Google-Browser: Chrome kommt für iPhone und iPad

Aus San Francisco berichtet

Googles hauseigener Browser Chrome wird künftig auch auf iOS-Geräten laufen. Das kündigte der Suchmaschinenkonzern bei seiner Entwicklerkonferenz Google I/O an. Chrome soll nun synchronisiertes Surfen über diverse Geräte erlauben.

Chrome-Manager Sundar Pichai: Google bespielt Apples i-Familie Zur Großansicht
REUTERS

Chrome-Manager Sundar Pichai: Google bespielt Apples i-Familie

San Francisco - Google-Manager Sundar Pichai, im Konzern zuständig für den Chrome-Browser und das Betriebssystem Chrome OS, hatte Zahlen zum Prahlen mitgebracht. 2,3 Milliarden Menschen nutzten das Internet, sagte Pichai, und 310 Millionen davon seien aktive Nutzer von Google Chrome.

Um diese Zahl weiter zu erhöhen, hatte Google zwei Ankündigungen im Gepäck. Zum einen wird der Chrome-Browser künftig auch für Apples i-Geräte zur Verfügung stehen, für iPad und iPhone also. Zum anderen soll ein eingeloggter Google-Nutzer künftig auf allen seinen Geräten einen Browser im gleichen Zustand vorfinden - bei der Arbeit geöffnete Tabs öffnen sich automatisch, wenn der Browser am Rechner zu Hause oder unterwegs auf Handy oder Tablet gestartet wird. Auch die Browsing-History wird so synchronisiert.

Google-Manager Brian Rakowski führte vor, wie er auf einem Laptop nach einem Restaurant suchte und anschließend auf einem Nexus-7-Tablet den "Zurück"-Button des Browsers betätigte, um zur gespeicherten Suchanfrage zurückzukehren. All das setzt selbstverständlich voraus, dass man Chrome stets als eingeloggter Nutzer bedient und Google seine gesamte Such- und Browsing-Geschichte protokollieren lässt.

Viele Nutzer dürften allerdings ohnehin mehr oder weniger ständig bei Google eingeloggt sein - Googles Maildienst Gmail habe mittlerweile weltweit 425 Millionen aktive Nutzer, erklärte Pichai. Und wer Gmail nutzt, ist bei Google eingeloggt.

Weitere Neuerungen im Zusammenhang mit Googles Cloud-Diensten betreffen die kürzlich gestartete Online-Festplatte Google Drive und die Dokumenten-Anwendung, die in Deutschland "Text und Tabellen" heißt. Letztere soll künftig auch dann weiter funktionieren, wenn der Rechner gerade keine Internetverbindung hat. Bearbeitungen an Dokumenten werden automatisch mit der Datenwolke synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung besteht.

Google Drive, die Online-Festplatte à la Dropbox, die Google seit kurzem anbietet, bekommt Funktionalität dazu, die man bislang von Diensten wie Evernote kennt: Auch gescannte Dokumente lassen sich künftig im Volltext durchsuchen. Demonstriert wurde die gleiche Funktionalität sogar für Fotos: Eine Suche nach "Pyramiden" in einem privaten Fotoalbum warf in der Demonstration tatsächlich ein Bild mit Pyramide im Hintergrund aus. Google scheint hier seine für die "Goggles" genannte Bildersuche entwickelte Bilderkennungstechnik auf die privaten Datenbestände seiner Nutzer anzuwenden, um Muster und Formen auf Fotos zu erkennen. Auch diese Funktionalität dürfte bei Datenschützern nicht auf große Gegenliebe stoßen.

