Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Angeklickt

Angeklickt Wenn Google-Roboter zufällig Selfies schießen

Screenshot aus dem Blog "Camera in the Mirror": Amüsante wie verstörende Aufnahmen Zur Großansicht

Screenshot aus dem Blog "Camera in the Mirror": Amüsante wie verstörende Aufnahmen

 |

Google-Nutzer können sich nicht nur bei Street View durch Straßenzüge klicken, sondern auf ähnliche Weise auch Kunstmuseen virtuell durchwandern. Ein spanischer Künstler sammelt in seinem Blog Roboter-Selfies, die bei den Aufnahmen für das sogenannte Art Project entstanden.

"Camera in the Mirror" heißt das tumblr-Blog von Mario Santamaria, für das der Mann aus Barcelona viel Zeit mit virtuellen Museumsrundgängen verbracht haben muss. Einige Dutzend Screenshots zeigen Kameraroboter, die auf ihren Bildern selbst zu sehen sind, weil sie einen Spiegel fotografiert haben.

Aufnahmen, die amüsant sind und zugleich verstören. "Die Bilder sehen fast aus wie Standbilder aus einem Kubrick-Film", schreibt das Kunstblog Booooooom.com - eine von vielen Seiten, die "Camera in the Mirror" in den letzten Tagen empfohlen haben.

Künstler Santamaria hat sich schon mehrfach mit Googles Art Project beschäftigt, das man sich als Indoor-Version des Dienstes Street View vorstellen kann. So hat Santamaria zum Beispiel ein Vimeo-Video veröffentlicht, in dem er sich durchs Schloss Versailles klickt. In einem zweiten Blog namens "Righted Museum" sammelt er Art-Project-Aufnahmen, auf denen bestimmte Kunstwerke aus urheberrechtlichen Gründen verpixelt sind.

1 Leserkommentar Diskutieren Sie mit!
Wolffpack 04.07.2014

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Angeklickt: Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: