Google Gmail ermöglicht E-Mails mit Verfallsdatum

Für viele Institutionen und Firmen sind geleakte E-Mails ein Horrorszenario. Google verpasst seinem E-Mail-Dienst Gmail daher neue Funktionen, die dem Sender mehr Kontrolle über versendete Nachrichten geben sollen.

Gmail-App
Google LLC

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Google führt bei Gmail neue Sicherheitsfunktionen ein. So wird es im "Vertraulich"-Modus möglich sein, E-Mails mit einem Verfallsdatum zu versehen oder sie zu widerrufen. Das kündigte der Konzern am Mittwoch in seinem Blog an. Über die neuen Funktionen waren bereits vor einigen Tagen Informationen durchgesickert. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass Google sein E-Mail-Programm grundlegend überholt.

Der Zugang zu einzelnen Nachrichten kann mit einer zusätzlichen Authentifizierung des Empfängers per SMS geschützt werden. Außerdem wird man die Optionen zum Weiterleiten, Drucken oder Herunterladen von E-Mails blockieren können, um eine absichtliche oder versehentliche Weiterverbreitung zu vermeiden.

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Schutz vor Hackerangriffen

Mit den Maßnahmen sollen wichtige Informationen geschützt werden, auch für den Fall, dass das Postfach des Empfängers gehackt werde, erklärt Google in seinem Blogeintrag. Das Bewusstsein für die große Wichtigkeit von vertraulichen E-Mails hatte beispielsweise ein Vorfall im Rahmen des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 geschärft. Damals waren E-Mails der Parteiführung der US-Demokraten, an die mutmaßlich russische Hacker mithilfe einer Phishing-Mail gekommen waren, geleakt worden.

Gmail mit seinen rund 1,4 Milliarden Nutzern gehört zu Googles Bürosoftwarepaket G Suite, das mit den Office-Programmen des Konkurrenten Microsoft konkurriert. Mit der Gmail-Überarbeitung könnte Google versuchen, Microsoft Kunden aus dem Unternehmensbereich abzujagen - für diese könnte die Vertraulichkeit von geschäftlichen E-Mails ein wichtiges Kriterium sein.

Gmail im Webbrowser
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Maschinelles Lernen gegen die E-Mail-Flut

Außerdem führt Google bei der Gmail-Erneuerung weitere Funktionen auf Basis maschinellen Lernens ein. So wird der Nutzer mit "automatischen Erinnerungen" auf E-Mails aufmerksam gemacht, die er bereits vor einigen Tagen erhalten hat und die nach Einschätzung der Software relevant sind.

Die zunächst in den Smartphone-Apps eingeführte Funktion "Intelligente Antworten", die selbstständig Antwortvorschläge formuliert, kommt auch in die Web-Version. Zudem sollen die Benachrichtigungen stärker nur auf wichtige Mails eingeschränkt werden können.

gru/dpa

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