Street View in den Emiraten Was will Google mit dem Kamel in der Wüste?

In der Wüste gibt es vor allem eins zu sehen. Sand. Viel Sand. Trotzdem will Google auch dort seinen Dienst Street View anbieten - und schickt Kamele mit Kamera los. Was soll das?

YouTube

In Deutschland sind viele Aufnahmen veraltet, doch in anderen Ländern bemüht sich Google noch immer, unterschiedlichste Orte für seinen Panoramadienst Street View zu erfassen. Nachdem schon Kamerawagen, Fahrradfahrer und selbst Schneemobile für das Unternehmen unterwegs waren, war nun auch ein Kamel im Einsatz.

Das Lasttier wurde eingesetzt, um eine der schweren Trekker-Kameras zu tragen, die 360-Grad-Rundumblicke ermöglichen. Vom Kamelrücken ließ Google die Liwa-Wüste in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) fotografieren, die mit majestätischen Dünen von bis zu 40 Meter Höhe aufwartet. Neben viel Sand kann sich der Betrachter aber auch durch die größte Oase der arabischen Halbinsel klicken.

Die Wahl des Google-Teams fiel auf das Höckertier, weil damit die Gefahr von technischen Störungen am geringsten gewesen sei. Ebenso glauben die Panoramafotografen, auf diese Weise möglichst authentisches Bildmaterial zu sammeln. "Wir hoffen, dass diese Auswahl Ihnen einen Eindruck davon vermittelt, was es während der letzten 3000 Jahre für die Karawanenhändler bedeutete, durch die Wüste zu reisen", heißt es im Google-Blog. Was man halt so schreibt, um eine Marketingaktion irgendwie seriös und relevant aussehen zu lassen.

Interessant für Reisende

In den VAE haben die Aufnahmen dem Kamel zu einiger Berühmtheit verholfen. Die Nachrichtenseite "The National" etwa schrieb, dass sich Raffia, eine zehn Jahre alte Kameldame, nebst Führer jeweils schon um 6 Uhr in der Frühe auf den Weg machte. Ziel war es, die besten Wetterbedingungen zu nutzen. Die örtliche Google-Sprecherin sagte, das neue Bildangebot könne dem Liwa-Tourismus helfen. 20 bis 30 Prozent der Nutzer, die bei Street View einen bestimmten Ort aufrufen, würden jeweils aus dem Ausland kommen. Welches Sandkorn genau mit dem Google-Dienst gut auffindbar sein soll, ließ die Sprecherin offen.

Wem Googles neuestes Projekt zu trocken ist, der findet vielleicht bei einem der zahllosen Experimente Abwechslung, die auf Grundlage des Panoramadienstes erstellt wurden. Bemerkenswert ist hier vor allem World Under Water, ein Dienst, bei dem eine Software jeden per Street View erreichbaren Ort meterhoch unter Wasser setzt.

Als Konzept entworfen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, bietet World Under Water durchaus Kurzweil. Neben Sehenswürdigkeiten wie dem Petersdom und dem Eiffelturm können auch unbekannte Plätze angesteuert werden, solange sie in Street View auftauchen. Im Eingabefeld muss nur die entsprechende Adresse eingegeben werden. Mit ein bisschen Glück kann sogar die eigene Straße als Wasserparadies bewundert werden.

Fotostrecke

6  Bilder
WorldUnderWater: Touristenattraktionen unter Wasser gesetzt

meu



insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
carolian 09.10.2014
1. Was das soll?
Google liefert dadurch der CIA die Koordinaten für die US-Drohnen und Marschflugkörper. Das soll das. Das ganze Projekt wurde doch von den US-Geheimdiensten aufgesetzt. Der ganze Zirkus mit den Funkwagen und Kameras war nur Tarnung, um das durchsetzen zu können. Damit die ihre chirurgischen Schläge nach der alten US-Militärdoktrin weltweit zu jeder Zeit durchführen können. Das steckte doch hinter Google Earth. Heute hat sich die Militärdoktrin der USA geändert. Die Kriege werden in den Medien geführt. Was man auch beim Spiegel (nun Bertelsmann als Geldgeber) deutlich merkt.
Flying Rain 09.10.2014
2. Erinnert
Erinnert irgendwie an "Die Vermessung der Welt"...
zerozero123 09.10.2014
3. Die Wüste...
kartographieren? Gehts noch? Selten so was Dumems gehört. Es ist sinnfrei das zu tun, jeden Tag sieht die Wüste anders aus, Sanddünen wandern, nichts ist wie es gestern war...nicht umsonst sind Wüstengebiete auf Landkarten weiß...
static2206 09.10.2014
4. Die Wüste lebt
die Wüste verändert sich auch ständig. Von daher wird Streetview sicherlich nicht zur Orientierung genutzt werden können. Warum macht Google sowas? Ganz einfach. Weil sie es können.
Trainspotter 09.10.2014
5.
Was gibt es jetzt daran zu bemäkeln? Google stellt kostenlos diese Aufnahmen für jeden, den es interessiert, kostenlos zur Verfügung. Dass in Deutschland immer alles schlecht gemacht werden muss...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.