Hamburger Miniaturwunderland Google Street View jetzt eine Nummer kleiner

Deutsche Straßen digitalisiert Google derzeit nicht, dafür aber eine Hamburger Touristenattraktion: Bei Street View kann man sich jetzt durch das Miniaturwunderland klicken.

Börner/ Google

Er sei nervös gewesen, ehrfürchtig, erzählt Frederik Braun von den ersten Besuchen der Google-Mitarbeiter. "Nach jedem Termin hatte ich das Gefühl, das war's", sagt der Mitbegründer des Miniaturwunderlandes, das als weltgrößte Modelleisenbahn zu Hamburgs beliebtesten Touristenattraktionen zählt. Zu kompliziert schien es zu werden, die rund 1300 Quadratmeter große Miniaturwelt für Street View zu digitalisieren, was sich Google vor gut einem Jahr vorgenommen hatte.

Die Welt des Wunderlandes hat einen Maßstab von 1:87, die Anlage ist mittlerweile so komplex geworden, dass dort kein Platz für die üblichen Street-View-Kameras ist. Besonders die Tunnel machen es schwer, den Verlauf und die Umgebung der Straßen und Eisenbahnschienen zu dokumentieren.

Google hat das Projekt trotzdem erfolgreich umgesetzt. Über g.co/miniaturwunderland kann man sich seit Mittwoch durch die Nachbauten unter anderem von Hamburg, Bayern und Amerika klicken, alternativ geht das auch über die Street-View-App.

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13  Bilder
Street View: Googles Aufnahmen aus dem Miniaturwunderland
Es wurde nachts gefilmt

Google hat seine Aufnahmen nachts gemacht, tagsüber sind schließlich Tausende Besucher im Miniaturwunderland unterwegs. Auf technischer Seite kamen ein kleiner Kamerabus und ein kleiner Kamerazug zum Einsatz, außerdem eine 360-Grad-Spiegelreflexkamera, die dort an die Decke gehängt wurde, wo es keine Straßen oder Schienen gibt. Anschließend wurden alle Aufnahmen händisch miteinander verknüpft.

"Unser Kamerazug hatte zwei kleine Kameras an Bord, die jeweils etwas mehr als 180 Grad aufnehmen", erklärt Sven Tresp aus Googles Street-View-Team. Nach jeder Aufnahme sei der Zug ein Stück weitergefahren, dann wurde die nächste gemacht. Dabei war Präzision wichtig, damit sogenannte Stitching Errors vermieden werden, das sind Bildübergänge, bei denen der Nutzer später merkt, dass die Aufnahmen nicht zusammenpassen.

Googles Kamerazug: Nachts unterwegs im Wunderland
Börner/ Google

Googles Kamerazug: Nachts unterwegs im Wunderland

Das war eine Riesenherausforderung", sagt Tresp, "wir reden hier von Millimetern." Die Kameras auf dem Zug seien herkömmliche Digitalkameras gewesen, denen das Gehäuse abgenommen wurde, um sie so klein wie möglich zu machen. Gesteuert wurde der Street-View-Zug über die Anlage des Miniaturwunderlandes.

Neue Ecken zu entdecken

Auch wenn Google gefühlt im Monatstakt eindrucksvolle Street-View-Aufnahmen veröffentlicht - sogar ein Kamel transportierte dafür eine Kamera -, bieten die neuen Bilder über ihren optischen Charme hinaus einen Mehrwert: Sie zeigen Orte des Miniaturwunderlandes, die zahlende Besucher sonst nicht zu Gesicht bekommen, zum Beispiel das Innere eines Flughafenterminals.

Wunderland-Gründer Frederik Braun sagt, durch Google habe sein Team Ecken entdeckt, an die es sich gar nicht mehr erinnerte. Manche davon wolle man nun lieber mal aufhübschen.

Sorgen, dass durch das Google-Projekt künftig Touristen ausbleiben, weil sie vieles schon digital sehen können, macht sich Braun nicht. Er freue sich, dass die Bilder des Miniaturwunderlandes jetzt um die Welt gehen, sagt er. "Wer sich das anschaut, wird kommen."

mbö

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
c0bRa 13.01.2016
1. Ist die lose Achse im Schweizer Tunnel Absicht? :D
oder wurde die beim Putzen vergessen? ;) Ein Puffer liegt da auch noch zwischen den Gleisen...
xcountzerox 13.01.2016
2. genial
seit jahren bin ich dort besucher und die entwicklung ist atemberaubend. weiter so.
ColdFever 13.01.2016
3. Liebe im Detail
Ich freue mich bei jedem Besuch darauf, wieder etwas Neues zu entdecken. Im Miniaturwunderland ist die Hamburger Seele lebendig.
Kunstgriffe 13.01.2016
4. Wirklich praktisch
Wer die neue Streetview-Erweiterung für Räume nicht kennt, dem empfehle ich in seiner Umgebung mal einen Blick auf Google Maps. Dort kann man bereits in viele Unternehmen vor dem Besuch hereinschauen. Das ist wirklich sehr praktisch, wenn man ein Restaurant sucht oder wissen will, wie ein Fitness- Studio von innen aussieht usw. Wer als Unternehmen mitmachen will, der googelt einfach nach "Google Business View".
seb.mazur@googlemail.com 13.01.2016
5. super idee
ich liebe die wunderwelt, jetzt kann ich sie mir in ruhe zu hause angucken, was einem erneuten besuch natürlich nicht im wege steht, aber hervorragend ergänzt. mein einziger kritikpunkt ist, daß die modelbauer derwunderwelt zuwenig weathering benutzen. so sehen viele gebäude aus, wie aus der box.
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