Android-Malware Apps lassen Smartphones heimlich Bitcoin schürfen

Sicherheitsexperten warnen vor Schadsoftware im Google-Play-Onlineshop. Die Malware versteckt sich in verschiedenen Wallpaper-Apps, nistet sich heimlich in Smartphones ein und missbraucht die mobilen Geräte als Bitcoin-Rechenmaschinen.

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Google Play: Über Googles Onlineshop wurden die Apps verteilt
AP / Google

Google Play: Über Googles Onlineshop wurden die Apps verteilt


Die Schadsoftware verbirgt sich hinter Herzfotos und Waschbrettbauch-Bildern: Betrüger haben Wallpaper-Anwendungen im Google Play Store mit Schadsoftware infiziert, die Smartphones als Bitcoin-Rechenmaschinen missbraucht. Die Apps heißen "Urban Pulse live Wallpaper" und "Mens Club live Wallpaper" und schleusen laut dem Antivirus-Unternehmen Lookout die Malware mit der Bezeichnung BadLepricon auf Mobilgeräte ein.

Den Sicherheitsexperten zufolge handelt es sich um einen ausgeklügelten Schädling: BadLepricon verhindert beispielsweise, dass der Akku des Smartphones sich durch die Rechnerei auffallend schnell leert. Um zu verhindern, dass der Nutzer die Schadsoftware bemerkt, überprüft die App ständig die Batterieleistung. Sobald der Wert unter 50 Prozent fällt, stoppt die App die Bitcoin-Produktion.

Bis dahin nutzt die Malware jedoch jede Menge Rechenleistung und verhindert, dass das Smartphone in den Ruhemodus versetzt wird - auch wenn das Display ausgeschaltet ist. Die App verschleiert zudem über einen Proxy-Server den Weg zur digitalen Geldbörse des Entwicklers und das "Mining"-Netzwerk, das von der Rechenleistung des gekaperten Smartphones profitiert. Die infizierten Apps sind offenbar schon mehrere hundert Mal installiert worden, fünf Varianten hat Google bereits aus dem Play Store entfernt.

Nutzer beteiligen sich am Mining für die Kryptowährung

Die Betrüger wollen offenbar mit einem Heer von Smartphones, die sich an der Bitcoin-Berechnung beteiligen, Geld verdienen. Reich werden sie damit bestimmt nicht. Denn am Mining für die Kryptowährung beteiligen sich mittlerweile sehr viele Nutzer - meist mit Computern, die wesentlich mehr Rechenleistung haben. Ein Experiment des Speicher-Dienstleisters iDrive hat jüngst gezeigt, dass selbst große Server-Farmen kaum Gewinne erzielen. Der Konzern hat 600 Quadcore-Server für die Berechnung der Online-Währung eingesetzt und innerhalb eines Jahres gerade einmal 0,4 Bitcoin erwirtschaftet. Das entspricht einem Erlös von etwa 130 Euro.

Doch die Methode ist beliebt: bereits im Januar haben Betrüger über Werbeanzeigen auf der Yahoo-Startseite mehrere Rechner mit Schadsoftware infiziert. Computer, die sich die Malware eingefangen hatten, führten ohne das Wissen der Nutzer im Hintergrund heimlich eine Bitcoin-Mining-Software aus. Etwa 300.000 Nutzer haben sich die Schadsoftware über die Banner auf der Homepage des Suchmaschinenkonzerns eingefangen.

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insgesamt 17 Beiträge
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Gott 25.04.2014
1. Bitcoin mining auf handys??
lol da hat wohl jemand den 1. April verpasst...
bluemetal 25.04.2014
2. Jaja
Viren, Schadsoftware....Virenschutzprogramm....Android, Windows...und täglich grüßt das Murmeltier. Als Nutzer eines Smartphones und eines PCs mit Apfel-Symbol habe ich keines dieser Probleme. Virenschutzsoftware gibts deshalb erst gar nicht mal zu kaufen. Ich kann jedem nur empfehlen sein Hirn einzuschalten und beim nächsten Kauf 50,- € mehr beim Kauf in die Hand zu nehmen und dafür eine gutes, sicheres und sorgenfreies Betriebsystem zu bekommen.
Steuerzahler0815 25.04.2014
3.
Dieses ganze Bitcoingemine ist eine unglaubliche Energieverschwendung Wenn ich das schon lese 600 Server die 1 Jahr lang Strom verbrauchen nur um eine neue Währung zu errechnen Was für ein Quatsch Gleichzeitig müssen wir Deutschen Energie sparen
Gott 25.04.2014
4.
Zitat von bluemetalViren, Schadsoftware....Virenschutzprogramm....Android, Windows...und täglich grüßt das Murmeltier. Als Nutzer eines Smartphones und eines PCs mit Apfel-Symbol habe ich keines dieser Probleme. Virenschutzsoftware gibts deshalb erst gar nicht mal zu kaufen. Ich kann jedem nur empfehlen sein Hirn einzuschalten und beim nächsten Kauf 50,- € mehr beim Kauf in die Hand zu nehmen und dafür eine gutes, sicheres und sorgenfreies Betriebsystem zu bekommen.
Wer ein bisschen Hirn hat, braucht keine Angst vor Viren zu haben. Gott sei Dank gibt es kaum Viren für macs, sonst wären die Apple Jünger komplett verloren.
vitalik 25.04.2014
5. News
Zitat von bluemetalViren, Schadsoftware....Virenschutzprogramm....Android, Windows...und täglich grüßt das Murmeltier. Als Nutzer eines Smartphones und eines PCs mit Apfel-Symbol habe ich keines dieser Probleme. Virenschutzsoftware gibts deshalb erst gar nicht mal zu kaufen. Ich kann jedem nur empfehlen sein Hirn einzuschalten und beim nächsten Kauf 50,- € mehr beim Kauf in die Hand zu nehmen und dafür eine gutes, sicheres und sorgenfreies Betriebsystem zu bekommen.
Da musst du nur in dem Archiv bei SPON nachsehen. Ich glaube der Artikel erschein letzte Woche, aber glaub weiter an deine heile Welt.
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