Facebook-Chef: Blog zahlt Kopfgeld für Zuckerberg-Fotos

Das Blog Gizmodo ruft offen zu einer Hetzjagd auf Mark Zuckerberg auf. Leser, die Schnappschüsse des Facebook-Chefs einschicken, sollen 20 US-Dollar bekommen. Schließlich glaube Zuckerberg ja selbst nicht an Privatsphäre. In US-Blogs trifft der Vorschlag auf Entsetzen.

Mark Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla Chan: Für jeden Schnappschuss 20 Dollar Zur Großansicht
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Mark Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla Chan: Für jeden Schnappschuss 20 Dollar

Gizmodo nennt es den "Summer of Zuck": Leser sollen Schnappschüsse von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg machen und einschicken. Als Belohnung zahle das Blog 20 Dollar für jedes eingeschickte Bild.

Die Begründung: Man wolle Zuckerbergs Leben öffentlich machen. "Für jemanden, der nicht an die Privatsphäre glaubt, ist Mark Zuckerberg furchtbar zurückhaltend", heißt es von Gizmodo-Schreiber Mat Honan. Zwar propagiere er die Kultur des öffentlichen Teilens, aber er selbst mache nur wenige Postings öffentlich, und seine Hochzeit habe er sogar vor seinen eigenen Freunden geheim gehalten, heißt es in dem Blog - vermutlich, um kein Aufsehen zu erregen.

"Das muss sich ändern", schreibt Honan, schließlich basiere das Geschäftsmodell von Facebook darauf, dass private Informationen und Erlebnisse öffentlich geteilt werden und dadurch indirekt zu Geld gemacht werden. Wenn der Facebook-Chef die Privatsphäre der Facebook-Nutzer für sich beanspruche, dann sei es nur fair, dass wir auch etwas von seiner besitzen.

"Verrückt und dumm"

Deshalb gebe es eine Prämie für aktuelle Bilder, die eindeutig Mark Zuckerberg zeigen - und zwar nicht auf einer Bühne oder bei einer Konferenz, sondern in ganz privaten Momenten. Das erste Bild - Zuckerberg auf Hochzeitsreise - ließ nicht lange auf sich warten.

Blogger-Kollegen zeigen sich entsetzt: "Warum zahlt Gizmodo, um Zuckerberg zu belästigen?", fragt Jordan Crook auf Techcrunch. Die Aktion sei "verrückt und dumm" und ruiniere den Ruf des Blogs, vor allem bei Facebook selbst.

Von einem "Kopfgeld" schreibt Leon Kaye auf Triple Pundit. Es sei nicht so einfach, den Konzern zum "bösen Imperium" zu stilisieren, wenn man bedenkt, dass das Netzwerk auch andere Internetgeschäfte wachsen und gedeihen ließe, nicht zuletzt Gizmodo mit seinen fast 422.000 Likes auf der Plattform. Und wer seine Daten bei Facebook in schlechten Händen vermute, der möge doch selbst einfach vorsichtiger damit umgehen.

Außerdem werde Zuckerberg doch schon von genügend Paparazzi gejagt, stimmt The Next Web in die Schelte ein. Dort hat aber der Autor Drew Olanoff einen Vorschlag für den Gejagten: Mark Zuckerberg solle am besten die Aktion untergraben - und selbst 500 Fotos von sich an Gizmodo schicken.

Auch bei "TechCrunch" gibt es gutgemeinte Tipps für den Facebook-Chef, um sich vor den selbsternannten Leserreportern zu schützen: "Kauf Dir einen schönen Hut und eine Sonnenbrille", so der Rat an Zuckerberg, "Es sieht nach einem langen merkwürdigen Sommer aus." Illustriert ist der "TechCrunch"-Post mit einem ziemlich privat aussehenden Foto von Zuckerberg und seiner Gattin.

