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Google gegen Microsoft: Schlammschlacht der Netz-Giganten

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"Eine billige Nachahmung" nennt ein Google-Ingenieur Microsofts Suchmaschine Bing. Microsoft-Mitarbeiter keilen zurück und werfen Google "Klick-Betrug" vor. Der Marktführer wolle nur vom "wahren Problem" ablenken - den Klickfabriken, die Suchmaschinen zumüllen.

Suchmaschinen: Google-Mitarbeiter nennen Microsofts Bing eine "billige Nachahmung" Zur Großansicht
DPA

Suchmaschinen: Google-Mitarbeiter nennen Microsofts Bing eine "billige Nachahmung"

Diebe! Lügner! Betrüger!

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen Mitarbeitern der Microsoft-Suchmaschine Bing und dem Marktführer Google eskaliert.

Begonnen hatte die Auseinandersetzung, als Google öffentlich erklärte, Bing würde mit Google-Suchergebnissen die eigenen Treffer aufbessern. Google schmuggelte Links zu sinnlosen Zeichenketten in den eigenen Index - wenig später sollen sie bei dem Rivalen aufgetaucht sein. Das kommentierte Google-Manager Amit Singhal im Firmenblog süffisant: "Anders ausgedrückt wirken einige der Bing-Ergebnisse mehr und mehr wie eine unvollständige, fade Version der Google-Treffer - eine billige Nachahmung."

Nun reagiert Microsoft.

Der für Online-Geschäfte zuständige Manager Yusuf Mehdi nennt Googles Vorwürfe eine " Beleidigung". Er poltert zurück, der Suchmaschinen-Primus habe Bing "manipuliert" und zwar per "Klick-Betrug". Mehdi wörtlich: "Richtig gehört, dieselbe Art von Angriff, wie ihn Spammer im Web nutzen, um Verbraucher zu täuschen und irreführende Suchergebnisse zu schaffen".

Microsoft: "Wir kopieren nicht"

Harte Worte und dann noch eine Klarstellung: "Wir kopieren nicht Sucherergebnisse von Wettbewerbern." Was Microsoft aber nun wirklich tut, das deutet Mehdi nur vage an: Man analysiere - anonymisiert - das Surfverhalten einiger Nutzer und beziehe das neben gut tausend anderen Faktoren in den Algorithmus zur Bewertung von Web-Seiten ein.

Die Methode wende Bing seit einigen Jahren an, man habe das auch öffentlich erklärt. Mehdi verweist auf einen Bericht der Analysten von Directions on Microsoft vom Juli 2009. Laut dem Fachblog BusinessInsider steht in dem Bericht, dass Microsoft die Suchanfragen von Nutzern mitschneidet - auch wenn diese das Konkurrenzprodukt von Google benutzen. Microsoft protokolliere, wie lange sie auf den Trefferseiten verweilten. Aufgezeichnet und übertragen werden sollen diese Informationen über die Browser-Erweiterungen MSN Toolbar und Windows Live Toolbar.

Mal abgesehen von der Frage, ob das nun redlich gegenüber Google ist: Viele Nutzer der Microsoft-Toolbars und Datenschützer dürfte interessieren, was genau da protokolliert wurde und vor allem, in welcher Form eine Anonymisierung stattgefunden hat.

Online-Riesen streiten über Suchmaschinen-Spam

Bei einer Diskussionsveranstaltung zur Qualität von Suchmaschinen trafen am Mittwoch Mitarbeiter von Google und Microsoft aufeinander. Eigentlich sollte es um ein Problem gehen, das seit Monaten immer mehr Webnutzern auffällt: Kaum brauchbare Seiten tauchen bei manchen Anfragen auf den ersten Plätzen auf - der Suchmaschinen-Spam fällt unangenehm auf.

Microsoft-Manager Harry Shum warf bei der Veranstaltung Google vor, von solchen allein auf Suchmaschinen getrimmten Klickfabriken zu profitieren. Der Journalist Matt Rosoff, der bei der Diskussion anwesend war, zitiert Shums Vorwurf gegen Google so: "Ich würde sagen, ihr drückt euch um das eigentliche Problem herum, den Ursprung des Suchmaschinen-Spams." Shum führt aus, es müsse einen wirtschaftlichen Anreiz für diese Art von Inhalten geben. Seine Antwort: "70 Prozent dieser Seiten zeigen Google-Anzeigen."

