Von Matthias Kremp
"Dies ist Ihre Chance, ein Rockstar zu werden", so euphorisch bejubelt Google eine technische Spielerei für den Chrome-Browser. Jam with Chrome ist ein neuer Dienst, den der Internetkonzern seinen Kunden seit Donnerstag anbietet.
Dabei handelt es sich um eine Art virtuellen Übungsraum, in dem man gemeinsam mit Freunden ebenso virtuell Musik machen, in Echtzeit. Wo diese Freunde sich dabei aufhalten, schreibt Emma Turpin in Googles Chrome-Blog, soll gleichgültig sein. So lange die Teilnehmer nur über einen Computer, einen Internetzugang und den Google-Browser Chrome verfügen.
Turpin arbeitet in Googles Creative Lab, einer Abteilung, die der Welt zeigen will, wie sympathisch der Internetkonzern sich findet - und was mit modernen Web-Technologien alles möglich ist. Das neue Projekt der Imagepfleger, dem sich Turpin in ihrem Blogpost widmet, demonstriert unter anderem die Web Audio API, Web Sockets, CSS3, Canvas und Googles Programmiersprache Go.
In unserem kurzen Test kam ein etwas älteres Notebook mächtig ins Schwitzen, als wir darauf die virtuellen Instrumente anstimmten. Aus insgesamt 19 unterschiedlichen Instrumenten kann man sich eines auswählen. Darunter sind Gitarren, Bässe, Drumsets und Keyboards, die gar nicht übel klingen. Die Wiedergabe der gesampleten Sounds nimmt den Testrechner mit 2,16 GHZ schnellem Intel-Prozessor allerdings sehr in Anspruch.
Zum Spielen stehen verschiedene Modi zur Auswahl. Im "Easy"-Modus kann man Tasten, Saiten und Trommeln mit der Maus anklicken oder eine Autoplay-Funktion selbsttätig vorgefertigte Tonfolgen abspielen lassen, deren Tonart man per Maus verändert. Im Expertenmodus hingegen lässt sich jeder Ton über eine Taste auf der Tastatur gezielt anspielen. Eine Dynamiksteuerung gibt es nicht. Zum Online-Proberaum kommt man, indem man über Symbole im Browser bis zu drei Freunde zum Jammen einlädt. Google verspricht, das würde quasi verzögerungsfrei funktionieren.
Ähnliche Angebote gab es bei Profi-Software schon früher, keines davon konnte sich auf breiterer Front durchsetzen. Das US-Unternehmen Ejamming Audio allerdings versucht bis heute, eine solche Technik populär zu machen. Ejamming fordert von seinen Anwendern allerdings weit mehr Grundvoraussetzungen ab. Neben einer Internetleitung und einem Computer braucht man zwingend auch ein Musikinstrument, das man vorzugsweise auch noch spielen können sollte.
Da macht es Google einem schon leichter.
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