Suchmaschinen-Ranking Google straft Webseiten ohne Mobiloptimierung ab

Webseiten, die nicht auch auf die Nutzung mit Smartphones und Tablets ausgerichtet sind, werden ab Dienstag wohl schlechter zu finden sein. Google wird die Seiten niedriger ranken - zumindest bei der Suche von Mobilgeräten aus.

Google auf dem Smartphone: Seiten, die mobil schlecht nutzbar sind, sollen von Mobilgeräten aus auch schlechter zu finden sein
REUTERS

Google auf dem Smartphone: Seiten, die mobil schlecht nutzbar sind, sollen von Mobilgeräten aus auch schlechter zu finden sein


Acht Wochen nach einer ersten Ankündigung macht Google nun Ernst: Von diesem Dienstag an werden Webseiten, die sich auf Smartphones und Tablets nicht gut darstellen lassen, schlechtere Rankings bei der mobilen Google-Suche erhalten. "Da immer mehr Menschen Mobilgeräte für den Zugriff auf das Internet verwenden, müssen sich unsere Algorithmen diesen Nutzungsgewohnheiten anpassen", hieß es in einem offiziellen Blogeintrag des Webmaster-Teams von Google.

Vom 21. April an werde die "Mobil-Freundlichkeit" einer Website ein Kriterium im Ranking werden. "Dieser Wechsel wird die Mobilsuche in allen Sprachen weltweit betreffen und eine signifikante Auswirkung auf unsere Suchergebnisse haben."

Dabei geht es beispielsweise um Schriftgrößen, die nicht zu klein sein dürfen, oder Navigationselemente, die sich gut mit dem Finger auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm bedienen lassen. Zu einer Abwertung führen auch Inhalte, die auf Mobilgeräten in der Regel nicht dargestellt werden können - wie beispielsweise Adobe Flash.

Auch Apps sollen durchsucht werden

Google hat eine Testseite eingerichtet, auf der Betreiber von Webseiten überprüfen können, ob ihre Angebote für Mobilgeräte optimiert sind. Google-Manager Gary Illyes sagte auf dem Technologie-Event SMX West, seines Wissens werde der Mobil-Check keine Auswirkungen auf die Desktop-Suche haben.

Googles neuer Schwerpunkt auf mobile Nutzung zeigt sich auch in einer weiteren Funktion: Künftig sollen Inhalte von Android-Apps besser durchsuchbar werden. Mobil-Programme, die über einen Index verfügen, haben eine Chance, in den Suchergebnissen aufzutauchen, wenn der Nutzer bei Google eingeloggt ist und die entsprechende App installiert hat. Der Konzern will damit der Herausforderung begegnen, dass immer mehr Informationen nicht unbedingt im offenen Web zu finden sind, sondern in den Daten-Containern einer App.

juh/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Boris Feinbrandt 20.04.2015
1. Gute Sache
Vielleicht bringt das die zuständigen Webmaster auch gleich dazu, die Website so zu optimieren, dass die Ladezeiten in einem vernünftigen Rahmen bleiben.
hschmitter 20.04.2015
2.
Abstrafen? Ist doch logisch, daß es sinnvoll ist, Seiten entsprechend der Darstellung auf dem entsprechenden Gerät zu bevorzugen. Leider kann ich das bei Browsern, die alle inzwischen genauso schlecht konfigurierbar sind, nicht machen - ich würde alle abstrafen, da kaum ein Browser für ein 16:9-Display eine vernünftige Oberfläche mit zentrierter Webseite ermöglicht.
hwdtrier 20.04.2015
3. Sehr gute Idee
Viele Sites sind so mies dass man sie nur per PC lesen kann
ArnoNym 20.04.2015
4. Schwachsinn hoch sieben
Den Kachel-Betriebssystemen, die die allermeisten Nutzer ablehnen, sollen jetzt "Mobil-Websites" folgen? Die spinnen wohl, die Römer! Mein Netbook ist auch mobil, und dort will ich verunstaltete Webseiten (damit die Schmierfon-Benutzer sie mit den zu dicken Fingern bedienen können) nicht sehen - genauso wenig wie auf meinem Desktop-PC. Meine eigenen Webseiten werden jedenfalls ganz sicher nicht angepaßt. Dazu kann mich Google gern so oft anschreiben, wie sie wollen. Soll Google halt meine sehr textlastigen Infoseiten aussortieren und nur noch stylische aber inhaltsleere Seiten als Suchergebnis liefern. Und wenn auf den vorderen Ergebnisplätzen nichts Sinnvolles mehr zu finden ist, werden auch andere Suchmaschinen wieder eine Chance bekommen. Ganz nebenbei: WAP gibt's schon sehr lange, hatte sich aber nie durchgesetzt. Tröstlich ist, daß auch dieser Hype vorbeigehen wird: Auch bei den Schmiertabletten hat man inzwischen gemerkt, daß eine Tastatur als Sonderzubehör ein sinnvolles Accessoire ist.
7eggert 20.04.2015
5. Ja, aber.
Zitat von Boris FeinbrandtVielleicht bringt das die zuständigen Webmaster auch gleich dazu, die Website so zu optimieren, dass die Ladezeiten in einem vernünftigen Rahmen bleiben.
Eine vernünftig aufgebaute Seite läßt sich zudem in jedem Browser gut anzeigen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.