Ein sehr amüsantes Beispiel für diese Art von Inhalten liefert die Suchanfrage "How to play the xylophone", die ein Redakteur des US-Senders CNBC mit lauteren Absichten bei Google eintippte - er wollte herausfinden, wie seine kleine Tochter das Musizieren lernt. Die ersten Treffer bei Google führen zu Xylophon-Anleitungen auf den Seiten von Mahalo und eHow, zwei Anbieter, die sich auf suchmaschinenoptimierte Gebrauchstexte spezialisiert haben.

So klingt Suchmaschinen-Prosa: "Finden Sie Melodien, die sie mögen"

Die "Anleitungen" lesen sich zum Beispiel so: "Regelmäßiges Üben ist eine Grundvoraussetzung dafür, die eigenen Fertigkeiten zu verbessern. Das Xylophon ist da keine Ausnahme. Finden Sie Melodien, die sie mögen und lernen und üben Sie sie, so oft sie müssen, bis Sie sie beherrschen."

Tja. Üben hilft!

Auch gut dieser Hinweis aus einer Mahalo-Anleitung: "Das Xylophon ist ein Teil der Familie der Schlaginstrumente, es wird gespielt, indem man hölzerne Flächen mit verschiedenen Längen mit einem Schlägel aus Gummi oder Holz anschlägt."

Das alles hilft einem überhaupt nicht bei der Frage, wie man nun spielt, es ist eine geschwätzige Aufzählung von Gemeinplätzen. Die Cello-Anleitung klingt genauso: "Die Qualität des Unterrichts, die Qualität des Instruments und regelmäßiges Üben werden ihnen helfen, mit gesundem Tempo dazuzulernen."

So ist das wohl.

Und, da hat Microsoft-Manager Harry Shum Recht: Bei Mahalo finden sich neben, zwischen und unter der Xylophon-"Anleitung" sieben Google-Anzeigenplätze, bei eHow sind es drei.

Google-Kritiker schimpft über ein "Paradies für Spammer und Vermarkter"

Diese Textgattung - erstellt in US-Schreibfabriken wie Demand Media oder Associated Content - drängt bei manchen Suchanfragen unter die ersten Treffer. Anfang Januar beklagte der Informatiker Vivek Wadhwa in einem Aufsatz, dass dieses Grundrauschen Google-Suchergebnisse für die Arbeit in einem seiner Kurse unbrauchbar gemacht habe. Man könne bestimmte Themen nicht mehr recherchieren, weil Google zu einem "Dschungel" geworden sei, einem "tropischen Paradies für Spammer und Vermarkter".

Google hatte Ende Januar Änderungen am Such-Algorithmus angekündigt, um den Anteil von Spam im Index " noch weiter zu senken", wie es Google-Ingenieur Matt Cutts ausdrückte. Nach dem Schlagabtausch mit den Bing-Vertretern bei der Anti-Spam-Konferenz am Mittwoch, man erwäge radikalere Maßnahmen. Zum Beispiel könnten Nutzer vielleicht einmal bestimmte Angebote aus den Suchergebnissen auf eine schwarze Liste verbannen.

Blekko, ein kleiner Wettbewerber von Google und Bing, hat schon angekündigt, die Pseudo-Ratgeber von Schreibfabriken komplett aus seinem Such-Index zu werfen.

Das könnte ein guter Hinweis für die Streithähne bei Bing und Google sein: Letztlich ist es Menschen, die eine gute Anleitung fürs Xylophonspiel suchen, egal, wer nun wessen Suchergebnisse in seine Auswertung einbezieht. Sie wollen nur unter den ersten fünf Treffern die fünf besten oder zumindest nützlichsten Quellen zum Thema finden.

