Glasfaser und 5G Telekom und Telefónica weiten Kooperation aus

Mindestens 5000 Mobilfunkstandorte der Telefónica wird die Telekom an ihr Glasfasernetz anbinden. Die beiden Anbieter wollen so den Netzausbau in Deutschland beschleunigen.

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Die Deutsche Telekom baut und betreibt das größte Glasfasernetz in Deutschland. Diese Infrastruktur wird künftig auch Konkurrent Telefónica nutzen. Die Telekom und die O2-Mutter wollen ihre seit 2011 bestehende Zusammenarbeit ausweiten, um den Mobilfunkausbau in Deutschland zu beschleunigen.

Die beiden Unternehmen erklärten am Montag, sie würden langfristig mindestens 5000 Mobilfunkstandorte der Telefónica an die Glasfaserinfrastruktur der Telekom anbinden. "Die Ressourcen, die wir einsparen, werden wir konsequent in den weiteren Netzausbau und die Entwicklung von 5G investieren", erklärte der Deutschland-Chef der Telekom, Dirk Wössner.

Der Chef von Telefónica Deutschland, Markus Haas, betonte, sein Unternehmen könne so den Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes beschleunigen und einen "signifikanten" Anteil der Mobilfunkstandorte "fit für 5G" machen. Laut "Golem.de" waren im Februar 2018 nur 20 Prozent der O2-Mobilfunkstationen an eine Glasfaserinfrastruktur angebunden.

Anbieter wollen möglichst wenige Auflagen bei der 5G-Frequenzversteigerung

Für Kunden beider Unternehmen wird sich hinsichtlich der Vertragsinhalte oder Rufnummern nichts ändern, versichern Telekom und Telefónica. Beide Mobilfunknetze werden weiter separat voneinander bestehen.

Die Anforderungen an die Mobilfunknetze aller Betreiber steigen ständig, betonen beide Unternehmen. Angesichts immer größerer Datenmengen und immer mehr mobiler Geräte seien neben der Übertragungsgeschwindigkeit auch Verfügbarkeit und Netzabdeckung wichtige Faktoren. Daher "greifen die Telekommunikationsanbieter auf partnerschaftliche Vorgehensweisen zurück" - auch ohne "regulatorische Eingriffe" des Staates, wie Telekom-Deutschland-Chef Wössner sagte.

Im Frühjahr 2019 soll die Versteigerung der Frequenzen für den nächsten Mobilfunkstandard 5G stattfinden. Es gibt Forderungen, die Mobilfunkbetreiber zu einer möglichst großen Abdeckung zu verpflichten. Die drei großen Anbieter Telekom, Vodafone und Telefónica hatten bei einem Treffen mit dem für die digitale Infrastruktur zuständigen Minister Andreas Scheuer (CSU) Mitte Juli aber verlangt, dass es bei der 5G-Versteigerung möglichst wenig Auflagen für sie gibt.

pbe/AFP

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insgesamt 5 Beiträge
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sven2016 08.10.2018
1. Wie üblich
Ja klar. Ausbau in wirtschaftlich weniger attraktiven Gebieten soll bitte dann der Staat subventionieren. Nur keine Auflagen für die 5G-Auktion.
hps 08.10.2018
2. Wenn wir die Gemeinschaftsaufgaben zu sehr privatisieren
In den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts wurde ganz Deutschland mit dem Kupferkabel Telefonnetz ausgebaut. Jeder der einen Antrag stellte, bekam einen Telefonanschluss. Mit der gleichen Übertragungs-Bandbreite. Keine Zweiklassen-, oder Mehrkassengesellschaft durch dickere oder dünnere Kabel. Alles konnte betriebswirtschaftlich ökonomisch in Gang gesetzt werden. Heute, trotz einer gewaltigen Steigerung der Fähigkeit des Informatios-Sektors, sind wir nicht mehr in der Lage, jedem Teilnehmer im Netz auch nur annäherungsweise den gleichen Zugang zu gewährleisten?
Peter Gabriel 08.10.2018
3.
Dann bitte mal in Ratingen-Breitscheid, Essener Str. anfangen. Hab da eine Freundin wohnen, da geht gar nix, kein Telekom, kein Vodafone oder O2. Weder Internet (Festnetz) noch Mobilabdeckung
camshaftinhead 08.10.2018
4. in Großstädten
wie hier Hannover ist O2 mit 4g gut vertreten. Zwischen Lehrte und Hämelerwald ist garkein Empfang. In Hämelerwald 3g bzw nur E. in der Feldmark zwischen Hämelerwald und Vöhrum wo niemand wohnt dann wieder 4g. Erklär mir mal bitte einer diese Unlogik.
Die Glasfaser 10.10.2018
5. Netzabdeckung prüfen
auf o2.de kann man die Netzabdeckung prüfen und evtl. eine Störungsmeldung machen
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