52 Millionen Konten betroffen Noch eine Datenpanne bei Google Plus

Externe Entwickler hätten auf Daten von mehr als 50 Millionen Nutzern von Googles sozialem Netzwerk zugreifen können, auch wenn diese nicht öffentlich waren. Google stellt das Netzwerk nun früher ein als geplant.

Google-Plus-Icon unter der Lupe
DPA

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Deutlich früher als geplant macht Google sein soziales Netzwerk Google Plus dicht, nämlich schon im kommenden April, anstatt erst im August, wie es zunächst angepeilt worden war. Der Grund: Das Unternehmen hat eine neue Datenpanne entdeckt.

Informationen von rund 52,5 Millionen Nutzern seien davon betroffen gewesen, teilte Google mit. Dabei hätten Software-Entwickler über die Schnittstelle zu Google Plus (API) Zugang unter anderem zu Namen, E-Mail-Adressen, Alter und Beschäftigung gehabt, auch wenn diese Daten privat bleiben sollten. Die Lücke habe sechs Tage lang bestanden und Google habe keine Hinweise darauf, dass Entwickler sie ausgenutzt oder auch nur entdeckt hätten.

Google hatte im Oktober mitgeteilt, dass Google Plus bereits seit dem Jahr 2015 eine Schwachstelle hatte, durch die App-Entwickler ebenfalls auf den Namen, die E-Mail-Adresse sowie Informationen über Beschäftigung, Geschlecht und Alter von Nutzern zugreifen konnten. Damals sprach Google aber nur von 500.000 potenziell betroffenen Nutzerkonten. Die ähnliche neue Lücke, die aber viel mehr Accounts traf, sei im November mit einem Software-Update eingeführt worden, hieß es jetzt. Die Schnittstellen für Software-Entwickler sollen nun innerhalb der kommenden drei Monate gekappt werden.

Google stand bereits in der Kritik, weil das Unternehmen die erste Schwachstelle zwar bereits im März entdeckt und umgehend geschlossen hatte - sie aber nicht öffentlich machte. Der Vorfall wurde erst durch einen Bericht im "Wall Street Journal" bekannt. Jetzt meldete Google die neue Lücke kurz vor einer Anhörung von Firmenchef Sundar Pichai im US-Kongress.

Google Plus war 2011 als Konkurrenz zu Facebook gestartet, hatte sich aber nicht durchsetzen können und hatte zuletzt kaum noch aktive Nutzer. Google will eine Version des Netzwerks für die Kommunikation in Unternehmen weiterbetreiben.

pbe/dpa



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Atömchen 11.12.2018
1.
Korrektur: "Externe Entwickler hätten auf Daten von mehr als 50 Nutzern von Googles sozialem Netzwerk zugreifen können" ;)
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