Datenbrille: Google gibt Entwicklern Zugang zu Google Glass

Google hat Teile des Quellcodes seiner Computerbrille Glass ins Netz gestellt. Programmierer sollen damit das Potential des Gadgets erforschen. Ein Hack, wie er am Wochenende gemeldet wurde, sei nicht nötig, immerhin hätten Interessierte ja 1500 Dollar für die Vorabversion des Geräts gezahlt.

Am Wochenende verkündete ein Hacker freudig, er habe die Datenbrille Google Glass gehackt! Man müsse das Gerät nur in einen Wartungsmodus tricksen, dann habe man Vollzugriff auf Daten und Funktionen. Jetzt hat sich Stephen Lau, bei Google verantwortlich für die Entwicklung von Google Glass, zu der Entdeckung zu Wort gemeldet: "Ich will ja niemanden enttäuschen, aber mal ernsthaft: Wir haben das Gerät absichtlich nicht verschlossen, damit ihr es hacken und Unsinn damit machen könnt. Ich meine, um Himmels Willen, ihr habt 1500 Dollar dafür gezahlt - nehmt sie so richtig ran. Zeigt mir was Cooles."

Um die Kreativität der freien Entwicklerszene anzapfen zu können,hat Google nun Teile des Quellcodes der Glass-Software online gestellt. Über kurz oder lang, glaubt "Ars Technica" wird aber der komplette Code ins Netz geraten, damit Hacker beispielsweise die Benutzeroberfläche von Glass verändern können.

Doch das braucht Zeit. Viel ist bislang nicht ans Tageslicht gelangt. Interessant waren höchstens die Hardware-Spezifikationen des Geräts, dasquasi ein modernes Android-Smartphone im Miniformat ist. Das dürfte allerdings auch die Richtung vorgeben, in der Entwickler mit der Datenbrille arbeiten werden: An Glass angepasste Smartphone-Apps, nicht neue Software-Welten.

Nennenswerte Überraschungen sollte man deshalb vorerst nicht erwarten. Spannend bleibt die Frage, ob Google Glass überhaupt nützlich oder aufregend ist, ob sie ein lebensveränderndes Gadget wird, wie Robert Scoble behauptet oder ein neuer Flop wie der Segway, wie Mike Butcher von "Techcrunch" urteilt.

fkn

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. natürlich hat das Potenzial, das Leben zu verändern!
MoorGraf 30.04.2013
ich gehe durch eine Konferenz, sehe einen Mann am Büffet und Google Glass blendet mir seinen Namen ein, zwei Stichworte und sein Geburtsdatum ich laufe durch die Stadt, hab das Navi vor Augen und wenn ich staunend vor einem großen Gebäude stehe, erscheint Name, Baujahr, Hintergrundinfos, Öffnungszeiten etc. oder ich bin Kontrolleur im ICE, gehe einmal durch den Zug und prüfe die Tickets und beim zweiten Durchgang haben sich die Glasses gemerkt, wer mir sei Ticket schon gezeigt hat und wer später dazugestiegen ist. Oder es zeigt mir ganz besonders deutlich den Kerl, der nur von Frankfurt bis Kassel gelöst hat, aber einfach bis Hannover sitzen bleibt... oder ich bin Barkeeper und die ganzen Gäste, die reinkommen, kommen gleich mit Namen und ihrem Lieblingsgetränk vor meine Augen... wie das ganze geht, wie benutzerfreundlich das ist etc. sit noch ein paar Jahre Arbeit, aber das Ding hat definitiv das Potenzial die Welt mehr zu ändern als Pad, SmartPhone und Laptop zusammen!
2.
iffel1 30.04.2013
Ja, mir auch, ich weiß nicht, was das Teil mir bringt. Bin mal gespannt. Ich glaube, die e-bikes haben dem Segway den Markt genommen und der Segway selbst hat sich mit seinem Preis von über 5.000€ nur für einen sehr kleinen Käuferpreis schön gemacht. Mal sehen, wie es mit glass weitergeht. Offenbar weiß ja Brin selber nicht so ganz, was man damit machen soll.
3.
Abbuzze 30.04.2013
Ob man privat im Alltag ein solches Gerät braucht sei dahin gestellt (braucht man wirklich Smartphones?) Aber professionelle Einsatzmöglichkeiten gibt es reichlich, Der Kellner muss in einer großen Runde nicht mehr dämlich fragen, wer das Schnitzel ist, sondern bekommt Getränk und Gericht beim Blick auf den Kunden angezeigt. Im Auto könnten Navianzeigen direkt eingeblendet werden, oder in Abstimmung mit dem Entfernungsradar, sehr langsame Fahrzeuge angezeigt werden. Techniker könnten sich Daten oder Handbücher zu Maschinen einblenden lassen, während sie an ihnen arbeiten... Ärzte im Krankenhaus könnten sich über einen Strichcode am Bett die aktuelle Medikamentation des Patienten aufrufen, gerade bei einem Notfall in der Nachtschicht könnte das durchaus interessant sein. Ob eine erste Version das alles kann, sei dahin gestellt, aber Möglichkeiten gibt es genug.
4.
emperor-of-mankind 30.04.2013
es hat extremes potential, jetzt liegt es an google und co dies aus zu schöpfen!
5.
aga100 01.05.2013
Das Ding ist ein riesiger Hoax - zumindest so wie es Google momentan vermarkten möchte! Schon technisch funktionieren diese ganzen Visionen noch lange nicht ausreichend genug. Hat eigentlich schon mal jemand von Akkulaufzeiten gesprochen, wenn das Ding dauernd online sein soll? Da haben schon alle Angst, 24 Std/Tag live ins Netz gestreamt zu werden, dabei schafft Glass vermutlich nicht mal mehr als 1 Stündchen, bevor der Saft ausgeht. Alles was ich bislang sehe sind grottenschlechte Bildchen von wenigen Tech-Nerds, die alles Neue, Abgefahrene toll finden. Die Kommentare zu den Möglichkeiten sind wohl auch eher noch science fiction. Kellner und Arzt haben also Glass auf und selbige erkennt Menschen plötzlich besser als der Mensch? Glaub ich erst, wenns ichs sehe. Glass kommt SO nicht auf den Markt, es wird vorerst bei den Entwicklungsmustern bleiben ... einige Jahre lang mindestens. Will Google das Ding zeitnah tatsächlich verkaufen, darfs mittelfristig nicht mehr als 150€ kosten. Mehr wird für Spielzeuge nicht bezahlt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Google Glass
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 5 Kommentare
  • Zur Startseite
Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



E-Book-Tipp
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher
    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    Kindle Edition: 1,99 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon bestellen.