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insgesamt 21 Beiträge
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1. ist traurig, dass sich hier kaum einer
frank_lloyd_right 03.02.2011
an 1998 erinnert, als google grad um eintritt in die suchmaschinenwelt bettelte und microsoft durchaus (wenn auch nicht prominent) schon mit dabei war. damals hatten yahoo, altavista, lycos & co. das sagen - google hat sich deren ergebnisse geschnappt und linkrelevanz dazuaddiert (du hast einen link auf meine seite ? dann ist die sicher wichtig). wir machen mit unseren alten seiten pro monat ein paar hundert dollar nebenbei, weil wir dafuer bezahlt werden, gezielte, kaum sichtbare links fuer andere zu plazieren... wir nehmen nicht jeden. nur, weil unsere seiten bei google hoch "gerankt" sind (wir sind ja nicht bloed). das google-system ist dennoch nicht sonderlich genial, wenn man wirklich was sucht, findet man bei yahoo genau so viel, obwohl die weniger wert auf interlinking legen) - und jeder sieht eh von jedem ab. im suchmaschinenbusiness, wo google uns ins wohnzimmer glotzt, wie bitte ? war nie anders. google hat halt dor groesste schnauze, zeit, dass die mal ein reinbekommen...
2. .
Rubeanus 03.02.2011
Irritiert sein müssten diejenigen Surfer, welche die Bing Toolbar installiert haben: Diese Bing Toolbar dient nämlich nicht nur der komfortableren Suche mit Bing, vielmehr meldet sie Bing auch, welche Suchanfragen der Nutzer bei Google eingibt. Das ist ein erhebliches Datenschutzproblem. Bing hat es einen feuchten Kehricht zu interessieren, was ich bei Google suche. Bing hat dieses Vorgehen nicht bestritten. Google andererseits hat kategorisch ausgeschlossen, dass es sich genauso verhalte: Von Suchanfragen bei Bing (oder anderen Suchmaschinen) erfahre Google nichts, auch nicht, wenn die Google Toolbar installiert sei. Das ist zunächst einmal eine klare Ansage. Vorteile bringt das Verhalten von Bing für den Endnutzer allerdings auch, denn es ergibt grundsätzlich Sinn, wenn eine Suchmaschine die Qualität ihrer Ergebnisse anhand der Konkurrenten überprüft.
3. Lösung
sverris 03.02.2011
ich kann die beide nicht leiden, aber dennoch: willst du google-resultate: nimm www. scroogle.de (sauber und werbefrei) willst du MS-resultate: nimm www.ecosia.org (80% werbeeinnamen gehen an den WWF)
4. Im Geiste vereint
gambio 03.02.2011
Zitat von sysop"Eine billige Kopie" nennt ein Google-Ingenieur Microsofts Suchmaschine Bing. Microsoft-Mitarbeiter keilen zurück und*werfen Google "Klick-Betrug" vor. Der Marktführer wolle nur vom "wahren Problem" ablenken -*den Klickfabriken, die*Suchmaschinen zumüllen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,743302,00.html
Yahoo,Google und Bing sollten vielleicht etwas stiller sein. Alle US- Suchmaschinen haben damit Erfolg, dass Sie die Daten der Welt stehlen.Seien es Webseiten,Texte, Videos und Bilder. Sie fotografieren ungefragt Städte, Häuser, Strassen, crawlen komplette Inhalte von Webseiten um all das auf den eigenen Seiten zu präsentieren und mit den geraubten Daten machen beide eine Menge Geld. Dabei sind sie im Geiste vereint mit der US Administration, die diese Praktik seit Jahrzehnten betreibt um weltweit auf Beutezug nach Rohstoffen zu sein.
5. ***
pixelfisch 03.02.2011
Zitat von gambioYahoo,Google und Bing sollten vielleicht etwas stiller sein. Alle US- Suchmaschinen haben damit Erfolg, dass Sie die Daten der Welt stehlen.Seien es Webseiten,Texte, Videos und Bilder. Sie fotografieren ungefragt Städte, Häuser, Strassen, crawlen komplette Inhalte von Webseiten um all das auf den eigenen Seiten zu präsentieren und mit den geraubten Daten machen beide eine Menge Geld. Dabei sind sie im Geiste vereint mit der US Administration, die diese Praktik seit Jahrzehnten betreibt um weltweit auf Beutezug nach Rohstoffen zu sein.
Jeder, JEDER darf ungefragt Städte, Häuser etc. fotografieren. Jeder, JEDER kann Indexierung unterbinden: War sonst noch etwas?
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Google-Herausforderer: Microsofts Bing

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Web-Konzern: Alles, was Sie über Google wissen müssen
Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix

Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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Googles Geschichte
1995 - When Larry met Sergey
Angeblich konnten Larry Page und Sergey Brin einander erst einmal nicht besonders gut leiden, als sie sich im Jahr 1995 zum ersten Mal trafen. Der 24-jährige Brin war übers Wochenende in Stanford zu Besuch, der 23-jährige Page gehörte angeblich zu einer Gruppe von Studenten, die Besucher herumführen mussten. Der Legende nach stritten Brin und Page ununterbrochen miteinander.
1996 - Es begann mit einer Rückenmassage
Die erste Suchmaschine, die Page und Brin gemeinsam entwickelten, hatte den Arbeitstitel "BackRub" (Rückenmassage), weil sie im Gegensatz zu anderen zu dieser Zeit eingesetzten Suchtechniken auch "Backlinks" berücksichtigte, also Links, die auf die entsprechende Web-Seite verwiesen.
1998 - Finanzierung
Nachdem die Versuche gescheitert waren, die eigene Entwicklung an ein Unternehmen wie Yahoo zu verkaufen, entschlossen sich Brin und Page entgegen ihren ursprünglichen Plänen, selbst ein Unternehmen zu gründen. Der Legende nach bekamen sie von Andy Bechtolsheim, einem der Gründer von Sun Microsystems, einen Scheck über 100.000 Dollar - ausgestellt auf Google Inc., obwohl ein Unternehmen dieses Namens zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existierte. Insgesamt brachten die beiden eine Anfangsfinanzierung von knapp einer Million Dollar zusammen - was reichte, um in der Garage eines Freundes in Menlo Park, Kalifornien, ein Büro einzurichten und einen Angestellten zu engagieren. Im September wurde das mit einer Waschmaschine und einem Trockner ausgestattete Büro eröffnet - was heute als offizielle Geburtsstunde von Google betrachtet wird.
1999 - Mehr Geld und ein neues Heim
Schon im Februar 1999 zog das rasant wachsende Unternehmen in ein richtiges Bürogebäude um. Inzwischen hatte es acht Mitarbeiter. Erste Firmenkunden bezahlten Geld für Googles Dienste. Am 7. Juni wurde eine zweite Finanzierungsrunde verkündet: Die Wagniskapitalgeber Sequoia Capital und Kleiner Perkins Caufield & Byers schossen insgesamt 25 Millionen Dollar zu. Noch im gleichen Jahr bezog das Unternehmen den "Googleplex", den Kern des heutigen Hauptquartiers in Mountain View, Kalifornien.
2000 - AdWords
Das Jahr 2000 muss als jenes gelten, in dem Google tatsächlich zu dem gemacht wurde, was es heute ist: dem mächtigsten Werbe-Vermarkter im Internet. Der Start eines "Schlüsselwort-gesteuerten Werbe-Programms" schuf die Basis für den gewaltigen kommerziellen Erfolg von Google. Man benutze "ein proprietäres Anzeigen-Verteilungssystem, um eine der Suchanfrage eines Nutzers sorgfältig angepasste Werbeanzeige beizugeben", erklärt die Pressemitteilung von damals das Prinzip. Die Anzeigen konnten online auf sehr einfache Weise eingekauft werden - AdWords war geboren und brachte sofort Geld ein. Noch heute ist die Vermarktung der Textanzeigen auf der Suchseite die zentrale Säule des Google-Imperiums, die den Löwenanteil aller Umsätze ausmacht. Parallel wurden im Jahr 2000 neue Kunden gewonnen, die Google-Suche in ihre Angebote integrierten, darunter Web-Seiten aus China und Japan. Im gleichen Jahr wurde auch die Google Toolbar veröffentlicht, die es erlaubte, mit Google das Netz zu durchsuchen, ohne auf die Google-Web-Seite zu gehen.
2001 - Profit und ein neuer Eric Schmidt
Schon im Jahr 2001 machte Google Profit - was man von den meisten anderen Start-ups, die zu dieser Zeit noch die Phantasien der Börsenmakler beflügelten, nicht behaupten konnte. Um den Anforderungen eines rasant wachsenden Unternehmens gerecht zu werden, wurde Eric Schmidt, der zuvor schon führende Positionen in Firmen wie Novell und Sun Microsystems innegehabt hatte, im August 2001 zum Chief Executive Officer Googles ernannt.
2002 - Corporate Search, Google News, Froogle
Seit 2002 verkauft Google auch Hardware - Such-Lösungen für die Intranets von Unternehmen. Im September des Jahres wurde die Beta-Version von Google News livegeschaltet, dem Nachrichten-Aggregator, der bis heute für zuweilen böses Blut zwischen Zeitungen, Nachrichtenagenturen und den Suchmaschinisten sorgt. Ein Algorithmus sammelt Schlagzeilen und Bilder und komponiert daraus nach bestimmten Kriterien eine Übersichtsseite. Im Dezember startete zudem Froogle, eine mäßig erfolgreiche Produkt-Suchmaschine. Heute heißt Froogle schlicht Google Product Search.
2003 - AdSense und Blogger
AdSense ist die zweite wichtige Säule im Google-Anzeigenimperium. Im Jahr 2003 wurde der Dienst vorgestellt, der den Text auf Web-Seiten analysiert und daneben passende Werbeanzeigen platzieren soll. Das System bietet auch Betreibern kleiner Web-Seiten die Möglichkeit, ihre Angebote zu monetarisieren - die Einkünfte werden zwischen Seiteninhaber und Google aufgeteilt. Im gleichen Jahr kaufte Google Blogger, einen großen Blog-Hoster.
2004 - Picasa, Googlemail, Bücher und ein Börsengang
Der Start des E-Mail-Dienstes Googlemail (in den USA Gmail) wurde am 1. April verkündet, mitsamt der Nachricht, dass die Nutzer ein Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung haben würden. Es wurde schnell klar, dass es sich nicht um einen Scherz handelte - und dass Google daran selbstverständlich verdienen will. AdSense wurde von Anfang an eingesetzt, um E-Mails nach Schlüsselwörtern zu durchsuchen und mehr oder minder passende Reklame daneben einzublenden. Im Juli kaufte Google Picasa, ein Unternehmen, das sich auf die digitale Fotoverwaltung spezialisiert hatte. Heute ist Picasa ein On- und Offline-Angebot - Googles Antwort auf Flickr.

