Google-Manipulation Spitzenplatz mit falschen Links

Normalerweise zeigt der Internet-Suchdienst Google bei einer Anfrage die beliebtesten Homepages zuerst. Normalerweise. Denn mit dem so genannten "Google-Bombing" kann offenbar jeder seine Seite an die Spitze der Liste mogeln.


Geliebt, gelobt, geklickt: Spitzenreiter bei Google

Geliebt, gelobt, geklickt: Spitzenreiter bei Google

Das Ordnungsprinzip der beliebten Online-Suchmaschine Google ist eigentlich logisch: Je häufiger eine Website im Internet als Link angegeben ist, desto höher steht sie auf der Ergebnisliste. Populäre - und vielleicht auch gute - Websites stehen deshalb oben auf der Übersicht, unbekannte Homepages verschwinden noch weiter im Vergessen.

Dieses Ranking lasse sich durch das so genannte "Google-Bombing" aber manipulieren, beschreibt die "Wirtschaftswoche" auf ihrer Homepage über einen neuen Trend: Wenn eine große Gruppe von Website-Hosts den Link auf eine bestimmte Internetpräsenz verabrede, könne diese verlinkte Seite in der Google-Rangliste nach oben gedrückt werden.

Beispiel gefällig? Testobjekt der "Google-Bomber" war zum Beispiel die amerikanische Seite www.ohmessylife.com. Wer bei Google die Suchworte "Talentless Hack" ("talentloser Schreiberling") eingibt, bekommt als erste Empfehlung diese Seite irgendeines Andy Pressman. Dabei berichtet Pressman auf der Homepage weder von Schreiberlingen noch Talentlosigkeit, sondern aus seinem Leben mit den Katzen Bill und Sebastian.

Der Grund für die unerwartete Prominenz von www.ohmessylife.com: Der selbst ernannte "Google-Bomb"-Erfinder Adam Mathes hatte auf seiner Homepage die Internet-Gemeinde aufgefordert, Links mit dem Namen "Talentless Hack" zu Andy Pressman zu setzen. Und bei der Suchmaschine rutschte die Page des Tagebuchschreibers an die Spitze alle Seiten zum Thema "Talentless Hack". Die Google-Liste sei also nicht nur beeinflussbar, verrät Mathes in seinem Internetauftritt, sie könne außerdem Seiten als genaue Treffer anzeigen, auf denen die gefragte Wortkombination gar nicht vorkomme.

Mit dem "Google-Bombing" kann theoretisch jede Seite hochgelobt werden, wenn nur die unterstützende Gruppe groß genug ist. Auch politische Organisationen oder Sekten könnten sich mit diesem Trick an die Spitzenpositionen auf den User-Bildschirmen linken. Ein Google-Sprecher bezeichnete das "Google-Bombing" gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" aber nur als netten Ulk: Eine feindliche Übernahme der Suchergebnisseiten sei nur schwer möglich, weil das Ranking mehr als hundert verschiedene Algorithmen enthalte.



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