Google Keep: Das kann Googles neues Online-Notizbuch

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Kostenlos, schnell, minimalistisch: Googles neues Online-Notizbuch ist nun für alle Nutzer zugänglich. Der Dienst macht Papierzetteln Konkurrenz, nicht aber erfolgreichen Web-Diensten wie Evernote. Denn Google Keep fehlen einige grundlegende Funktionen.

Online-Notizbücher: Evernote, Google Keep und OneNote im Vergleich Fotos
SPIEGEL ONLINE

Lange wurde über einen Online-Notizdienst von Google spekuliert, nun hat der Konzern das kostenlose Angebot namens Keep veröffentlicht. Eine App für Android Smartphones und die Browserversion sind für alle Nutzer mit Google-Konto zugänglich. Keep ist schnell, minimalistisch und intuitiv zu bedienen. Das liegt allerdings vor allem daran, dass man mit dem Dienst fast nichts tun kann.

Derzeit lassen sich in Google Keep Text- und Sprachnotizen (per Smartphone) speichern, Listen anlegen und Fotos hochladen. Die Sprachnotizen werden auf Android-Smartphones in Text umgewandelt - bei unserem Test gelang es aber nie, mehr als 14 Sekunden aufzunehmen, die Transkription ist verbesserungsfähig. Kurze Notizen wie "das ist ein Test" werden erkannt, aber selbst ein normal gelesener Satz aus einem Magazin wird nicht richtig transkribiert.

Die Daten werden auch vom Telefon oder Tablet automatisch auf die Google-Server geladen und sind sofort auch in der Browser-Version abrufbar. Die Notizen lassen sich im Volltext durchsuchen und mit einem Farbsystem markieren - Google gibt sieben Farbtöne zur Codierung vor, man kann sich aber nicht alle Einträge einer bestimmten Farbe anzeigen lassen. Somit ist die einzige zusätzliche Ordnungsfunktion von Google Keep derzeit so gut wie nutzlos.

Funktionalität eines Post-its

Google Keep verfügt nicht einmal über die grundlegende Funktion, Notizen zu verschlagworten. Da war Googles 2011 eingestelltes Online-Notizbuch Google Notebook schon weiter. Bei diesem Dienst konnte man sogar Textpassagen aus Websites automatisch mit URL-Angabe im Online-Notizbuch speichern. Bei Google Keep ist das nicht möglich.

Google Keep hat derzeit die Funktionalität eines Post-its - das man immerhin überall abrufen und bearbeiten kann. Google Keep ist aber nicht einmal für den Einkaufszettel zu empfehlen, es sei denn, man lebt allein. Bei Keep ist es unmöglich, Notizen mit anderen Nutzern zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten - den Einkaufszettel kann also immer nur einer sehen und bearbeiten.

Mit dem neuen Dienst macht Google Papierzetteln Konkurrenz, aber nicht existierenden Online-Notizdiensten wie Evernote oder Microsofts Onenote. Google Keep fehlen essentielle Funktionen eines Online-Archivs: Schlagwörter, verschiedene Notizbücher zu unterschiedlichen Themen, Texterkennung in Fotos, Offline-Funktionen, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Nutzern.

All das hat Evernote, einiges davon hatte Google Notebook, nichts davon hat Google Keep.

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Na, wenn das so wenig nützlich ist ...
discotieren 21.03.2013
... dann hoffe ich, dass das insbesondere "investigative" Journalisten nicht Nutzen, denn dass Google Produkte nur schafft, um intimste Daten zu bekommen, dürfte mittlerweile bei informierten Menschen Standardwissen sein. Da kann man auch nur hoffen, dass solche Journalisten auch ggaaaanzz vorsichtig mit facebook umgehen, wenn sie schon ANDAUERND dafür Werbung machen und so facebook den Anschein von Seriösität - kostenlos? - vermitteln. Wie vertrauenswürdig Google ist, sieht man u.a. hier: http://googleopoly.net, insbesondere hier (pdf): http://googleopoly.net/Google-Privacy-Rap-Sheet.pdf
2. Evernote ist toll
felisconcolor 21.03.2013
leider lagert es alle Notizen in die Cloud aus. Macht super Sinn wenn man offline auf seine Notizen zugreifen will.
3.
Uncle_Sam 21.03.2013
Falls dann Google den Dienst aufgrund seines Erfolges nicht wieder schließt und versucht die Leute auf Google+ zu zwingen. Dann könnte er villeicht etwas werden. Aber weiss das schon. Möglicherweise schaltet Google den Dienst dann wieder mal einfach so ab, weil die Oma eines Programmierers schlecht geschlafen hat. [/Ironie]
4.
Rubeanus 21.03.2013
Wenn ich mir das Fiasko mit dem Google Reader anschaue ( Reader-Einstellung: Google macht sich unbeliebt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/reader-einstellung-google-macht-sich-unbeliebt-a-889415.html) ) frage ich mich, wer denn wirklich für seine tägliche Arbeit auf einen Google-Dienst setzen will. Es ist doch jederzeit damit zu rechnen, dass die Sache ohne großes Federlesen geknickt wird. Über Jahre habe ich meine Online-Quellen mit Google Reader verwaltet, was sich nunmehr als Dummheit herausstellte. Als Konsequenz nutze ich Gmail jetzt nur noch als Wegwerfadresse und die auf Google Drive gespeicherten Daten liegen jetzt auf dem Sky Drive (natürlich verschlüsselt). Bei Lichte besehen ist der Google-Account überflüssig.
5. Premium
papierloser 21.03.2013
Zitat von felisconcolorleider lagert es alle Notizen in die Cloud aus. Macht super Sinn wenn man offline auf seine Notizen zugreifen will.
Evernote möchte auch verdienen. Wer bereits ist zu zahlen, kann auch offline mit Evernote arbeiten. Für iOS geht das auch mit Awesome Note ohne Premium-Abo, da diese App zu Evernote synchronisiert.
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