielle Nutzung im Hinblick aufs Einbinden der Fotos. Kommerziell sei für Getty Werbung für Dienste oder Produkte, nicht ein redaktionelles Angebot, das Geld über Anzeigen verdient.

Angeblich 35 Millionen Aufnahmen soll man bereits einbetten können, darunter aktuelle Fotos der Nachrichtenagentur AFP. Wie ein per Viewer eingebettetes Bild aussieht, zeigt unser Beispielfoto, auf dem Run DMC und die Beastie Boys zu sehen sind:

Neun weitere Bildbeispiele finden Sie in unserer Fotostrecke.

Gettys Strategiewechsel ist beachtlich. Bislang hatte die Firma eher den Ruf, die kostenlose Nutzung ihrer Aufnahmen verhindern als fördern zu wollen, im Zweifel auch mit rechtlichen Mitteln.

Die großen Bildagenturen liefern sich seit Jahren einen Preiskampf. Neue Kunden haben sie zuletzt vor allem mit niedrigeren Preisen umworben. Gettys Vorstoß dürfte daher auch von der Konkurrenz mit Interesse beobachtet werden: Zumindest auf der Privatkundenebene hat das Embed-Modell das Potential, den Markt durcheinanderzuwirbeln. Blogger könnten ihre bevorzugte Fotoquelle wechseln oder sich nun überhaupt erst für die legale Nutzung von Agenturfotos entscheiden. Die Folgen für Gettys klassisches Geschäft, zu dem der Bildverkauf an Werbetreibende zählt, dürfte dagegen gering sein.

Im Interview mit dem "British Journal of Photography" erläutert Getty-Mitarbeiter Craig Peters den Hintergrund der Entscheidung. Demnach sieht Peters die Embed-Strategie als sinnvollsten Ansatz, der illegalen Bildernutzung entgegenzutreten. Zahlreiche Nutzer hätten die Getty-Fotos bereits jetzt kostenlos genutzt, ohne Wasserzeichen, oft einfach per Rechtsklick von anderen Seiten übernommen. Angesichts dieser Situation scheint es Getty lieber, wenn offizielle Versionen der Bilder im Umlauf sind, samt Bildcredit und einem Link zum Verkaufsportal.

Langfristig könnte Getty Werbung schalten

Nebenbei bieten sich Getty weitere Möglichkeiten, durch die kostenlos angebotenen Bilder Geld zu verdienen. Einerseits könnte das Unternehmen Daten sammeln, wie häufig und in welchem konkreten Kontext seine Motive verwendet werden. Andererseits behält sich Getty das Recht vor, "im eingebetteten Viewer Werbung anzuzeigen oder seine Nutzung anderweitig kommerziell auszuwerten", ohne den Nutzer dafür entschädigen zu müssen.

Eine angesichts des Formats naheliegende Idee wären kleine Werbeeinblendungen am Fotorand, wie man sie von YouTube-Videos kennt - eine Idee, mit der Craig Peters bereits konfrontiert wurde. "Wir haben mitbekommen, was YouTube gemacht hat, um seine Embed-Möglichkeiten zu monetarisieren", sagte er "The Verge" dazu, "ich weiß nicht, ob sich das für uns eignen wird oder nicht."

Dagegen, dass sich Bilder in einem aus Firmensicht unpassenden Umfeld wiederfinden, hat sich Getty abgesichert. Wie es in den Nutzungsbedingungen heißt, behält sich die Firma das Recht vor, "Getty Images-Inhalte nach alleinigem Ermessen und ohne Vorankündigung aus dem eingebetteten Viewer zu entfernen". Der Nutzer verpflichte sich außerdem, "die Verwendung des eingebetteten Viewers und/oder der Getty Images-Inhalte auf Aufforderung umgehend einzustellen".

Wem also die langfristige Verfügbarkeit seiner Bebilderung wichtig ist, der sollte lieber vorsichtig mit der Embed-Funktion umgehen - und die Bilder nicht als geschenkt, sondern als geliehen ansehen. Einige weiterführende Gedanken zu den Chancen und Grenzen von Gettys Embed-Funktion finden sich beim "Nieman Journalism Lab".

mbö

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Mit Sicherheit nur der Ramsch,
abu_kicher 06.03.2014
der sowieso keine kommerzielle Bedeutung mehr hatte (siehe das RUN DMC Foto, was für ein Schrott!). Getty Images war schon immer sehr restriktiv und wird dies sicherlich auch bleiben. Aber SPON steigt drauf ein. Man könnte sagen ein klassischer PR Coup.
2. Hände weg von Getty
Bernd.Brincken 06.03.2014
Zitat von sysopGetty ImagesMillionen Profi-Fotos gratis: Getty Images gibt beachtliche Teile seines Archivs frei, jeder darf die Bilder online einbinden. Produkte darf man mit den Werken nicht bewerben, Blogs verschönern aber schon. Wir zeigen Ihnen zehn Fotoperlen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/getty-images-foto-agentur-gibt-bilder-zum-einbetten-frei-a-957186.html
Das ist eine vergiftete Frucht. Es wird immer wieder von Fällen berichtet, dass das Unternehmen gerade auch in Deutschland sehr klagefreudig ist, und ggf. auch die kleinste Chance und seine ganze Macht nutzt, um unbedarfte Internet-Nutzer hinters Licht zu führen und/oder von ehrgeizigen Rechtsverdrehern gebührenintensiv ausnehmen zu lassen.
3. Vorsicht
bartholomew_simpson 06.03.2014
Es gibt nichts umsonst. Mit dem Image-Viewer können Werbung (und evtl.) Viren bequem eingeschleust werden. Vom Datenhunger, der in bester Krakenart befriedigt werden will, braucht man gar nicht erst reden.
4.
spon-facebook-1338427715 06.03.2014
Getty hat damit vor allem die Möglichkeit den unbedarften Besucher eines Blogs zu tracken, indem sie einen Cookie setzen und damit ein Profil über alle Webseiten mit eingebetteten Getty-Bildern erstellen, die der Nutzer besucht. Schöne neue Welt. If something's for free, you're not the customer - you're the product being sold.
5. Man bezahlt mit seinen Daten
WakeUpNews 06.03.2014
Der Artikel verschwiegt (im Gegensatz zu anderen Medien, wo dies in dieselbe Berichterstattung integriert wurde) dass der User mit seinen Daten, Surfverhalten, Profil etc. "bezahlt". D.h. wie bei Google oder Facebook bisher schon ist man nun auch bei Getty nicht Künde, sondern man ist das Produkt... Finger weg, wem seine Daten heilig sind :-)
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