juh

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insgesamt 6 Beiträge
aga100 12.06.2012
Da hat ja Bild seinen 'Leserreportern' schon mehr gezahlt, wenn die zwischen Sanitäter und Leichenwagen mit dem Handy noch schnell ein Bildchen abgezockt haben. $20? Lächerlich. Mein Vorschlag für Zuckerberg: er könnte $100 für [...]
Da hat ja Bild seinen 'Leserreportern' schon mehr gezahlt, wenn die zwischen Sanitäter und Leichenwagen mit dem Handy noch schnell ein Bildchen abgezockt haben. $20? Lächerlich. Mein Vorschlag für Zuckerberg: er könnte $100 für jedes Bild von ihm bieten, das gemacht wurde und nirgends sonstwo auftaucht. Und obwohl der Börsengang suboptimal für den Milliardär lief, sollte genug übrig sein, um $200 für Bilder vom Gizmodo Chef zu zahlen - mit $10.000 Prämie fürs peinlichste, prämiert von der Facebook Gemeinde. Ach ja bitte Leute, macht dem Volk doch auch mal den Spaß eines lustig anzusehenden Kriegs.
rvdf11974 12.06.2012
... wenn der Mann und seine Firma sich verpflichten keine privaten Daten herauszugeben, gelöschte Inhalte zu löschen, die Schnüffelei selbst im Offlinezustand zu beenden und Sicherheitslücken sofort zu schliessen. Ansonsten [...]
... wenn der Mann und seine Firma sich verpflichten keine privaten Daten herauszugeben, gelöschte Inhalte zu löschen, die Schnüffelei selbst im Offlinezustand zu beenden und Sicherheitslücken sofort zu schliessen. Ansonsten gute Aktion...
felsen2000 12.06.2012
Gute Idee. Man sollte alles, was man legal über ihn rauskriegen kann, sammeln. seine Vorlieben und Abneigungen, seine Verkehrsübertretungen und seine asoziale Art, mit Menschen umzugehen. Schließlich WILL Zuckerberg ja, dass [...]
Gute Idee. Man sollte alles, was man legal über ihn rauskriegen kann, sammeln. seine Vorlieben und Abneigungen, seine Verkehrsübertretungen und seine asoziale Art, mit Menschen umzugehen. Schließlich WILL Zuckerberg ja, dass das Privatleben abgeschafft wird, Dann soll the little evil man mal mit gutem Beispiel vorangehen.
frodosix 12.06.2012
Wenn Marc Zuckerberg entscheidet, dass er wenige Details seines Privatlebens öffentlich machen will, ist das sein gutes Recht. Ebenso hat jeder Mensch das Recht und die Möglichkeit sein Privatleben aus dem Netz zu lassen, in dem [...]
Wenn Marc Zuckerberg entscheidet, dass er wenige Details seines Privatlebens öffentlich machen will, ist das sein gutes Recht. Ebenso hat jeder Mensch das Recht und die Möglichkeit sein Privatleben aus dem Netz zu lassen, in dem man sich einfach nicht bei Facebook anmeldet oder zumindest nicht jeden Like-Button in Reichweite anklickt... so einfach ist das. Heutzutage sollte jeder wissen auf was man sich bei Facebook einlässt.
chinataxi 12.06.2012
erzähl das mal den leuten die via adressbuchupload like buttons oder z.b. gmx account unfreiwillig da landen. facebook legt über jeden user ein profil an, auch wenn die user es nicht wollen. von daher ist diese aktion [...]
Zitat von frodosixWenn Marc Zuckerberg entscheidet, dass er wenige Details seines Privatlebens öffentlich machen will, ist das sein gutes Recht. Ebenso hat jeder Mensch das Recht und die Möglichkeit sein Privatleben aus dem Netz zu lassen, in dem man sich einfach nicht bei Facebook anmeldet oder zumindest nicht jeden Like-Button in Reichweite anklickt... so einfach ist das. Heutzutage sollte jeder wissen auf was man sich bei Facebook einlässt.
erzähl das mal den leuten die via adressbuchupload like buttons oder z.b. gmx account unfreiwillig da landen. facebook legt über jeden user ein profil an, auch wenn die user es nicht wollen. von daher ist diese aktion gelungen.
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  • Montag, 11.06.2012 – 15:28 Uhr
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Soziale Netzwerke
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.





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