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Nicht-öffentlicher Bericht: Google soll Konkurrenz mit Ausschluss gedroht haben

Google habe sich fremder Inhalte bemächtigt, seine Monopolstellung missbraucht, heißt es in einem US-Bericht, der nicht zur Veröffentlichung gedacht war. Dass der nun an Journalisten geschickt wurde, soll ein Versehen gewesen sein.

Mitglieder der US-Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) wollten 2012 offenbar ein Kartellrechtsverfahren gegen Google eröffnen. Der Vorwurf: Der Internetkonzern habe seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt. Das gehe aus einem Untersuchungsbericht der FTC hervor, berichtet das "Wall Street Journal".

Das Dokument, aus dem diese Information stammt, landete offenbar unabsichtlich in den Händen der Journalisten. Sie hatten eine Anfrage im Rahmen des amerikanischen Informationsfreiheitsgesetzes (Freedom of Information Act) gestellt, bekamen daraufhin einen unzensierten Auszug eines Untersuchungsberichts zugeschickt. "Wir werden Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommen kann", erklärte die Behörde.

Die Unterlagen geben einen Teil der Untersuchung der FTC gegen Google im Jahr 2012 wieder. Damals hatte sich das Bewertungsportal Yelp darüber beschwert, dass Google angeblich Rankingergebnisse zu seinen eigenen Gunsten filtern würde.

Beschwerden von Amazon und Ebay

Die Unterlagen, die als nicht-öffentlich eingestuft sind, enthalten offenbar Stellungnahmen der damaligen Google-Führung, darunter Eric Schmidt, die damalige Vize-Präsidentin Marissa Mayer und die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin.

Außerdem sollen sich darin Führungskräfte von Amazon und Ebay über die Übermacht von des Konzerns beschwert haben. Die Dokumente sollen diese, auch von anderen Internetkonzernen befürchtete Theorie beweisen: Google listet die Suchergebnisse der eigenen Dienste höher als die der Konkurrenz.

Darüber hinaus soll das Unternehmen Inhalte fremder Bewertungsportale wie Yelp, Tripadvisor und Amazon auf seinen Seiten veröffentlicht haben. Zum Beispiel habe Google das Verkaufsranking von Amazon kopiert und als sein eigenes ausgegeben.

Aus dem Bericht geht laut "Businessinsider" auch hervor, dass Google seine Mitbewerber bedroht habe. "Als einige Unternehmen Google baten, ihre Inhalte nicht zu übernehmen, drohte das Unternehmen damit, sie völlig aus ihrem Ranking zu löschen", heißt es in dem Magazin. Konsequenzen hatten diese Erkenntnisse nicht.

kbl

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insgesamt 5 Beiträge
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1. US Gnade
sehrleise 20.03.2015
Da sieht man mal wieder die extrem nationalistisch geprägte Rechtssprechung in den USA. Ein US Weltkonzern agiert derart exorbitant wettbewerbsverletzend ohne jegliche Folgen. Ausländische Unternehmen hingegen werden für die kleinsten Fehlverhalten, selbst wenn sie nicht einmal auf US Boden stattfanden, mit Milliardenstrafen belegt, unter Androhung von Ausschluß vom US Markt. Ein zukünftiges geheimes TTIP Schiedsgericht in Washington, mit direktem US Einfluss auf alle Richter, möchte ich mir da gar nicht erst vorstellen.
2. Versteh das nicht wirklich
spon-facebook-10000840739 20.03.2015
Ich lese immer wieder wie google ja so böse ist und das Ranking verzerrt. Aber das ist doch ihr Ranking. Des Ranking was bei google angezeigt wird ist doch deren Sache. Ist ja nicht so das Google ne offizielle Institution ist. Ich meine ich kann doch auch meine persönlich top 100 erstellen und es kann mir doch egal sein ob andere damit einverstanden sind oder? Das ganze is doch nur neid auf den Erfolg von google - bei den anderen Suchmaschinen interssiert doch auch keine wer wo rangiert. Die sind nämlich eh Müll.
3. Nein, eben nicht
axcoatl 21.03.2015
Das übernehmen und veröffentlichen fremder Inhalte unter eigenem Namen nennt man 'plagiieren', und wenn man eine marktbeherrschende Position besitzt, ist es höchst unfein, wenn man gefälschte Übersichten veröffentlicht. Den Gegenüber dann noch zu bedrohen, weil er sich gegen den Diebstahl geistigen Eigentums wehrt, ist dann vollends ein Zeichen fehlenden Unrechtsbewusstseins, und zeigt, dass man bereit ist seine Monopolstellung wettbewerbswidrig auszubauen. Kurz: Google ist definitiv nicht 'gut' - 'unmoralischer monopolistischer Datenmoloch' würde besser passen. ;-)
4. Nein, stimmt nicht. Leider falsch.
haiti 21.03.2015
Rankings sind ein Wirtschaftsgut. Wer fremde als eigene ausgibt, begeht Diebstahl. Und Konzerne dieser Größe haben im besondern eine Verantwortung. Schließlich werden auf Grund von Rankings auch wichtige Entscheidungen getroffen. Siehe übrigens auch ADAC. Lieber Forist, ihre Top 100 wird niemanden interessieren, daher können Sie diese gerne veröffentlichen. So einfach ist das.
5. Nein, es ist nicht gemeint, ....
eskimoser 21.03.2015
-"Wir werden Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommen kann", erklärte die Behörde.- das Google dies nicht wieder machen kann. Nur der Leak soll abgestellt werden!
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