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US-Medienberichte: Google will Accounts für Kinder anbieten

Google-Schriftzug (in Toronto): Bald Accounts für Kinder? Zur Großansicht
REUTERS

Google-Schriftzug (in Toronto): Bald Accounts für Kinder?

Keine schlimmen Inhalte, keine anzügliche Werbung: US-Medien zufolge will Google spezielle Accounts für Kinder anbieten und Eltern mehr Kontrolle geben - auch darüber, welche Daten der Konzern sammelt.

Google will erstmals Accounts für Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren freigeben, berichtet die Tech-Nachrichtenseite "The Information" (Achtung, Artikel hinter Bezahlschranke). Bislang lassen sich Angebote wie der E-Mail-Dienst Gmail offiziell erst nutzen, wenn man mindestens 13 Jahre alt ist, dasselbe gilt für die vollumfängliche YouTube-Nutzung. Praktisch sieht das Ganze natürlich anders aus, denn eine richtige Altersprüfung bei der Account-Anmeldung gibt es nicht.

In Zukunft wolle Google Eltern mehr Kontrolle verleihen, berichtet der Technik-Blog "Digits" des "Wall Street Journal" mit Bezug auf Google-Insider. Eltern sollen über eine Art Dashboard einstellen können, auf welche Weise ihr Nachwuchs die Google-Dienste nutzt und - für viele Nutzer noch wichtiger - welche Informationen Google über die Kinder und Jugendlichen sammelt.

Wie "Digits" berichtet, experimentiert Google bereits seit einigen Monaten mit einer speziellen kinderfreundlichen Darstellungsvariante des Videodienstes YouTube für Tablet-PCs. Eltern sollten in dieser Version genau einstellen können, welche Inhalte die Kinder sehen können. Vermutlich fiel die Wahl auf Tablet-PCs, da die leichten und einfach bedienbaren Geräte für Kleinkinder häufig den ersten Kontakt mit dem Internet darstellen. Laut einer Studie benutzen fast 40 Prozent der amerikanischen Kinder ein Mobilgerät, bevor sie sprechen können.

Google kommentiert die Berichte nicht

Ganz freiwillig beschäftigt sich Google wohl nicht mit den Kinder-Accounts: Wie Facebook steht der Konzern durch den Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) unter Druck - das US-Kinderschutzgesetz setzt enge Grenzen, welche Daten über Kinder unter 13 Jahren im Internet gesammelt und für Werbezwecke genutzt werden dürfen. Ohne die Zustimmung der Eltern geht in den USA bei einer Account-Eröffnung nichts. Weil die COPPA-Gesetze in Deutschland nicht gelten, wird hierzulande beim Account-Erstellen keine Einverständniserklärung der Eltern abgefragt.

Ob Google die Kinder-Accounts an elterliche Konten koppeln oder eine andere Lösung anbieten will, ist bislang nicht bekannt. Ein Google-Sprecher sagte dem Tech-Blog "Mashable", sein Unternehmen werde sich nicht zu Gerüchten äußern.

Ähnlich wortkarg ist Google im Hinblick auf einen Musikdienst, den das Unternehmen angeblich plant: Wie das Online-Magazin "Android Police" berichtet, soll das Angebot für eine mutmaßlich junge Zielgruppe "YouTube Music Key" heißen. Darauf deute eine Domainregistrierung von Google hin. "Android Police" schreibt in seinem Bericht, der Dienst würde werbefrei Musikdateien, aber auch Videos bereitstellen. Nutzer könnten für 9,99 Dollar pro Monat auf eine Datenbank von 20 Millionen Titeln zurückgreifen. Seinen Bericht illustriert das Magazin mit authentisch aussehenden Screenshots, jedoch ohne eine Bildquelle zu nennen.

abr

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Angefixt
derandereblick 19.08.2014
Es sollen also schon die Kleinen angefixt werden. Passt gut ins Bild von Kapitalismus 2.0.
2. unnötig und möglicherweise geschäftschädigend
Synerga 19.08.2014
jedes Kind, das heutzutage ein Android Gerät besitzt hat bereits einen eigenen account um sich bei Apps wie clash of clans anzumelden denn den Eltern dürfte es mittlerweile schon zu risikoreich geworden sein das ihre Kinder virtuelle inhalte mit papas/mamas Kreditkarte kaufen.
3.
Tiananmen 19.08.2014
---Zitat--- Laut einer Studie benutzen fast 40 Prozent der amerikanischen Kinder ein Mobilgerät, *bevor sie sprechen können*. ---Zitatende--- ...also weit vor 2 Jahren! Da möchte ich mal sehen, was das für Auswirkungen auf die Sprachentwicklung hat. Und wie viele Eltern der Meinung sind, dass die lieben Kleinen nicht früh genug mit einer Schlüsseltechnologie wie dem Internet (genauer gesagt mit den Spielen und Filmen) vertraut gemacht werden können. Ist ja auch bequem, wenn man sich eine Zeitlang nicht um sie kümmern muss. Gell.
4.
ralf_si 19.08.2014
Zitat von Synergajedes Kind, das heutzutage ein Android Gerät besitzt hat bereits einen eigenen account um sich bei Apps wie clash of clans anzumelden denn den Eltern dürfte es mittlerweile schon zu risikoreich geworden sein das ihre Kinder virtuelle inhalte mit papas/mamas Kreditkarte kaufen.
Ich sag's mal vorsichtig: Man muss als Eltern ganz schön unbedarft sein, seinen Kindern ein Google-, Apple- oder Microsoft-Smartphone in die Hand zu drücken.
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  • Andreas Brohme
    Gadgets, Apps, neue Technologien - der Hamburger Andreas Brohme schreibt seit über 20 Jahren über Neues aus Digitalien. In seiner Freizeit spielt er - ganz analog - vor allem Gitarre.

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