Am 19. April konnte man Google-Aktien an der Technologiebörse Nasdaq erstmals kaufen. Eine Aktie kostete 85 Dollar. Heute ist sie knapp fünfmal so viel wert. Mit dem vielen neuen Geld stieß Google noch im gleichen Jahr verschiedene Projekte an - unter anderem Google Print: Mit den Universitäten Harvard, Stanford, University of Michigan, University of Oxford und der New York Public Library kam man überein, Bücher zu scannen, zu digitalisieren und online durchsuchbar zu machen. Im darauffolgenden Jahr wurde Google Print in "Book Search" umbenannt. Inzwischen sind zahlreiche andere Bibliotheken mit im Boot - auch deutsche.
2005 - Google Maps und Google Earth
Im Jahr 2005 kam die Google-Maschinerie richtig in Schwung. In rasantem Tempo veröffentlichte das Unternehmen, das bis zum dritten Quartal auf fast 5000 Mitarbeiter angewachsen war, eine Anwendung nach der anderen. Die im Rückblick wohl wichtigste: Google Maps, der Kartendienst, der die Welt geografisch durchsuchbar machen sollte, und sogleich mit der bis dahin nur mäßig erfolgreichen lokalen Suche Google Local verschmolz. Die im Jahr zuvor angekaufte Satellitenkapazität kam nun zum Einsatz: Sie bot die heute beinahe selbstverständliche Möglichkeit, Satellitenfotos statt abstrakter Karten anzusehen. Später im Jahr kam auch noch die Desktop-Software Google Earth, Googles Digitalglobus. Außerdem starteten: die "personalisierte Homepage", die heute iGoogle heißt, Googles Video- und Fotosuche, die Voice-over-IP und Instant-Messaging-Lösung Google Talk, der bis heute ziemlich glücklose Kleinanzeigendienst Google Base, ein eigener RSS-Reader. Und: Google kaufte das Unternehem Urchin und verwandelte dessen Webtraffic-Analysemethoden in sein Angebot Google Analytics. Damit bot das Unternehmen nun erstmals die vollständige Dienst-Palette einer Netz-Mediaagentur, eines Online-Werbevermarkters.

Die Geschäfte liefen auch 2005 hervorragend für Google - so gut, dass man eine Partnerschaft mit dem strauchelnden Online-Dinosaurier AOL verkünden und eine Millarde Dollar in das Unternehmen investieren konnte.
2006 - Google Video, Web-Applikationen , YouTube - und Kritik
Anfang des Jahres stellte Larry Page bei einem Vortrag bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas Google Video vor - und Google Pack, einen ersten, offenkundigen Angriff auf Microsoft, denn das Software-Paket enthielt diverse Anwendungen, die als Konkurrenzprodukte zu Microsofts Angebot gelten können. Gegründet wurde die Wohltätigkeitsorganisation Google.org, an den Start gingen außerdem der Finanzinformationsdienst Google Finance und die Paypal-Konkurrenz Google Checkout. Vor allem aber ist 2006 das Jahr, in dem man bei Google ernsthaft damit begann, Office-Anwendungen ins Web zu verlegen. Neben dem Google-Kalender wurde am Jahresende auch Google Docs & Spreadsheets livegeschaltet. Zuvor hatte Google Upstartle gekauft, ein Unternehmen, das bis dahin das Online-Textverarbeitungsprogramm Writely hergestellt hatte - nur eine von mehreren Akquisitionen. Auch SketchUp (3-D-Gebilde für Google Earth) und die Wiki-Plattform JotSpot wurden 2006 ins Google-Reich integriert.

