Bericht von Google: Wo die Virenschleudern wohnen

Google schlägt Alarm, wenn Websites von Viren befallen sind und Surfern schaden könnten. In seinem Transparenzbericht listet das Unternehmen jetzt auch auf, aus welchen Ländern die Virenschleudern kommen. Deutschland landet im Mittelfeld.

Quellcode-Analyse: Infizierte Websites erst nach 25 Tagen wieder sauber Zur Großansicht
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Quellcode-Analyse: Infizierte Websites erst nach 25 Tagen wieder sauber

Google hat seinen regelmäßig veröffentlichten Transparenzbericht um einen wichtigen Bereich erweitert. Bisher wurden unter anderem die an den Suchmaschinenkonzern gerichteten Löschanfragen für unerwünschte Verlinkungen benannt. Nun wird auch angegeben, wie hoch der Anteil der im Rahmen von Googles Safe-Browsing-Projekt identifizierten Malware-Seiten ist. Dabei scannt das Unternehmen Millionen Webseiten, um jene herauszufiltern, die ohne Wissen der Surfer Schadprogramme verteilen.

Dabei fällt zunächst auf, dass der Anteil der erfassten Webseiten, die als Virenschleudern arbeiten, in Deutschland mit 10 Prozent vergleichsweise hoch ist. In den USA liegt dieser Wert bei 2 Prozent, in Frankreich bei 7 und in Großbritannien bei 5 Prozent.

Deutscher Spitzenreiter ist für den Zeitraum des letzten Quartals eine Firma aus München, stolze 27 Prozent der von dem Anbieter gehosteten Seiten enthalten Malware. Ein großer Online-Dienstleister, bei dem jede fünfte Seite betroffen ist, fällt noch mehr ins Gewicht, weil die Zahl der betroffenen Webseiten viel höher ist.

Eine der weiteren Erkenntnisse der Google-Aufstellung: Ein Großteil der Malware-Angriffe kommt von ganz normalen Seiten. "Ars Technica" weist darauf hin, dass die meisten betroffenen Webseiten an sich harmlose und gesetzeskonforme Angebote darstellen, die von Angreifern gehackt wurden.

Mit seinem Safe-Browsing-Konzept warnt Google Surfer im Netz, bevor sie eine potentiell gefährliche Seite besuchen. Von diesen Gefahrenseiten findet und blockiert Google jeden Tag an die 10.000, davon profitieren Nutzer von Chrome, Firefox und weiteren Browsern. Daneben gibt es auch eine Benachrichtigungsfunktion für Seitenbetreiber und Webmaster, die über etwaige Infektionen informiert.

Angesichts der Tatsache, dass von Malware-Problemen private Homepages ebenso betroffen sind wie große Firmenauftritte, keine schlechte Hilfe. Denn bislang scheinen sich die meisten Webmaster der möglichen Probleme durch Malware-Infektionen nicht sehr bewusst zu sein und die Google-Hilfe nur recht schleppend anzunehmen. Laut "Heise" vergehen durchschnittlich 25 Tage von der Benachrichtigung über ein Schadprogramm bis zu dessen Bereinigung.

meu

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insgesamt 3 Beiträge
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1. der Spitzenreiter
nuuya 26.06.2013
kommt aus einer großen Firma, welche ihren Sitz in einer großen Stadt hat, welche wiederum in einem großen europäischen Land liegt. Jetzt bin ich viel schlauer..
2. Was ist gemeint mit
markusma 26.06.2013
"Mit seinem Safe-Browsing-Konzept warnt Google Surfer im Netz, bevor sie eine potentiell gefährliche Seite besuchen. Von diesen Gefahrenseiten findet und blockiert Google jeden Tag an die 10.000" 10.000 Seitenaufrufe auf diese Seiten werden jeden Tag geblockt? 10.000 Seiten werden geblockt? Jeden Tag kommen weitere 10.000 Seiten auf die Liste? Mir etwas unklar, was soll "jeden Tag" heißen,
3. Antwort
devilsown 26.06.2013
Zitat von markusma"Mit seinem Safe-Browsing-Konzept warnt Google Surfer im Netz, bevor sie eine potentiell gefährliche Seite besuchen. Von diesen Gefahrenseiten findet und blockiert Google jeden Tag an die 10.000" 10.000 Seitenaufrufe auf diese Seiten werden jeden Tag geblockt? 10.000 Seiten werden geblockt? Jeden Tag kommen weitere 10.000 Seiten auf die Liste? Mir etwas unklar, was soll "jeden Tag" heißen,
Jeden Tag kommen 10.000 neue verseuchte Seiten auf die Blockliste. Wenn die Webmaster bemerken, dass ihre Seite betroffen ist, können sie diese nach der Bereinigung von Google erneut prüfen lassen. Liegt dann keine Verseuchung mehr vor, wird die Seite wieder entsperrt. Die Blockliste wird also nicht ewig länger, bis irgendwann nahezu alle Webseiten gesperrt sind, weil sie mal irgendwann betroffen waren.
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