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Web-Player: Flash stirbt - langsam, aber unaufhaltsam

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"Occupy Flash": Steht die Anti-Flash-Bewegung vor dem Sieg? Zur Großansicht
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"Occupy Flash": Steht die Anti-Flash-Bewegung vor dem Sieg?

Mit Chrome blockiert auch der weltweit meistgenutzte Browser jetzt standardmäßig die meisten Flash-Inhalte. Der schleichende Tod der vielerorts verhassten Web-Technik ist offenbar nicht zu stoppen.

Wenn Sie mit dem Begriff "Flash" im Zusammenhang mit dem Internet etwas anfangen können, haben Sie vermutlich auch eine Meinung dazu. Und zwar vermutlich eine schlechte. Flash hat einen miesen Ruf. Viele hassen die Software regelrecht.

Die Technik, die heute von der Firma Adobe vertrieben wird, hat einst mitgeholfen, Bewegung ins Netz zu bringen. Mit Flash kann man Videos darstellen, interaktive Grafiken oder kleine Spiele, aber auch bewegte Werbung.

Gehasst wird Flash vor allem aus zwei Gründen: Es macht Webseiten langsamer - und unsicherer. Flash-Sicherheitslücken gab es allein in diesem Jahr in höherer Frequenz als Bahnstreiks. Außerdem frisst Flash Ressourcen und verbraucht damit viel Strom - auf Mobilgeräten ist die Technik deshalb schon seit längerer Zeit standardmäßig nicht verfügbar.

Steve Jobs hat im Jahr 2010 sogar einmal eine mehrseitige Tirade gegen Adobes Web-Technik veröffentlicht, ein ungewöhnlicher und damals ziemlich aufsehenerregender Schachzug des Apple-Gründers. Sogar eine "Occupy Flash"-Bewegung gibt es mittlerweile, die sich der endgültigen Vernichtung von Adobes Technik verschrieben hat.

Nun blockiert auch der meistgenutzte Browser Flash-Inhalte

Auch Amazon, Google, Facebook, also fast alle Großen des Netzes, verabscheuen Flash, mindestens ebenso sehr wie viele Nutzer es tun. Sie arbeiten seit Jahren am Tod der Software. Und das Ende naht. In aktuellen Versionen des Open-Source-Browsers Firefox ist Flash seit Juli 2015 standardmäßig blockiert, und seit dem heutigen Dienstag bekommen auch Nutzer von Googles Chrome-Browser kaum noch bewegte Flash-Inhalte zu sehen. Eine schon im Juni für Entwicklerversionen angekündigte Maßnahme wird nun auf alle Chrome-Versionen ausgeweitet.

Für die Zukunft von Flash ist diese Nachricht weit gravierender als die Abkehr von Firefox und Amazon von der Technik. Chrome ist, glaubt man den Statistiken des Unternehmens StatCounter, mittlerweile fast weltweit der meistgenutzte Browser.

Zwar haben alle Versionen von Microsofts Internet Explorer gemeinsam immerhin noch die Mehrheit, was die absolute Anzahl der Nutzer angeht, wie NetApplications angibt - aber die weit überwiegende Zahl aller Webseiten-Aufrufe läuft in fast allen Ländern auf dem Planeten mittlerweile über Chrome. In Europa beispielsweise ist Firefox nur noch in Deutschland der meistgenutzte Browser, auf dem gesamten restlichen Kontinent hat Googles Software die Marktführerschaft übernommen. Nord- und Südamerika sind sämtlich in Chromes Hand, Asien und Australien ebenso. Nur in Teilen Afrikas werden noch Firefox und Opera benutzt.

Weltkarte zur Browser-Nutzung: Die meisten Aufrufe laufen über Chrome (grün)
StatCounter Global Stats

Weltkarte zur Browser-Nutzung: Die meisten Aufrufe laufen über Chrome (grün)

Mit anderen Worten: Browser, die Flash standardmäßig unterstützen, sterben aus. Das wird der Web-Technik über kurz oder lang den Garaus machen, denn wer will, dass seine Nutzer auch sehen können, was auf der eigenen Seite stattfindet, der wird in Zukunft auf Flash verzichten. Viele Seiten haben ohnehin längst auf den neuen, offenen Standard HTML5 umgestellt, darunter auch Giganten wie YouTube.

Das tun übrigens auch wir hier bei SPIEGEL ONLINE. Alle aktuellen Inhalte auf unseren Seiten lassen sich bereits jetzt ohne Flash-Player ansehen, das gilt auch für Videos, allerdings bislang nicht für die von SPIEGEL.TV. Auch einige ältere Inhalte wie aufwendige Multimedia-Formate sind noch nicht umgestellt. An all dem arbeiten wir.

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insgesamt 120 Beiträge
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1. Naja Alternative?
pommbaer84 01.09.2015
Bisher nutzen viele Internetseiten aber noch Flash - die Browser zeigen lediglich eine Warnmeldung, so dass man im Zweifel Flash manuell wieder aktivieren muss. Bei Firefox lässt sich dies aber auch dauerhaft wieder einschalten.
2. Spon
treime 01.09.2015
.... ihr solltet da mal mitziehen. Allein euer Videoplayer nervt. Flash muss weg, auch wenn viele ihre Flash-Spieleseiten vermissen werden. Aber dann werden auch die sich umstellen müssen.
3.
detlef.drimmer 01.09.2015
"Für die Zukunft von Flash ist diese Nachricht weit gravierender als die Abkehr von Firefox und Amazon von der Technik. Chrome ist, glaubt man den Statistiken des Unternehmens StatCounter, mittlerweile fast weltweit der meistgenutzte Browser. " Das kann ich glücklicherweise bei den von mir betreuten Websites nicht bestätigen. Was ich aber bestätigen könnte ist, dass die Google-Chrome-Nutzer nicht zur kaufaffinen Kundschaft gehören.
4. Und er (Steve Jobs) hatte recht!
blaq 01.09.2015
R.I.P. Adobe Crash Player! (Vgl. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/offener-brief-steve-jobs-prophezeit-das-ende-von-adobes-flash-player-a-692162.html) Die Netzgemeinde dankt :-)
5.
casa123 01.09.2015
Würde es begrüssen, wenn Adobe gleich mitsterben würde.
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