Abstimmen mit den Augen: Google sichert sich Patent auf Eyetracking-Werbetechnologie

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Träger einer Datenbrille (Archivbild): Den emotionalen Zustand erfassen

Wenn jeder Blick zählt: Google hat sich ein Verfahren zum Messen der Wirksamkeit von Werbung patentieren lassen. Ob das Unternehmen das System bei seiner eigenen Datenbrille Glass einsetzen wird, ist noch offen.

Unter dem Schlagwort "Pay per gaze" berichten US-Medien derzeit über ein Patent, das Google im August bewilligt wurde. In der online abrufbaren Patentbeschreibung wird unter anderem die Idee vorgestellt, mit Hilfe einer Datenbrille - wie beispielsweise Glass - zu erfassen, wie lange und häufig Kunden auf bestimmte Anzeigenmotive blicken.

Durch ein solches Verfahren ließe sich die Abrechnung von Werbung an deren tatsächliche Reichweite koppeln - vergleichbar mit Online-Werbebannern, bei denen pro Klick ein bestimmter Betrag fällig wird. Welche Magazinanzeige oder welches Plakat sich ein Datenbrillenträger ansieht, könnte Google per Abgleich mit einer Bilddatenbank nachvollziehen.

Zusätzlich skizziert Google die Idee, über die Brillenkamera auch den emotionalen Zustand des Anwenders zu erfassen: Einschätzen lassen soll dieser sich durch eine Analyse der Pupillen. So könnte Google Werbekunden zum Beispiel eine Rückmeldung geben, ob ihr Schock-Anzeigenmotiv so erschreckend ist wie beabsichtigt.

Wissenschaftler untersuchen längst Blickbewegungen

Technisch erinnert Googles Werbekonzept an das sogenannte Eyetracking-Verfahren, das in der Wissenschaft seit längerem eingesetzt wird: Forscher untersuchen per Eyetracking beispielsweise die Blickbewegungen beim Zeitungslesen.

Ob und in welcher Form Googles "Pay per gaze"-Verfahren jemals praktisch genutzt wird, ist laut eines Unternehmenssprechers offen: "Wir haben Patente für eine Vielzahl von Ideen", sagte er gegenüber "Ad Age". "Einige dieser Ideen finden sich später in echten Produkten oder Dienstleistungen, einige nicht. Künftige Produktankündigungen sollten nicht unbedingt aus unseren Patenten abgeleitet werden." Das hier beschriebene Patent hatte Google bereits im Mai 2011 beantragt.

mbö

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1. Patente...
ja.nee.is.klar 20.08.2013
...wann wird dieser Schwachsinn endlich abgeschafft. Innovationskiller 1!!!
2. Hirnchip wäre noch besser
Der_Junge_Fritz 20.08.2013
Tolle Sache, aber immer noch zu wenig. Es wäre wünschenswert, direkt einen Chip ins Hirn einzupflanzen und mittels RFID- Transponder mittels Induktionsverfahren die Hirnströme zu messen und auf den Google-Server zu übermitteln. Das hätte den Vorteil, dass die NSA gleich darauf zugreifen könnte. Google könnte dann auch noch ein besseres Abrechnungssystem für die Werbung anbieten, Pay per Mind. Die Werbemassnahmen könnten dann noch hirngerechter geplant und abgerechnet werden.
3. Noch besser waere ein Kill Switch,
hdudeck 20.08.2013
Zitat von Der_Junge_FritzTolle Sache, aber immer noch zu wenig. Es wäre wünschenswert, direkt einen Chip ins Hirn einzupflanzen und mittels RFID- Transponder mittels Induktionsverfahren die Hirnströme zu messen und auf den Google-Server zu übermitteln. Das hätte den Vorteil, dass die NSA gleich darauf zugreifen könnte. Google könnte dann auch noch ein besseres Abrechnungssystem für die Werbung anbieten, Pay per Mind. Die Werbemassnahmen könnten dann noch hirngerechter geplant und abgerechnet werden.
der dann denjenigen entweder paralisiert (um ihn dann bequem aufzusammeln) oder gleich auf null Activitaet (Tot) stellt. Kommt bestimmt bald, konsequente Weiterentwicklung des Ueberwachungsstaats.
4. jepp
ChristophDobera 20.08.2013
Zitat von ja.nee.is.klar...wann wird dieser Schwachsinn endlich abgeschafft. Innovationskiller 1!!!
Jepp, ein weiteres Beispiel für Patentwahnsinn. Wenn man es mal runterbricht, wird hier die "Interpretation eines Messergebnisses" patentiert. Welch Irrsinn! Aber man kann es nicht oft genug erwähnen, in einer Welt in der ein Konzern wie Mesanto sich eine Naturmedizin patentieren lassen kann, und den Völkern die das seit Jahrhunderten nutzen, den Gebrauch verbieten wollen, wundert einen nichts mehr. Ärgerlich ist es dennoch.
5. Das klappt nicht
swnf 20.08.2013
Zitat von Der_Junge_Fritz...Hirnströme zu messen und auf den Google-Server zu übermitteln...
Gutte Idee, kann aber nicht funktionieren, da bei Menschen, die sich Google Glass aufsetzen, wohl kaum Hirnströme messbar sein dürften! ;)
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Zum Autor
  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.
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