GIF-Suchmaschine Giphy: Ryan Gosling ist Wackelmeister
Mehr als 1400 Treffer gibt es allein zu Ryan Gosling. Mit Giphy haben zwei Entwickler eine eigene Suchmaschine nur für Wackel-GIFs vorgestellt. Eine Warnung: Mit den oft sehr witzigen Wackelbildern lässt sich eine Menge Bürozeit verschwenden.
Ein 26 Jahre altes Dateiformat aus den Anfangstagen des World Wide Web erlebt gerade eine Renaissance: das Graphics Interchange Format, kurz GIF. Im Gegensatz zu anderen gebräuchlichen Bildformaten können GIF-Dateien nicht nur statische Bilder, sondern auch Animationen enthalten. Weil ein animierter Clip schnell mal ein halbes Megabyte groß sein kann, sind Wackel-GIFs ohne ordentlichen Internet-Zugang eine Zumutung. Dank DSL, HSPA und LTE wird nun mehr gewackelt.
Allerdings ist die umstrittene Google-Bildersuche beim Finden von GIF-Dateien nicht besonders hilfreich. Dafür gibt es nun Giphy, eine neue Suchmaschine, extra nur für Wackelbilder. Die beiden Entwickler Jace Cooke und Alex Chung haben die Arbeit an der Suchmaschine im Dezember aufgenommen. Eine erste Version ist Anfang Februar gestartet. Mehr als 1400 Treffer gibt es zum Internetliebling und Hollywood-Schauspieler Ryan Gosling. Für Katzen sind es ein paar Hundert weniger.
Noch funktioniert allerdings nicht alles so, wie es soll. Das Techblog Gizmodo hat eine Liste fehlgeschlagener Suchen dokumentiert. Aber im Gegensatz zu anderen GIF-Suchen wie gifsearch.me liefert Giphy schneller Ergebnisse, sieht besser aus und verlinkt immerhin die Quelle. Viel mehr funktioniert bisher nicht, Tumblr-Integration oder Social-Media-Buttons fehlen noch. Aber gerade die Reduktion macht Giphy sympathisch.
ore
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- Donnerstag, 07.02.2013 – 06:47 Uhr
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Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.
- Wackelkandidat: Twitter startet Video-App Vine (25.01.2013)
- Juristisch heikel: Google macht seine Bildersuche größer (28.01.2013)
- Giphy
- Gizmodo: The First GIF Search Engine Is Hilariously Bad
- Tumblr: Quality Reactions
- gifsearch.me
für die Inhalte externer Internetseiten.
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