Von Matthias Kremp
Dieser Termin ist kein Zufall: Pünktlich zum sogenannten Black Friday führt Google seine Indoor-Erweiterung für den Karten- und Navigationsdienst Google Maps für Desktop- und Notebook-PC ein. Bisher konnte man den Dienst nur auf Smartphones mit den Android-Betriebssystem nutzen.
Mit dem Black Friday wird in den USA traditionell die Saison der Weihnachtseinkäufe eingeleitet. Er folgt als Brückentag auf Thanksgiving. Viele Arbeitnehmer nehmen sich diesen Tag frei, um ein langes Wochenende mit der Familie verbringen und zu können. Und es ist der Tag, an dem viele Unternehmen, Versand- und Kaufhäuser besondere Rabatte anbieten, denen Millionen Amerikaner entgegenfiebern. In US-Blogs werden seit Tagen Einkaufstipps und Hinweise auf Rabattaktionen hoch gehandelt.
"Bevor Sie für die Feiertage nach Hause reisen oder shoppen gehen, planen Sie ihren Trip mit den Indoor-Karten vom Flughafen oder dem Einkaufszentrum", pries der Konzern auf Google+ sein neues Angebot. Mittlerweile seien 10.000 Gebäude kartiert, heißt es auf Googles Informationsseiten zu den Indoor-Karten. Einige davon hat der Konzern auf einer Liste zusammengetragen, die auch gleich zeigt, dass jene 10.000 Gebäude auf wenige Länder verteilt sind.
Die meisten davon stehen in den USA, weitere in Japan, Schweden, Dänemark, der Schweiz, Großbritannien und anderen Ländern. Deutschland findet man auf Googles Liste nicht. Das mag auch daran liegen, dass Google die Kartierung von Innenräumen nicht grundsätzlich selbst übernimmt, sondern den Eigentümern von Gebäuden überlässt. Schon in seinem Google+-Posting ruft der Konzern Interessierte dazu auf, doch selbst Pläne zu erstellen. Wie das geht, wird auf den Maps-Support-Seiten erklärt. Und dort findet man auch die große Einschränkung dieser Option, denn Gebäudepläne können nur für Japan, Großbritannien und die USA auf Googles Server hochgeladen werden.
Da wo es sie gibt, dürften Googles Indoor-Karten aber durchaus nützlich sein. Wer einmal in Las Vegas war, wird es beispielsweise schätzen, dass viel der großen Casino-Hotels dort bis ins Detail kartiert worden sind, inklusive Spieltischen und Toilettenräumen. Die jetzt eingeführten Innenraumkarten für den PC dürften bei solchen Ausflügen allerdings nur von mäßigem Nutzen sein. Zum einen, weil man wohl kaum mit dem aufgeklappten Laptop durchs Casino laufen wird, zum anderen, weil die PC-Karten stets nur ein Stockwerk eines Gebäudes abbilden. Von Stockwerk zu Stockwerk umschalten ist nur mit der Google-Maps-App für Android möglich.
Einige interessante Innenraumkarten von Google haben wir in einer Fotostrecke zusammengestellt
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