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1. Datenmüll
arbeitsmigrant 29.06.2012
Zitat von sysopREUTERSGoogles hauseigener Browser Chrome wird künftig auch auf iOS-Geräten laufen. Das kündigte der Suchmaschinenkonzern bei seiner Entwicklerkonferenz Google I/O an. Chrome soll nun synchronisiertes Surfen über diverse Geräte erlauben. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,841600,00.html
Bevor die Damen und Herren von Google sich mit der Konkurrenz beschäftigen, sollten sie erst einmal dafür sorge, dass es für Android einen vernünftigen Browser gibt. Wenn man Safari mit den Browsern für Android vergleicht, wünschte man sich da Apple Safari nach Android portiert. Nicht einmal Google Chrome, der beste Browser für Windows, funktioniert vernünftig unter Android.
2. Gaaanz ehrlich,
Niamey 29.06.2012
Zitat von sysopREUTERSGoogles hauseigener Browser Chrome wird künftig auch auf iOS-Geräten laufen. Das kündigte der Suchmaschinenkonzern bei seiner Entwicklerkonferenz Google I/O an. Chrome soll nun synchronisiertes Surfen über diverse Geräte erlauben. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,841600,00.html
wen juckts? Was ist "Synchronisiertes Surfen über diverse Geräte" denn für ein kranker Ausdruck? Ich nutze schon keine Wolke, egal für was! Warum soll ich mir dann so einen Blödsinn antun? Nee, wirklich ihr tollen Manager, wir KOnsumenten sind dabei uns kritisch mit künstlich geschaffenen Bedürfnissen auseinander zu setzen. Und das ist etwas, das ich nicht brauche. Weder jetzt, noch in Zukunft. AUsserdem ist bereits ein Browser auf meinen Applegeräten installiert. Was soll ich mir da einen Kopf machen und noch mehr Progrämmchen, mit eventuell eingebauter Lauschschnittstelle, auf die Festplatte klatschen........
3.
nicksnutz 29.06.2012
Zitat von Niameywen juckts? Was ist "Synchronisiertes Surfen über diverse Geräte" denn für ein kranker Ausdruck? Ich nutze schon keine Wolke, egal für was! Warum soll ich mir dann so einen Blödsinn antun? Nee, wirklich ihr tollen Manager, wir KOnsumenten sind dabei uns kritisch mit künstlich geschaffenen Bedürfnissen auseinander zu setzen. Und das ist etwas, das ich nicht brauche. Weder jetzt, noch in Zukunft. AUsserdem ist bereits ein Browser auf meinen Applegeräten installiert. Was soll ich mir da einen Kopf machen und noch mehr Progrämmchen, mit eventuell eingebauter Lauschschnittstelle, auf die Festplatte klatschen........
Was ist daran krank? Auf diese Funktion warte ich schon lange. Wäre doch praktisch, wenn ich auf dem Tablet an der Stelle weiterlesen kann, mit der ich auf dem Laptop gerade aufgehört habe. Wenn man Bedenken hat, damit über Gebühr ausspioniert zu werden, kann man auf die Funktion ja verzichten. Warum muss eigentlich jeder, der etwas nicht braucht oder haben will, immer geich verlangen, das das dann generell ausgebaut werden muss. Benutzen Sie es halt nicht, aber lassen Sie andere den eventuellen Vorteil (oder halt auch Nachteil, was die "Spionage" angeht). Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Diese spezielle Funktion des Chrome wird übrigens auch mit iOS6 im Safari Browser (und der iCloud) verfügbar sein. Ebenfalls abschaltbar, nehme ich an.
4.
tpk 30.06.2012
Zitat von arbeitsmigrantBevor die Damen und Herren von Google sich mit der Konkurrenz beschäftigen, sollten sie erst einmal dafür sorge, dass es für Android einen vernünftigen Browser gibt. Wenn man Safari mit den Browsern für Android vergleicht, wünschte man sich da Apple Safari nach Android portiert. Nicht einmal Google Chrome, der beste Browser für Windows, funktioniert vernünftig unter Android.
Schon mal Opera probiert? Läuft bei mir auf Android um Klassen besser als alle anderen Browser, nur nix für SPON auf'm Tablet ;-)
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix

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