Der prominenteste Ankauf des Jahres war jedoch YouTube: Google zahlte 1,65 Milliarden Dollar für die Videoplattform und holte sich so Konkurrenz zum eigenen, eben erst gestarteten Videoangebot ins Haus. Zudem wurde eine Werbe- und Suchpartnerschaft mit dem eben von Rupert Murdoch aufgekauften MySpace verkündet: Google stieg endlich ernsthaft ins Geschäft mit dem Web 2.0 ein.

Parallel verlor Google in den Augen vieler Nutzer seine Unschuld: mit dem Start einer eigenen Suchmaschine für China, die sich den Zensurwünschen der dortigen Regierung beugt. Eine Tibet-Unterstützergruppe rief eine Initiative namens "No love 4 Google" ins Leben - und fasste damit einen globalen Meinungsumschwung zusammen. Der Engelsglanz des vermeintlich anderen, besseren Unternehmens, den Google lange hatte aufrechterhalten können, schwand nach und nach.

Ende 2006 hat Google mehr als 10.600 Angestellte.
2007 - Googlemail für alle, DoubleClick, Streetview und Android
Im Februar wird Googles E-Mail-Dienst für alle geöffnet - bis dahin brauchte man eine Einladung, um seine E-Mails von AdSense nach Schlüsselwörtern durchsuchen zu lassen.

Vor allem aber ging Google 2007 auf Einkaufstour - in seinem Kerngeschäftsbereich, der Online-Werbung. Zunächst wurde Adscape, ein Spezialist für Werbung in Computerspielen, aufgekauft, dann DoubleClick. Über drei Milliarden Dollar ließ man sich den Online-Anzeigenvermarkter kosten - und eine Menge Ärger. Erst im März 2008 segnete die EU-Kommission den Kauf ab. Datenschützer sehen Google seit der DoubleClick-Akquisition noch kritischer, denn das Unternehmen ist nicht zuletzt darauf spezialisiert, möglichst gründlich Nutzerdaten zu sammeln, um personalisierte Werbung servieren zu können.

Außerdem schickte Google 2007 seine Foto-Autos los: Für die Maps-Erweiterung Streetview fuhren die Kamera-Mobile zunächst durch US-Großstädte - im Jahr 2008 sind sie auch in Deutschland unterwegs.

Außerdem beginnt Google verstärkt, Fühler in Richtung der alten Medienwelt auszustrecken - es gibt Testläufe für Werbevermarktung im Radio, in Print-Publikationen und im traditionellen Fernsehen.

Schon seit Jahren hatte Google verschiedene seiner Dienste in speziellen Handy-kompatiblen Versionen angeboten - Ende 2007 kam dann der ganz große Schritt in die mobile Welt: Das Handy-Betriebssystem Android wurde angekündigt, ein Open-Source-Projekt in Zusammenarbeit mit vielen Telekommunikationsanbietern und Handy-Herstellern.

Ein weiteres Open-Source-Projekt soll Google den Zugriff auf das Vermarktungspotential der Social Networks erleichtern: Die Plattform OpenSocial soll Netzwerkapplikationen transportabel machen, so dass sie bei MySpace genauso laufen können wie bei Xing. Die meisten der großen Communitys sind OpenSocial beigetreten - bis auf Facebook.
2008 - Knol, Chrome und kein Ende
Im laut offizieller Zeitrechnung zehnten Jahr seiner Existenz lässt die Suchmaschine im Tempo nicht nach. 2008 wurden eine kollaborative Wissensplattform (Knol), eine 3-D-Chatanwendung (Lively), Straßenansichten für noch mehr Großstädte - und ein eigener Google-Browser gestartet.

Gleichzeitig wächst die Kritik am Suchmaschinengiganten. Die immer neuen Projekte scheinen vielen Nutzern und Datenschützern inzwischen Ausdruck eines gewaltigen Datenhungers - sowohl auf persönliche Informationen über die Nutzer als auch auf nahezu jede beliebige Art von Information, die dem gewaltigen Weltarchiv Google einverleibt werden könnte. Der Google Leitspruch "Don't be evil" hat für manche inzwischen einen hohlen Klang, und die Missionserklärung, man wolle "alle Information der Welt organisieren", klingt zuweilen eher wie eine Drohung.

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