Prognose zur I/O Das gibt es Neues auf Googles Programmierer-Festival

Vor seiner Haustür in Kalifornien lädt Google zur Entwicklerkonferenz. Statt in einem Konferenzzentrum zeigt der Konzern seine Neuheiten auf einem Freigelände - und dürfte einige Überraschungen dabeihaben.

Android-Figur auf dem Firmencampus von Google
DPA

Android-Figur auf dem Firmencampus von Google

Von


Wenn sich Tausende überwiegend junge Leute tagelang auf einem großen Freigelände treffen, nennt man das normalerweise ein Festival. Bei Google aber sehen die Entwicklerkonferenzen so aus. I/O, Input/Output, heißt das jährliche Programmierertreffen des Konzerns, das im Shoreline Amphiteatre an der Bucht von San Francisco stattfindet. Hier wird Google seine Pläne für das kommende Jahr vorstellen - und ein paar neue Gadgets.

Das dominierende Thema wird in diesem Jahr vor allem die nächste Android-Version sein. Android O lautet ihr Arbeitstitel. Das Unternehmen hat für diese Versionsnummern seine eigene Nomenklatur: Google betitelt sie dem Alphabet folgend und legt sich stets erst spät auf einen Namen fest. 2016 etwa wurde aus Android N "Nougat" - für Android O steht nun "Oreo" hoch im Kurs. Denn, zweite Regel der Google-Nomenklatur, Android-Versionen werden nach Süßigkeiten benannt.

Die im Alltag wichtigste Neuerung von Android O wird sein, dass das Mobilbetriebssystem künftig in zwei Teile aufgetrennt werden wird. Der eine Teil wird der von Google bereitgestellte Kern der Software sein, der andere die vom jeweiligen Hardware-Hersteller beigesteuerten Bereiche. Bei Google läuft diese Neuordnung der Software unter dem Stichwort Project Treble.

Durch die Trennung soll es möglich werden, Android-Updates aufzuspielen, ohne monatelange Anpassungen der Handyhersteller abzuwarten. Dadurch könnten Anwender schneller in den Genuss neuer Funktionen und Verbesserungen kommen. Vor allem aber wäre es so leichter, die monatlichen Sicherheitsupdates an möglichst viele Geräte zu verteilen.

Warten auf Android O

Zudem soll das System optimiert werden, nach dem Android O dem Nutzer Mitteilungen von Apps und Betriebssystem anzeigt. So wird man Mitteilungen künftig zur späteren Bearbeitung zurückstellen und je nach App gruppieren können.

Außerdem soll das System der immer komplexer werdenden Systemeinstellungen vereinfacht und die Akkulaufzeit verbessert werden. Letzteres verspricht der Konzern freilich für jede neue Android-Variante.

Entwickler haben schon seit März Zugriff auf eine frühe Vorabversion von Android O, ob anlässlich der I/O auch normale Nutzer zum Betatest eingeladen werden, ist unklar. Sicher kann man aber sein, dass es noch Monate dauern wird, bevor es eine Endversion der Software geben wird. Vergangenes Jahr kam Android N im Oktober zusammen mit Googles neuen Pixel-Smartphones auf den Markt.

Fotostrecke

18  Bilder
Mit Android 7.1: Das sind Googles Pixel-Smartphones

Es wäre mal wieder Zeit für ein Tablet

Klar zu sein scheint daher, dass es auf der I/O keine neuen Smartphones von Google zu sehen geben wird. Andere Hardware hingegen wird sicher vorgestellt werden. So ist es etwa schon auffallend lange her, dass Google ein eigenes Tablet präsentiert hat. Ebenso nutzt der Konzern die Veranstaltung gern, um neue TV-Hardware zu zeigen - das könnte etwa ein neuer Streaming-Stick der Chromecast-Serie sein.

Da auf dem Konferenzprogramm viele Veranstaltungen zum Thema künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen zu finden sind, sind außerdem Neuerungen beim Google Home, dem intelligenten Lautsprecher der Firma zu erwarten. So könnte die Verfügbarkeit in weiteren Ländern, vielleicht auch Deutschland, angekündigt werden. Oder eine Home-Variante ohne Lautsprecher, ähnlich Amazons Echo Dot, die nur dazu dient, über den Google Assistant Google-Dienste ins Haus zu bringen.

Reichlich Raum im Konferenzprogramm nehmen auch die Themen virtuelle Realität (VR) und Augmented Reality (AR), also erweiterte Realität ein. Vergangenes Jahr hatte der Konzern seine VR-Plattform Daydream auf der I/O vorgestellt. Allzu viel gehört hat man davon seither nicht. Nun wäre es also an der Zeit zu erklären, wie es um das Projekt steht und was die nächsten Schritte sein werden. Gerüchte drehen sich sogar um eine eigenständig arbeitende VR-Brille.

Googles KI auf iPhones?

Ansonsten aber gibt es vor der I/O diesmal verdächtig wenige konkrete Hinweise auf große Neuheiten. Möglicherweise stehen noch Updates für Android TV und das Smartwatch-System Android Wear auf dem Plan. Und natürlich werden etliche Google-Apps aktualisiert werden, allen voran die Chat-Apps Allo und Duo, die letztes Jahr auf der I/O vorgestellt werden.

Zuletzt gibt es noch das Gerücht, gestreut vom Tech-Blog "Android Police", dass Google seinen Google Assistant als App für iPhones anbieten könnte. Das wäre ein in vielerlei Hinsicht interessanter Plan, wenn es ihn denn gibt. Schließlich gibt es mit Siri bereits eine sprachgesteuerte Assistenzfunktion für iPhones. Ihr den Google Assistant entgegenzusetzen, wäre ein mutiger Zug von Google.

Ob das nun passiert oder nicht, werden wir am Mittwochabend erfahren, wenn Google-Chef Sundar Pichai um 19 Uhr deutscher Zeit die Keynote eröffnet. Wir sind vor Ort dabei und werden Sie über alle Neuheiten auf dem Laufenden halten.



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
louis.cyphre 17.05.2017
1. Siri ist blöd!
"Schließlich gibt es mit Siri bereits eine sprachgesteuerte Assistenzfunktion für iPhones. Ihr den Google Assistant entgegenzusetzen, wäre ein mutiger Zug von Google. " Was wäre daran mutig? Siri ist so schlecht (schwerhörig und dumm), dass so ziemlich jeder aktuell verfügbare Assistent locker auf iOS reüssieren wird.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.